Anlässlich einer Bemerkung von Ali hier endlich das Topic zum besten Scheißfilm aller Zeiten, dem jetzt und in Zukunft gehuldigt werden darf.
Hier mein Filmtagebucheintrag von 2006 und nachfolgend ein Kommentar aus dem Criterion-Thread:
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Armageddon ist grandios. Das ist mein voller Ernst.- Mom, that salesman is on TV.
- That man's not a salesman. That's your daddy.
Von allen lächerlichen, mit Testosteron und amerikanischem Heldentum vollgepumpten Action-Blockbustern vereinigt dieser Michael-Bay-Scheiß alle dämlichen Bausteine am virtuosesten zu einer perfekten Irrsinnskonstruktion. Bruce Willis rettet gemeinsam mit Ben Affleck die Welt. Die Idee alleine ist schon zum Kaputtlachen und deshalb so genial. Nicht eine Minute vergeht ohne eine dieser Bay-typischen Kamerafahrten, wärend der die Kamera in Untersicht um eine Person mit heroisch-konzentriertem Oh-mein-Gott-die-Welt-wird-vernichtet-und-ihre-Rettung-hängt-am-seidenen-Faden-Blick herumzirkelt und der Hintergrund schwindelerregend vorbeiwischt. Das Timing ist großartig, vom Dinosaurier-Prolog, der gleich klar macht, dass es hier ums Ganze geht, über das halbzerstörte New York, das hektische Koordinieren bei der NASA und schließlich die Einführung der Willis-Crew. Dort tummeln sich sämtliche patriacharlichen Helden der amerikanischen Anti-Kultur. Der Macho-Cowboy, der Roughneck mit gutherzigem Beschützerinstinkt, sein gutaussehender Zögling, der hyperintelligente Quadratschädel mit Vorliebe für blutjunge Mädels, der schwarze Biker, das dicke Kraftmonster und der heimliche Supervater. Alle serienmäßig ausgestattet mit dem unbezwingbaren Willen zum Erfolg und lockeren Sprüchen bis zum Abwinken. Ein paar nichtssagende Beiwerk-Astronauten runden die Zusammenstellung ab.
Hemmungslos prätentiös auch die internationalen Sequenzen, in denen Menschen aller Herren Länder vor ihren TV-Schirmen und Radiogeräten hängen, der Ansprache des US-Präsidenten lauschen und gebannt verfolgen, wie Amerika die Erde rettet. Keinen Krieg gewinnt oder den Welthunger besiegt. Nein. Die Welt rettet. Die Menschheit in ihrer Gesamtheit vor der endgültigen Vernichtung bewahrt. Größer geht es nicht mehr. Alles unterlegt mit Trevor Rabins pompösem, pulsierendem Score, der die Mission noch viel wichtiger erscheinen lässt, als sie ohnehin schon ist. Sollte der Weltuntergang wirklich mal im Fernsehen übertragen werden, plädiere ich dafür, die Bilder mit einem Score von Trevor Rabin zu unterlegen. Ohne den wäre der Weltuntergang wahrscheinlich zum Einschlafen langweilig. Am Ende schließlich opfert sich Bruce Willis, der noch zu Beginn des Films Greenpeace-Aktivisten mit Golfbällen beschießt, für die Menschheit. Das Pathos erschlägt einen durch die Leinwand.
Armageddon ist inhaltlich schon von vornherein nicht ernst zu nehmen und überholt mit durchgedrücktem Emotionsgaspedal gnadenlos jeden intellektuellen Anspruch. Manche Filme, die ich als Teenager gut fand, fallen beim späteren Ansehen durch ein feiner gewordenes Anspruchs-Sieb. Armageddon rast da wie ein Meteor durch und zerschießt das Ding in Stücke. Ein geiler Film für kleine Buben, die heimlich immer noch davon träumen, die Welt zu retten. My guilty pleasure.
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