Oft fangen Filme sehr gut an und steigern dann die Spannung und Erwartung ins unermessliche. Plötzlich ist der Film zu Ende und man sitzt dann mit offenem Mund im Kino und kann nicht fassen, was da eben passiert ist. Hier ein Beispiel:
Independence Day.
Der Grund liegt nicht (wie viele vielleicht vermuten würden) in der extrem patriotischen Auslegung des Streifens. Vielmehr ärgert mich die „Lösung des außerirdischen Problems“.
Dabei kam der erste Teil des Films wirklich atemberaubend daher. Ich weis noch genau, wie ich begeistert in die Pause ging um mit meinen Kumpels über das bis dahin Erlebte zu diskutieren. Der ging wirklich los wie die Feuerwehr. Es gibt nur ganz wenig Filme, die mich von Anfang an so in ihren Bann gezogen haben. Es geht sofort von der ersten Minute los als das riesige, gewaltige Raumschiff den Mond passiert, sich dann später in mehrere Stücke aufteilt um sich dann strategisch über die wichtigsten Hauptstädte zu positionieren. Immer wieder schnelle Schauplatzwechsel, die einem keine Zeit zum verschnaufen geben. Ein Wahnsinnstempo bis zur Erkenntnis: Schachmatt!! Das war schon sehr, sehr gut gemacht. (Die Sache mit dem Schatten war auch so ein Effekt der eindrucksvoll die Größe der Invasoren widerspiegelte).
Aber dann?
Nachdem die Welt den Angreifern mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert ist und das Militär empfindliche Verluste hinnehmen musste, kommt der Chaostheoretiker (bzw. sein Vater) auf eine glänzende Idee. Man müsste den Aliens nur einen „Virus“ verpassen, der ihr Schutzschild zerstören würde.
Hallo, geht`s noch?
Da steht das damals abgestürzte Ufo zig Jahr lang in irgendeinem unterirdischen Bunker rum und keiner hat auch nur die leiseste Ahnung (selbst Data nicht) wie das Teil funktioniert. Dann steigt Herr Smith (nachdem es wieder aktiviert wurde) völlig ungekümmert in das Teil und fliegt damit in Richtung Mutterschiff, als ob er damit schon seit seiner Kindheit vertraut ist. Mit von der Partie ist der geniale Chaostheoretiker (Halleluja), der mal ebenso mir nichts, dir nichts ein Computerprogramm entwickelt hat, dass natürlich mit der Aliensoftware kompatibel (!!) ist und auch genau den Bereich lahm legt, der für den wichtigsten Abwehrmechanismus zuständig ist: Das Schutzschild. Da war bei mir der Ofen aber so was von aus. Es störte mich dann auch nicht mehr, dass es gerade der stets besoffene (und von außerirdischen entführte) Farmerpilot mit einer US Airforcemaschine war, der mitten ins Herz (oder war es der Ars**?) des Mutterschiffs fliegen musste, da seine allerletzte Rakete am Flugzeug klemmte und nicht abgefeuert werden konnte. Nebenbei bemerkt kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es mehr Kampfflugzeuge, als ausgebildete Kampfflieger (so wie es einem im Film dargestellt wurde) gibt. Aber bei einem so vermurksten Finale spielt das dann auch keine große Rolle mehr. Wenn ich den Film bewerten müsste, würde ich dem ersten Teil (also bis Herr Goldblum auf die „grandiose Idee“ mit dem Virus gekommen ist) 100% geben und dem zweiten Teil noch max. 5%. Nehme ich beide Teile zusammen (was man ja zwangsläufig machen muss), komme ich auf Grund des katastrophalen Endes nicht über 30% Gesamtwertung. Popcornkino hin oder her!
Kennt ihr auch solche Filme, bei denen ihr mit dem Schluss so was von unzufrieden seid, dass es euch noch nach Jahren ankotzt, wenn ihr bloß daran denkt? Ich meine jetzt nicht irgendwelche Fehlerchen im Film (wie z.B. die berühmte Zigarette eben noch ganz frisch und in der nächsten Einstellung fast abgebrannt ist etc.). Davon gibt es ja genügend Internetseiten (Fehler-im-Film.de, Die Seher.de usw.) Ich meine alle Filme, die einen richtig großen Logikfehler bzw. eine schlecht zu Ende gebrachte Geschichte haben. Bin mal gespannt, was da so alles zum Vorschein kommt. Wichtig ist natürlich die Begründung.


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