manchmal schaut man sich einen film an und hält es für nicht sinnvoll einen thread aufzumachen, weil ohnehin kaum jemand den film gesehen hat oder weil man einfach kein neues thema aufmachen will, da wohl kaum jemand den jeweiligen film kommentieren dürfte. deswegen dachte ich mir, dass es sinnvoll wäre einen "sammelthread" aufzumachen, in dem man kurz zuvor gesehene filme kommentieren könnte. einen ähnlichen thread habe ich nicht gefunden und wenn es bereits sowas geben sollte, bitte schließen. zwar bietet ein filmtagebuch dieselbe funktion wie so ein thread, aber beim filmtagebuch geht die diskussion ein wenig unter, weil man zwischen dem diskussionsthread und dem tagebuch hin- und her springen muss - außerdem haben einige kein tagebuch und deswegen dürfte so ein thread vielleicht nicht ganz sinnlos sein...
vor kurzem gesehen...cannibal holocaust
ich habe schon einen kranken und perversen film erwartet, aber dennoch wurde ich auf sehr unangenehme art und weise überrascht. man schmeißt ja gerne mit superlativen um sich, aber dieser film ist der mit abschnitt widerlichste und verstörendste, den ich bis jetzt gesehen habe. sehr oft musste ich einfach weggucken und konnte das dargebotene einfach nicht ertragen, weil es größtenteils einfach real ist, was uns regisseur ruggero deodato da bietet. noch nie wurde mir während oder nach sichtung eines films übel, aber bei cannibal holocaust stand ich kurz davor ins badezimmer zu rennen und zu kotzen. mir war richtig richtig übel. eine neue erfahrung für mich in verbindung mit einem film. die diversen unerträglichen tierschlachtungen (ratten, schildkröten, schlangen, kleine äffchen...) sind sehr heftig und manchmal fragt man sich, ob man vielleicht doch vegetarier werden sollte. die anderen (gestellten) szenen mit menschen wirken in verbindung mit der dschungel-atmosphäre und den eingeborenen äußerst real (einige eingeborene essen affenhirne... richtige) und zusammen mit den tiertötungen wirkt das absolut abstoßend und real. nach sichtung des films habe ich mich absolut geschämt mir so eine scheiße angetan zu haben und mich gefragt, ob ich noch alle tassen im schrank habe. eine film, in dem ein thema ausgeschlachtet wird, in dem tiere und menschen geschlachtet werden. deodato reicht das aber immer noch nicht. hinzu kommen noch brutale unerträgliche (und lange) tötungs- und vergewaltigungsszenen und weiß der geier, was es noch alles gab, was ich aber selber nicht gesehen habe, weil ich einfach weggucken musste. im vergleich zu anderen ähnlich gelagerten italienischen kannibalenfilmen wie cannibal ferox von umberto lenzi (der film ist zwar ebenfalls ultrabrutal, wirkt aber nicht so verdammt real wie cannibal holocaust) oder mountain of the cannibal god von sergio martino (der film ist eher ein unterhaltsamer abenteuerfilm mit wenigen ekelhaften szenen und einer nackten ursula andress) ist cannibal holocaust deutlich brutaler, ekelhafter und verstörender. viele sehen in dem film einen "sozialen kommentar" wie auch im falle vieler anderer ultrabrutaler horrorfilme... das mag sein, das leugne ich gar nicht und dieser "soziale kommentar" ist auch offensichtlicher als bei manch anderem kannibalenfilm, aber ich frage mich, ob man das ganze so auf die spitze treiben muss. denke mal, dass deodato das thema einfach nur ausschlachten wollte, ist halt ein exploitation film. auf jeden fall kann ich wohl nach cannibal holocaust die nächsten tage kein fleisch essen. kann mir gut vorstellen, dass dieser film aus vielen vegetarier gemacht hat... militanten vegetariern aus umea dürfte dieser film wohl deswegen zusagen, auch wenn ihnen die tierschlachtungen nicht gefallen dürften.


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Herrlich, zum Glück ist mir das nicht passiert. 

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