in diesem mexikanischen film aus dem jahr 2003 geht es um einen jungen katholischen geistlichen, der "zu testzwecken" von dem ihn sehr schätzenden bischof in eine dorf-gemeinde geschickt wird. dort gerät er in einen strudel aus intrigen und korruption von lokalpolitik, klerus und drogenmafia; zu allem übel verliebt er, der er zum zölibat verpflichtet ist, sich in die junge amelita und beginnt eine affäre mit ihr. so kommt es unvermeidlich zur katastrophe.
die versuchung des padre amaro ist auf vielen ebenen interessant. schon rein filmisch kann sich das werk absolut sehen lassen, insb die schauspieler sind allesamt glaubwürdig und authentisch. aber inhaltlich entwickelt der film seine wahre stärke: er streift viele themen, befasst sich hierbei aber in erster mit der rolle der katholischen kirche in mexico, ihrer bigotterie und doppelmoral, einer kirche, die ihren mitgliedern regeln aufbürdet, die ihre obersten selbst nicht einzuhalten in der lage sind - aber wozu gibt es denn die beichte? schwängern, abtreiben, bestechen, lügen: für alles hat der padre ein ohr, und wenn man es mal ein wenig übertrieben hat hilft eben der prall mit geld gefüllte umschlag.
die versuchung des padre amaro ist - nicht nur für kirchenkritiker - ein äußerst sehenswerter film.


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