
Zitat von
Wolfe
Ja, bei der siebten Sichtung ist es mir tatsächlich gelungen über die ersten 19 Minuten hinwegzukommen ohne einzuschlafen und den Film am Stück zu sehen.
Sorry, VJ-Thorsten. Kannst von Glück sagen, daß der Film länger als besagte erste 19 Minuten hat, sonst hätte er von mir ne glatte 0/10 bekommen.
OSS 117
Was hab ich diese ersten 19 Minuten gehaßt! Nicht nur weil ich binnen dieser sechs Male eingeschlafen bin, sondern weil ich diese ersten 19 Minuten schlicht unterirdisch fand. Diese penetrant peinliche, dümmliche aufgesetzte Grinse von dem Hauptdarsteller dazu die ebensolche dämliche Lache, dann diese "Fremdschäm"-Erinnerungsrückblenden von ihm mit diesen tumben, dümmlich-peinlichen Ballspielen mit seinem Freund Jack am Strand...ehrlich gesagt, allein aufgrund dieser beiden Sachen hab ich sowohl den Hauptdarsteller als auch den Film schlicht g e h a ß t !
Bin ja ein Riesenfreund von Parodien und Verarschen, aber diese ersten 19 Minuten kamen noch schlimmer daher wie diese unsäglichen Austin Powers Machwerke. Wobei bei letzteren zumindest der Bond-Aspekt (bzw. der seines Kätzchenstreichelnen Gegners Blofeld) erkennbar war, bei 0SS 117 war zu keiner Zeit während des ganzen Filmes irgendeine konkrete Bond-Anspielung erkennbar.
Aber gut, genug der harschen Worte, es wurde zum Glück besser, viel besser. Gefallen hat mir der Wortwitz von OSS 117, wie z.B. wenn er immer wieder unwissend nachfrägt a lá "musli-WAS" oder "IslamisWAS"? Herrlich wie er den Elefanten im internationalen dipolomatischen Porzellanladen mimt, etwa bei der Audienz beim Wasserpfeiferauchen mit dem ägyptischen Regierungschef oder wie er mitten in der Nacht weil er vom Muaezin-Rufer-"Geschrei" aufwachte, diesen von der Kanzel runterprügelt. Herrlich auch wie er zwar Null Ahnung von Irgendwas, insbesondere fremden Kulturen und Sprachen hat, dann aber plötzlich mit wechselnden Ansprechpartnern verschiedener Nationalitäten plötzlich fließend in deren Landessprache parliert. Ebenfalls klasse, wie er jedem Einheimischen der nicht bei Drei auf den Bäumen ist, als quasi Trinkgeld ein Foto des französischen Präsidenten in die Hand drückt.
Ja, OSS 117 weiß dann letztlich doch gut zu unterhalten und den ein oder anderen Schmunzler und Lacher zu produzieren, auch wenn der Hauptdarsteller letztlich eher der Unsympath ist und wie gesagt die ersten unsäglichen 19 Minuten schwer zu überstehen sind. Die Farbgebung und das Locationsetting ist Klasse, der Film in sich mehr Nummernrevue als durchgängig durchdacht. Als Bondparodie unbrauchbar, als allgemeine Agentenfarce okay.
6,5 / 10
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