In Johannesburg, the small time criminal Tsotsi is a teenager without feelings, hardened by his tough life. After killing a man with his gang in a robbery; hitting the gangster Boston of his gang; humiliating a crippled beggar along one night, Tsotsi hijacks a car and under the despair of a woman, he shots her in the stomach. While driving the car, Tsotsi finds that there is a baby on the back seat and the woman was a desperate mother. He brings the baby to his house in the slum and becomes attached to him. For six days, the baby changes his behavior, arousing and developing the sense of empathy and humanity in the cold blood killer. (imdb.de)
der nachfolgende text enthält
was war das denn eben? was für einen wahnsinnig guten film habe ich da eben gesehen? das ungeheuere ist vor allem, auf welche weise der film endet: die waffen werden gesenkt, und man redet ruhig und sachlich und schlicht miteinander. nochmal: man redet miteinander! dann ist der film vorbei.
das ist kein happy end, aber es ist ein verdammt gutes ende, ein hoffnungsvolles, und damit ein völlig unkonventionelles! so wie der gesamte film: tsotsi ist quasi eine umgedrehte tragödie. beginnt mit der katastrophe – die lebenssituation der hauptfiguren ist düsterer kaum auszumalen (armut, kälte, entmenschlichung, der erste mord passiert nach wenigen minuten) – und bewegt sich dann scheinbar zwingend auf einen mit zittern erwarteten abgrund zu, nur um uns schließlich doch eines besseren zu belehren: dass es tatsächlich so etwas wie besserung, läuterung, frieden geben kann, wenngleich – und das macht den film so glaubwürdig – die grundsituation bestehen bleibt, klassenunterschiede nicht beendet werden, sich nicht einmal im geringsten ändern. nein, einfache lösungen großer gesellschaftlicher probleme bietet uns gavin hood nicht an. aber die nachvollziehbare lösung eines menschlichen konflikts.
in tsotsi enttäuscht uns gavin hood immer und immer wieder im reinsten wortsinne: indem er uns die durch die rezeption der klassischen dramen erlernte täuschung nimmt, dass alles immer noch schlimmer kommt. dabei enthält tsotsi durchaus viele klassische und bekannte elemente des dramas, elemente, die nach unserer erfahrung einfach zum absturz führen müssen: der zurückgestoßene freund, der wie eine zeitbombe tickende psychopath, die polizisten mit scharfen pistolen, die die hauptfigur am ende umstellen, weil sie nur das verbrechen sehen und nicht das eigentlich dahinter stehende. es ist aber auch wirklich pathologisch mit meinen erwartungen: seit carlito’s way warte ich immer darauf, dass noch in der allerletzten sekunde von irgendwoher ein benny blanco aus der bronx kommt und die trotz aller negativen vorzeichen doch noch bestehende hoffnung mit wegen schüssen vernichtet.
aber wie schon eingangs geschrieben: benny blanco kommt nicht, waffen werden nicht benutzt, es wird miteinander geredet. ein konflikt (wenigstens einer!) wird gelöst. und diese lösung hinterlässt das eigenartige gefühl eines immernoch mit vorsicht genossenen glücks. diese vorsicht wiederum löst sich erst kurz darauf und weicht einer ungläubigen, tief empfundenen freude: wenn die end-titel kommen und wir sicher sein können, dass es tatsächlich in gewisser weise für die beteiligten, mit denen wir mitfühlen, gut gegangen ist.
dieser film ist großartig.


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