Auf der DVD von
The Boondock Saints gibt es ein Vorwort des Autor-Regisseurs Troy Duffy zu bestaunen, das da wie folgt lautet:

Zitat von
Troy Duffy Hello Germany!
My name is Troy Duffy, I wrote and directed "The Boondock Saints". You guys probably have the same story I hear all the time in the U.S. "One of my buddies rented it on a whim and then said '... man you gotta see this fuckin' movie!'" – It has become abundantly clear, over the years, that this is the extent of the advertising done for "Boondock". It has blossomed into one of the most cherished cult hits of recent times, not because of fancy posters, TV ads, expensive billboards or box office star power. It is because of all of you. You have taught me that you just don't need all that stuff. All one must do is make a good movie and your fans will handle the rest.
Now, I also understand that there are plenty of people who have not seen this movie and some of them may be reading this now. Welcome and I hope you enjoy this special edition DVD that is... packed full of goodies!
In closing, thank you from the bottom of my heart, Boondock Fans! Continue spreading the good word on "Boondock" for me and I want to see all of you on my website http://www.boondocksaints.com . I visit every day and post frequently. You can also get cool "Boondock" stuff at our store.
P.S.: I am also aware that not everyone liked this film. In fact some folks have a real problem with it. To all of you I say, "Sorry for offending your delicate sensibilities. Perhaps my next film will be about a talking dog who braves the harsh realities of the world in a heart warming attempt to find his rightful owners, who mistakenly thought he was dead. That way you could watch it and get a fuzzy feeling inside and when it was over you could all go fuck yourselves".
Aequitas, Veritas
Troy Duffy, 24.11.2002 Der Film hat eine recht interessante Entstehungsgeschichte. Troy Duffy hatte das unglaubliche Glück, dass sich Miramax für sein Script interessierte und ihn trotz nicht vorhandener Filmerfahrung auch Regie führen ließ. Ein Geschenk, das tausende von verhinderten Drehbuchautoren als Erfüllung eines Lebenstraumes hinnähmen und demütig in ewiger Dankbarkeit verharren ließe, war für Duffy Anlass, eine ausgeprägte Egomanie zu entwickeln und sich gegenüber Freunden und Kollegen fortan ziemlich arschig zu benehmen. Miramax zog sich irgendwann von dem Deal zurück, der Film wurde für einen Bruchteil des ursprünglichen Budgets trotzdem produziert. Duffy landete auf einer Hollywood-Blacklist und hat bis heute keinen weiteren Film gedreht.
Wenn ich
The Boondock Saints sehe, wundert es mich nicht, dass er zum Kult anvanciert ist. Der Film ist gut inszeniert, ziemlich gut sogar. So gut, dass man Duffy ein gewisses Talent nicht absprechen kann. Außerdem lässt sich – wie bei seinem Autor – eine vorherrschende Respektlosigkeit gegenüber Autoritäten feststellen, was gerade beim jugendlichen Publikum gut ankommt. Das Problem des Films ist, dass er im Grunde nur aus einer Aneinanderreihung witziger und manchmal cooler Szenen besteht; den Inhalt kann man bei genauer Betrachtung aber nur als Witz auffassen.
Dass die heiligen Brüder "auf der gleichen Baustelle arbeiten wie John Doe" (dieser Gedanke stammt glaube ich von irgendjemand anderem, weiß aber nicht mehr von wem, zitiere es daher mal), ist eigentlich evident und die scheinbare Frage, die der Film stellt, ist gar keine, sondern kommt einem unter Feuer gesetzten Furz gleich, den nur ein vernebelter Geist im Stadium moralphilosophischer Pubertät für eine zündende Idee halten kann. Die im Abspann nachgeschobene Relativierung macht die Aussage leider nicht weniger hohl. Insgesamt zählt
The Boondock Saints zu einem Werk der Kategorie "all style, no substance" und entlarvt damit auch seinen Autor Duffy, der vermutlich gedacht hat, mit einem vergleichbaren Verhalten wie seine geistigen Selbstjustiz-Schöpfungen davon zu kommen: Die einzig gültigen Moralmaßstäbe liegen in einem selbst, und als Schöpfer dieser Maßstäbe befindet man sich außerhalb der Bewertungskriterien anderer und darf sich daher benehmen, wie man es für richtig hält. Ein krasser Denkfehler, der seine Karriere glücklicherweise früh beendet hat. Denn aus so einem beschränkten Kopf wären vermutlich nicht mehr viele gute Ideen gekommen.
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