"Wer eine Naturdokumentation dreht, muss vorhandene Wege verlassen, um zur unberührten Welt zu gelangen. Für uns daheim auf dem Sofa oder im Kinositz ist es selbstverständlich, Löwen in der Steppe Afrikas, gewaltige Tierwanderungen in der Serengeti, weiße Haie im offenen Meer und kuriose Paradiesvögel im brasilianischen Regenwald zu sehen. Durch die Linse der Kameramänner haben wir schon so ziemlich jeden Winkel der Erde gesehen – dachten wir. [...]
Russland ist ein Naturporträt des größten Landes dieser Erde, mehr als ein Zehntel der weltweiten Landfläche sind russisches Territorium. Der Film beschreibt die Fläche von der Halbinsel Kamtschatka ganz im Osten über die riesigen sibirischen Taiga- und Tundraregionen bis zum Uralgebirge. Mehr als 100.000 Kilometer Strecke legten die Tierfilmer zurück, um anschließend mehrere Stunden, manchmal Tage, auf einen tierischen Protagonisten zu warten. [...] An 1200 Drehtagen sammelte das Team mehr als 600 Stunden Rohmaterial für den Film. [...]
Es ist schade, dass Russland so sehr im Seichten und Schönen verharrt, vor allem wenn man bedenkt, wie viel Kraft und Geduld die Macher investiert haben. [...] Sicher, das ist die Gratwanderung, die Tierfilmer unternehmen müssen, wenn sie eine solche Doku fürs große Kino produzieren. Der Streifen soll massenkompatibel sein. Für Nebenaspekte und Details bleibt wenig Raum, doch auch von ihnen lebt ein solcher Film. Schließlich ist das wahre Leben ist auch nicht eine bloße Aneinanderreihung von Ästhetischem."
(Quelle:
zeit.de)
Lesezeichen