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Thema: Fracture

  1. #11
    Regisseur Avatar von CallMeDude
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    Re: Fracture (Das perfekte Verbrechen)

    @ Kalervos Frage:



    Selbstverständlich sind nach dem Schuss auf die Frau und dem Betreten der Wohnung durch den Polizisten Billy Burke beide Waffen im selben Raum. Die Figur von Anthony Hopkins will als Alibi den Umstand nutzen, dass seine eigene Waffe von der Polizei als Beweismittel eingesammelt wird und sich dabei herausstellt, dass aus seiner Waffe noch nie geschossen wurde und auch die gefundenen Patronenhülsen nicht mit seiner Waffe übereinstimmen. Dies erreicht er durch das zweifache Vertauschen der beiden Waffen (einmal vor der Tat und einmal danach). Somit gibt es nur Indizien (ein Motiv und die abweichenden Aussagen von Hopkins), aber keine Beweise für seine Tat. Erst durch das von ihm genehmigte Sterbenlassen seiner Frau, konnte eine Obduktion durchgeführt werden, die beweist, dass die Kugel eigentlich aus der Dienstwaffe von Billy Burke stammt und somit der Fall nochmals neu aufgerollt werden muss. Selbst davor hatte die Hopkins-Figur keine Angst, weil er sich durch das Double Jeopardy (Ne bis in idem - nicht zweimal in derselben Sache) Gesetz sicher fühlte. Leider hat er vergessen, dass er in diesem Fall nicht mehr wegen versuchten Mord, sondern wegen Mord angeklagt wird, was so gesehen eine neue Anklage ist und er deshalb keinen rechtlichen Schutz davor genießt.
    Kannste tanzen? - Ja!?! - Dann tanz ab!
    Blog (Letztes Update am 26.09.10)

  2. #12
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Fracture (Das perfekte Verbrechen)


    Jaja, das mit dem zweimal wegen des selben Verbrechens usw. ist mir schon alles klar. Ich kapier nur nicht, wann Hopkins die Waffe, mit der er letztlich geschossen hat, wieder an Burke weitergibt...
    *flash* Aaaah... jetzt komm' ich grad drauf wo ich drüber nachdenk... ging die ganze Zeit davon aus, dass Burke die Waffe ja bei sich trug und er ja gemerkt hätte, wenn Hopkins da dran herumnestelt... aber eben fällt mir ein, dass er als er das Haus betritt ja die Waffe auf den Boden legt... und als er schockiert erkennt wer die (vermeintlich) Tote ist, ist seine Waffe unbeaufsichtigt... okay, alles klar. Es hilft manchmal, wenn man mit etwas Abstand darüber nachdenkt und bedingt durch eine Diskussion sich nochmal alles in Erinnerung ruft. Die Szene wo Burke die Waffe auf den Boden legt und nicht mehr drauf achtet hatte ich total verdrängt. Danke für die Starthilfe.
    PS: Nicht lachen bitte, aber ich dachte lange Zeit, er hätte die Waffe auseinandergenommen und deren Teile in dieses komische Konstrukt mit eingebaut, was den Ermittlern ja eine gewisse Aufmerksamkeit abverlangte... dachte "hey, warum wird das so offensichtlich nebenbei erwähnt..."; auch dachte ich, vllt. kommt noch irgendwas, was mit der Anfangsszene in dem Hangar zu tun hat... da wurde doch ein Flugzeug auseinandergenommen und irgendwas gesucht... komische Szene, hatte ja dann letztlich gar keine Bewandnis mehr... ach, immer diese falschen Fährten

    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  3. #13
    Bud
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    Re: Fracture (Das perfekte Verbrechen)


    Habe den Film gestern auch gesehen und mir sind im nachhinein auch einige Sachen aufgefallen, die "bitter aufstoßen".
    Ein superintelligenter Mörder plant das perfekte Verbrechen. So weit so gut. Das sein Plan nur dann funktioniert, wenn alle Räder inneinander fassen, halte ich für sehr gewagt und paßt nicht in das ausgeklügelte Schema. Einige Beispiele wurden schon genannt. Ich möchte aber noch ein paar hinzulegen. Also: Was wäre, wenn er den Stadtsanwalt, der eigentlich schon in der Industie angestellt war, nicht bekommen hätte (was er ja unbedingt wollte)? Was wäre, wenn Billy seine Waffe nicht ebenfalls weggelegt hätte, nachdem er seine auf die Kommode gelegt hatte (eine bessere Gelegenheit, einen mutmaßlichen Täter festzunehmen gibt es doch nicht)? Was wäre, wenn seine Frau sofort gestorben wäre (dann wären sie zum selben Ergebnis gekommen, wie es am Schluß der Fall war)? Was wäre, wenn Billy "gestanden" hätte, ein Verhältnis mit dem Opfer gehabt zu haben, oder zumindest bei dem Verhör nicht anwesend wäre?
    Also ein Mann, der soviel dem Zufall überläßt, baut auch nicht so perfekt laufende Maschinen (was meiner Meinung nach seine Denkweise wiederspiegeln sollte).
    Ebenfalls merkwürdig finde ich, das man erst auf die Verwechslung aufmerksam wird, als die Handys vertauscht wurden. Das hätte doch schon bei dem Angebot von Billy (... die schulden mir noch einen Gefallen...) auffallen müssen? Oh, das ist doch die gleiche Waffe. Was für ein Zufall.
    Der Fairness halber muss ich zugeben, dass ich auch erst am Schluß ganz durchgeblickt habe, was, bzw. wie er alles geplant hat. Das ändert aber nichts an der Tatsache, das bei genauerem hinsehen "unlogische" Handlungsstränge beschritten wurden. Gibt es kein perfekt geplantes Verbrechen, oder soll es keins geben?
    Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher.

