Den Regenschirm aufgespannt reitet El Topo, ein ganz in schwarzes Leder gehüllter Desperado, mit seinem nackten Sohn auf einem Pferd durch die Wüste. Irgendwo steigen sie ab und als Zeichen seines Erwachsenwerdens fordert er den Jungen auf, das Bild seiner Mutter und sein erstes Spielzeug im Sand zu vergraben. Auf dem Rückweg kommen sie in ein Dorf, in dem der Tod regiert. Alle Einwohner und Tiere wurden abgeschlachtet, auf den Straßen stehen Pfützen von Blut. El Topo stellt die Schuldigen, tötet ihren Anführer und befreit eine Mission der Franziskaner aus den Fängen der Banditen.
Als sich die zuvor dem Befehlshaber der Bande hörige Frau El Topo anschließen will, gibt er seinen Sohn in die Obhut der Mönche und verschwindet mit seiner neuen Begleiterin in die Wüste. Doch schon bald fordert sie von ihm einen absoluten Liebesbeweis: Er soll sich mit den vier unbesiegbaren Meistern der Wüste messen...
Die meisten Regisseure machen Filme mit ihren Augen. Ich mache Filme mit meinen Eiern. - Alejandro Jodorowsky
Bin durch die Midnight-Movies Reportage von Arte auf diesen Film aufmerksam geworden. El Topo muss Anfang der 70er in diesen speziellen Vorstellungen monatelang erfolgreich gelaufen sein. Zu Recht!
Den Film kann man meiner Ansicht nach in drei Teile untergliedern. Der erste und kürzeste Part ist eine Art Intro, die die wahren Fähigkeiten von El Topo offenbaren. Der Maulwurf macht erstmal ein paar richtig üble Burchen platt und kastriert ihren Boss, der sich darauf hin in den Kopf ballert. Dann folgt der zweite Teil, der eine Sinnsuche darstellt, in der El Topo die vier Meisterschützen der Wüste besiegen will. Das Schema dieser Duelle erinnert an Bruce Lee's Game of Death, der allerdings erst 8 Jahre später gedreht wurde.
Der letzte Part behandelt die Wiederauferstehung von Jes...nein...El Topo und hebt sich sich durch seine klare Erzählweise vom Rest des Films deutlich ab. Mehr will ich mal nicht über die Handlung verraten.
Der ganze Film gleicht einem einzigen Trip, er ist dabei auch sehr brutal und öfters ziemlich verstörend. Die aufgefangenen Bilder sind wunderschön und die ab und an erklingenden Flötentöne untermalen diese fantastische Atmosphäre.
Der Film ist nichts für zarte Gemüter, hier sterben eine Menge Leute, hier werden Frauen ausgepeitscht und Menschen gedemütigt.
Wer so etwas verkraften kann, MUSS sich El Topo angucken, denn so einen traumartigen Western habe ich noch nicht gesehen!


LinkBack URL
About LinkBacks

Zitieren


Lesezeichen