Ein junges Pärchen welches sich gerade in eine schwierige und ungelöste Beziehungsproblematik manövriert hat, wird spät nachts in einem etwas abgelegenen Haus von drei maskentragenden und wortkargen Angreifern terrorisiert. Fängt es zunächst mit vergleichsweise harmlosem Geplänkel vorallem akustischer Art an, entwickelt es sich schnell über Sachbeschädigung bis hin zur Gefahr für Leib und Leben der Angegriffenen. Ein Paradebeispiel für einen klassischen Intruderhorror.
Der Film setzt auf altbekannte Mittel um Spannung und Thrill zu erzeugen wie Dunkelheit, mysteriöse Geräusche, oder dass Figuren (wie teilweise auch der Zuschauer) nicht genau wissen was da vor sich geht. Dennoch funktionieren diese klassischen Stilmittel doch recht gut, zumindest konnten sie mich teilweise packen. Andererseits wirkt es auch oftmals nicht so besonders prickelnd und trotz der recht kurzen Laufzeit wirkt es mitunter etwas langgezogen. Wobei ich dem Film da zugutehalten will dass es möglicherweise nicht gerade vorteilhaft war doch schon etwas über den Verlauf zu wissen, so dass letztlich nicht allzuviel überraschendes passiert bzw. etwas was nicht so oder so ähnlich abzusehen war, das schließt das Zutodekommen des Freundes der Hauptfigur übrigens mit ein, wenngleich in der Szene auch noch eine Alternative denkbar gewesen wäre.
Was ein klein wenig unangenehm aufstößt ist der anfängliche Verweis auf eine wahre Begebenheit welcher der Film offenbar zugrundeliegt. Das wird mir in den letzten Jahren zu oft bemüht und man weiß als Zuschauer auch nie so recht wie groß diese Basis ist, ob es nur ein Kerngedanke war oder sämtliche Ereignisse sich 1zu1 so abgespielt haben. Dadurch entzieht sich ein Film auch in gewisser Weise ein wenig einer Kritik, da man der Abbildung realer Ereignisse schwerlich etwas vorwerfen kann und ebenso das Fehlen einer Komplettlösung über die genauen Hintergründe. Außerdem halte ich es oftmals auch etwas für Aufschneiderei und Publikumsfang weil man meint damit das Interesse von mehr Zuschauern zu wecken, bei mir bewirkt sowas meist eher das Gegenteil. Andererseits lädt es in dem speziellen Fall auch zum Sinnieren ein. Haben sich die Ereignisse denn wirklich so abgespielt und sind Dritte dafür Verantwortlich, rein den Indizien nach und ohne die Begegnung der (vermutlich als eigenartige Fremde beschriebenen) Verdächtigen am Morgen des nächsten Tages mit den beiden Jungs könnte man auch zu dem Gedanken kommen dass es eine Beziehungstat war bzw. ein aus dem Ruder gelaufener Streit zweier Personen. Insofern wäre es durchaus interessant vielleicht mehr Details über den Fall zu erfahren.
Dessen ungeachtet möchte ich noch kurz etwas über die Masken ausführen, da mich dieser Gedanke während der Sichtung beschäftigte. Der Einsatz dieser erfüllt nämlich meiner Meinung nach nicht nur den Zweck dass die Täter unerkannt bleiben, was in dem Fall letztlich eigentlich auch egal gewesen wäre, sondern sie unterstützen hauptsächlich auch das, was die drei Eindringlinge in erster Linie erreichen wollten, sie schüren deutlich die Angst bei den Angegriffenen, an der sich die Drei ergötzen, als Vorspiel zum blutigen und finalen Schlussakt. Im Übrigen ein kluger Kniff, dass auch für den Zuschauer die Angreifer letztlich gesichtslos bleiben. Und drittens wirken die Personen dadurch auch emotionslos, was für mich (und wohl auch für die Figuren) das Unbehagen deutlich steigert. Diese nach außen hin zusätzliche kühle und wie schon gesagt emotionslose (unlebendige) Art die so eine Maske ausstrahlt, überspitzt nur die Perfidität der drei sadistisch veranlagten Peiniger.
Gleichwohl wie gesagt nicht viel passiert was man nicht ungefärt erwarten konnte (wenn auch teils durch eigenes „Vorwissen“), wird wenigstens eine Szene wohl lange Zeit im Gedächtnis bleiben, die als der „Maskenmann“ schon in der Wohnung ist und für den Zuschauer im Hintergrund sichtbar, während Kristen nichts davon ahnt. Diese Diskrepanz, dass sie sich noch halbwegs in Sicherheit wiegt und an die kommenden Ereignisse nicht zu denken wagt während der Zuschauer schon genau weiß oder zumindest ahnt was die Stunde geschlagen hat und wie trügerisch diese Sicherheit ist, wird quasi in einem Bild, in einer wortlosen Szene so auf den Punkt gut dargestellt, dass es fast erdrückend ist. Dass der Eindringling in dieser Szene nicht gleich zuschlägt sondern bedächtig die weiteren Vorkehrungen trifft macht es in keinster Weise besser und untermauert nur die Überlegenheit und fast schon Arroganz der mordenden Bande.
Auch wenn ich mir irgendwie mehr erwartet hatte dennoch ein Film der letztlich zu thrillen vermag, zumindest in Ansätzen und erfreulicherweise oft mit eher subtilen Mitteln. 6,5/10


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