Priorität hatte "Milk" bei mir nicht gerade. Biopics sind nicht unbedingt mein Lieblings-Genre, aber wie es so oft ist, verpasst man es die Filme zu sehen, die man unbedingt sehen möchte und kommt dann irgendwie dazu sich andere anzusehen, die eher hinten anstehen.
Da Sean Penn bei mir außerdem hoch im Kurs steht, waren die Voraussetzungen natürlich nicht die schlechtesten. Und ich wurde nicht enttäuscht! Die Wandlungsfähigkeit Penns ist genial. Kaum vorzustellen, dass das derselbe Mann ist, der in "Mystic River", "Dead Man Walking" oder "The Thin Red Line" als Gangster, Vergewaltiger oder Soldat zu sehen ist. Nun also in der Rolle als erster Homosexueller der USA, der in ein öffentliches politisches Amt gewählt wird. In diesem Fall in den Stadtrat von San Fransisco.
Dabei lebt "Milk" aber nicht nur vom Spiel des Hauptdarstellers allein. Die gesamte Aufmachung weiß zu überzeugen. Der Ausgang des Films sollte keine Überraschung sein und so fand ich die Vorwegnahme dessen, sowie die Erzählstruktur überaus passend. Die vielen Original-Aufnahmen und -Fotos fügen sich sehr gut ein und vermitteln ein authentisches Gefühl des damaligen San Fransisco bzw. der dort ansässigen Schwulen-Szene und nebenbei bekommt der Zuschauer ein paar Einblicke in die Funtkionsweise der (Kommunal-)Politik. Trotzdem verkommt der Film nicht zu einer Doku. Stattdessen nimmt er sich viel Zeit das Bild eines warmherzigen aber entschiedenen Mannes zu zeichnen und so berührt das Ende umso mehr. Liegt sicherlich auch am schönen Score von Danny Elfman...
Fazit: Ich würde nicht so weit gehen und den Film zum Meisterwerk ausrufen. Aber es handelt sich hier - auch dank Sean Penn - um ein wirkliches Plädoyer für mehr Toleranz! Verpackt in einem schönen Film...


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