  4. #14
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Fracture (Das perfekte Verbrechen)


    Da hast Du schon gewissermaßen recht, Bud. Natürlich spielte Crawford auch viel in die Hände. Aber das Meiste war eben vorab geplant oder zumindest einkalkuliert. Dass der Unterhändler Nunally seine Waffe auf Wunsch von Crawford ablegt ist relativ wahrscheinlich. Ebenfalls, dass er bei dessen Vernehmung dabei sein wird (schon aufgrund der emotionalen Bindung an den Fall). Es ist zu vermuten, dass sich Crawford geraume Zeit sehr gewissenhaft vorbereitet hat und somit auch viele Unwägbarkeiten im Vorfeld wohl kalkuliert hat. Natürlich hätte das Ein oder Andere auch daneben gehen können, aber ein Restrisiko bleibt immer. Bezüglich der Wahl des Staatsanwaltes sehe ich kein Problem oder einen Fehler, wenn es nicht Beachum gewesen wäre dann eben ein anderer, hätte auf den Verlauf meiner Meinung nach keinen entscheidenden Einfluss gehabt. Wenn Mrs. Crawford gleich gestorben wäre, dann wäre er dank des ersten Freispruchs wirklich ein freier Mann gewesen und eben wegen der Gesetzesregelung nicht nochmals deswegen anklagbar gewesen (selbst wenn er unmittelbar nach dem Urteil seine Schuld vor versammelter Truppe eingestanden hätte).

    Verstehe schon, wenn einen diese Dinge stören, aber ich finde man kann sie akzeptieren.

    Zitat Zitat von Bud
    Gibt es kein perfekt geplantes Verbrechen, oder soll es keins geben?
    Denke eher zweites. :wink:
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  5. #15
    Bud
    Bud ist offline
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    Re: Fracture (Das perfekte Verbrechen)


    Zitat Zitat von Kalervo
    Dass der Unterhändler Nunally seine Waffe auf Wunsch von Crawford ablegt ist relativ wahrscheinlich.
    Ich glaube jeder Polizeiausbilder würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn man so eine Chance "vermasselt"
    Zitat Zitat von Kalervo
    Ebenfalls, dass er bei dessen Vernehmung dabei sein wird (schon aufgrund der emotionalen Bindung an den Fall).
    Gerade weil er ihn "hinter Gittern" sehen will, zerstört er wissentlich diese Möglichkeit
    Zitat Zitat von Kalervo
    Es ist zu vermuten, dass sich Crawford geraume Zeit sehr gewissenhaft vorbereitet hat und somit auch viele Unwägbarkeiten im Vorfeld wohl kalkuliert hat. Natürlich hätte das Ein oder Andere auch daneben gehen können, aber ein Restrisiko bleibt immer.
    Bei so viel Restrisiko braucht man keinen Superplan. Da hätte er genauso warten können, dass seine Frau von einem Bus überfahren wird.
    Zitat Zitat von Kalervo
    Bezüglich der Wahl des Staatsanwaltes sehe ich kein Problem oder einen Fehler, wenn es nicht Beachum gewesen wäre dann eben ein anderer, hätte auf den Verlauf meiner Meinung nach keinen entscheidenden Einfluss gehabt.
    Ich denke schon. Man konnte deutlich spüren, dass Crawford genau diesen Staatsanwalt haben wollte, weil er kopfmäßig nicht "bei der Sache war". Merkwürdigerweise wurde Beachum gegen seinen Willen mit dem Fall beauftragt.
    Zitat Zitat von Kalervo
    Wenn Mrs. Crawford gleich gestorben wäre, dann wäre er dank des ersten Freispruchs wirklich ein freier Mann gewesen und eben wegen der Gesetzesregelung nicht nochmals deswegen anklagbar gewesen (selbst wenn er unmittelbar nach dem Urteil seine Schuld vor versammelter Truppe eingestanden hätte).
    Wenn sie "beim ersten Mal" gestorben wäre, hätte es doch keinen Freispruch gegeben, da er in diesem Fall ja das Beweisstück durch die Obduktion vorlegen könnte. Dieses fehlte ihm ja und deswegen kam es auch schlussendlich zum selbigen.
    Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher.

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