Synecdoche, New York > A Serious Man.
Synecdoche, New York > A Serious Man.
Right. It's nine o'clock. They're probably home watching the X-Files.
I second that. Wobei mich beide Filme umgehauen haben. Letzte Sichtung vom Coen Film liegt allerdings weiter zurück als die von Kaufmans Geniestreich. So I'll second that maybe later.
If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)
Ich habe Synecdoche nur einmal gesehen und was den spontanen Ersteindruck angeht, hat mir A Serious Man wesentlich besser gefallen. Ich glaube das liegt auch daran, dass der Kaufman-Film in seiner Erzählweise relativ angestrengt auf mich gewirkt hat und nicht so smooth umgesetzt war wie die anderen Kaufman-Drehbücher. Wobei er hier natürlich auch erstmals Regie geführt hat, liegt vielleicht auch an der mangelnden Erfahrung. Da erschien mir der Konstruktionswille doch etwas zu arg, ich glaube irgendwann wurde mir die Ebenen-Verwurschtelung zu viel. Der Film hatte seine Message schon gut rübergebracht, hat aber immer weiter gemacht. Etwas Reduktion hätte meiner Meinung nach nicht geschadet. Der Coen-Film erreicht vergleichbare Tiefe, aber viel pointierter und mit einfacheren Mitteln. Das hat mir mehr imponiert. Ich glaube bei Synecdoche liegt die Aussage des Films auch eher an der erzählerischen Oberfläche, er formuliert alles aus. A Serious Man ist geheimnisvoller, diffuser. Ich müsste aber wiederum Synecdoche nochmal sehen, mit einer Sichtung ist der ja kaum zu erfassen.
Geändert von Daniel (09.11.2011 um 00:15 Uhr)
Da ich den Kaufman-Film nicht gesehen habe: Gibts einen bestimmten Grund, warum der Film so oft mit dem Coen-Film verglichen bzw. in einem Atemzug genannt wird?
Mann in der Krise, Sinnsuche, Identitätsfindung, Komplexität der Lebenswelt. Vergleichbarer Erzählstoff, völlig unterschiedliche Umsetzung.
Danke. Gekauft.
das nicht mehr zurecht finden können ist aber bei Synecdoche in meinen augen reine intention. und auch wichtig für den film, weil er sonst gar nicht funktionieren würde. er formuliert zwar schon viel aus, aber dabei funktioniert doch alles auf so vielen mehr ebenen als der erzählerischen oberfläche. vieles ist zynischer witz, dabei gleichzeitig wehmütig, traurig, dann aber auch wieder eine farce und obendrein ehrliche erkenntnis. das beißt sich alles und fügt sich trotzdem. wobei es mir bei dem film schwer fällt, seine großartigkeit in worte zu fassen. das ding ist mir einfach eine nummer zu groß und mir bleibt nichts anderes übrig als ehrfürchtig auf die knie zu fallen.
A Serious Man ist auch ein sehr großer film, keine frage, aber er ist im vergleich schon um einiges schmaler aufgebaut. ein fest verschnürtes paket. Synecdoche mehr so das gesamte postlager nach einem bombenattentat.
Right. It's nine o'clock. They're probably home watching the X-Files.
Klar, dass man sich bei Synecdoche irgendwann nicht mehr auskennt, gehört zur Strategie der Erzählung. Hatte aber den Eindruck, dass der Film ab einem bestimmten Punkt einfach zu viel ausformuliert, um an sein Ziel zu kommen. Das hatte für mich irgendwann eine repetitive Ebene, die der Film gar nicht mehr nötig gehabt hätte. Irgendwie so ein Over-Achiever. Es ist eine Sache, einen Film zu drehen über einen Mann, der sich im Leben nicht mehr auskennt, dabei aber die Erzählung kompakt und überschaubar zu halten, aber eine andere, diesen Zustand voll auf die Narration zu übertragen. Beides legitim, keine Frage. Ich persönlich mag reduzierte Erzählweisen lieber. Ich finde, A Serious Man hat mehr Biss. Werde aber den Synecdoche bald nochmal ansehen.
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