Das Interesse für Polanskis neusten Film scheint ja hier riesig zu sein. Hab ihn mir gestern angeschaut und fand ihn von einem inszenatorischen und darstellerischen Standpunkt aus betrachtet wirklich erstklassig. Polanski erzählt die Geschichte des Ghostwriters, der die Memoiren eines ehemaligen britischen Premierministers vervollständigen muss, in einem sehr gemächlichen Erzähltempo. Lange lässt er sich Zeit, die verschiedenen Personen, und vor allem auch die Umgebung, diese verregnete Dünenlandschaft, auf den Zuschauer einwirken zu lassen. Dabei schafft es Polanski trotzdem den Spannungsbogen von Anfang bis Ende aufrecht zu erhalten und erweist sich erneut als Meister der Thriller-Form. In der Schlusszene gibt es dann noch einige gelungene Regieeinfälle zu bewundern, sodass man dem Film durchaus anmerkt, dass hier nicht irgendein Regisseur hinter der Kamera steht.
Die Handlung selbst fand ich hingegen etwas unbefriedigend. Das "Geheimnis" hätte imo durchaus noch etwas drastischer/ausgeklügelter ausfallen können, aber vielleicht bin ich bezüglich Verschwörungstheorien zu sehr 24-geschädigt. Trotzdem stellt sich mir noch eine inhaltsverständliche Frage. Vielleicht auch ein Major-Plothole?
Warum hat der Premier überhaupt das OK gegeben, seine Memoiren verfassen zu lassen? Ist das nicht totaler Schwachfug, weil er ja dann in Kauf nehmen muss, dass der Autor früher oder später bei seiner Recherche auf seine "dunklen Geheimnisse" stossen wird? Oder ist mir etwas entgangen?


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