Beim Schreiben eines Buches, heißt es, ist der erste Satz unheimlich wichtig. Er kann schon entscheiden, ob der Leser gepackt wird oder ob er den Roman sofort wieder aus der Hand legt. Ich finde: der letzte Satz ist mindestens genauso wichtig. Zwar kann es dem Autor nach der gerade erwähnten Logik im Prinzip egal sein, wie er beim Leser ankommt, weil es relativ wahrscheinlich ist, dass dieser das Buch danach weglegt, egal ob ihm der letzte Satz gefallen hat oder nicht. Doch natürlich ist es dem Autor nicht egal. Weil dieser letzte Satz den Raum schafft für das, was nach der Lektüre kommt: die geistige und emotionale Auseinandersetzung mit dem eben Erlebten. Der erste und der letzte Satz eines Buches bilden die Klammer, die viel über das Dazwischen aussagen können.
Ich hatte die Idee, daraus ein Topic für Filme zu machen. Gute Idee? Dann füllt es mir Leben. Vielleicht motiviert es den einen oder anderen zur Wiederauffrischung oder zur Erstsichtung. Schlechte Idee? Dann lasst es runterrutschen. Ich mache den Anfang, mit einem zugegebenermaßen nicht unbedingt herausragenden Beispiel. Aber es war der Film, der mich auf die Idee brachte: Witness of the Prosecution (Zeugin der Anklage)
"Silence. All persons who have anything to do before my Lords the King's Justices of Oyer and Terminer, and general gaol delivery for the jurisdiction of the Central Criminal Court, draw near and give your attendance. God save the Queen"
...
"Sir Wilfrid, you've forgotten your brandy!"
P.S.: Ja, ich weiß. Der erste Satz ist kein Satz, sondern drei Sätze. Aber wir wollen doch nicht so genau sein, oder?


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