Vor Jahren gab es einen "Nachrichten"-KinoFilm, vom Meister James L. Brooks inszeniert, mit sieben Oscars nominiert und herausragend gespielt von Holly Hunter, Albert Brooks, William Hurt und einigen weiteren namhaften Schauspielern. Der Film und sein Humor und sein Herz traf mich frontal in mein ebensolches Letzteres und ich wollte nie mehr raus aus diesem Film und sah in mir prompt am selben Tag direkt danach noch einmal an, und die weiteren Tage/Wochen stand ich auch allabendlich an der Kinokasse um mir meinen neuen (bis heute gebliebenen) Lieblingsfilm BROADCAST NEWS - NACHRICHTENFIEBER anzuschauen. Ein Film mit so viel Herz und Charme und Humor und Wortwitz und Situationskomik und Wahrheit.
MORNING GLORY nun kommt zwar auf ähnlichen Füßen daher, jedoch ist er quasi das invertierte Spiegelbild von BROADCAST NEWS, steuert er inhaltlich doch genau dahin, wo BROADCAST NEWS, vor allem in den Charakteren von Holly Hunter und Albert Brooks noch gegensteuerte - einer Niveauverflachung, einer Verseichtung von Fernsehnachrichten - quasi aufs Deutsche umgebrochen weg von TAGESTHEMEN hin zu einer Klöppelisierung auf RTL-"Nachrichten"-Niveau. Oder anders gesagt, dem Unterschied zwsichen dem hervorragenden öffentlich-rechtlichen Frühstücksfernsehen von ARD und ZDF mit zwar auch bunten Themen, vor allem aber auch auf Aktualität und Gesellschaftspolitik gesetzen Schwerpunkt im Vergleich zum geistlosen unterirdischen Yellow-Press-Niveau der Frühstückssendungen im Privatfernsehen.
Und eben wegen genau dieses Aspekts, dieser Aussage, daß im Prinzip in MORNING GLORY alles darin kulmuliert zum Ende hin daß erst Alle glücklich sind als das letzte Bißchen Niveau zugunsten von Quote und richtigem Fernsehen gefallen ist kann ich MORNING GLORY leider nicht die Höchstnote geben, die er ansonsten filmisch/schauspielerisch verdient gehabt hätte.
Diese Newcomerin (ähnlich wie Holly Hunter damals bei BROADCAST NEWS) McAdams spielt charmat und erfrischend auf und ist wirklich ein sympathischer Wonneproppen, der einen unweigerlich in ihren Bann zieht. Auch wenn wie gesagt ihr Streben vollkommen konträr zum richtig journalistischen liegt, wie ihn Hunter bei BROADCAST NEWS noch an den Tag legte, so kann man sich dem Zauber dieser Frau, ihrer Quirrlichkeit irgendwie nicht entziehen.
Harrison Ford gibt den im Ego verletzten, selbstgefälligen einstigen Star Anchorman mit sehr viel Understatement und noch mehr Miesepretigkeit. Ja er gibt einen unausstehlichen Kotzbrocken mit viel Verve. Es macht mehr und mehr Spaß ihm dabei zuzuschauen und der allgemein ausbrechenen Kabbelei zwischen ihm und McAdams, zwischen ihm und Diane Keaton, tja eigentlich zwischem ihm und dem Rest der Welt.![]()
Diese Spitzfindigkeiten, diese Sticheleien, der Dialogwitz und die ein oder andere Situationskomik sind es denn auch, neben vor allem diesen beiden Schauspielern McAdams und Ford, die einem ein breites Dauergrinsen während des gesamten Films plus einiger herzhafter Lacher bescheren.
Getrübt wird das Ganze wie gesagt wohin das Ganze (also die angestrebte Frühstücksfernsehsendung inhaltlich steuert, exemplarisch dargestellt, in dem was dem armen Wettermann alles zugemutet wird oder dem was die Figur der Keaton allen Ernstes freiwillig mitmacht - zugunsten der Quote.
Man darf nur hoffen, daß das was Fords Figut am Ende im Spaß der McAdams Figur als neues Thema IM SCHERZ anbietet, wirklich als Scherz gemeint und abgehakt wird und nicht, daß die Ford-Figur auch schon derart von der Banalisierung der Sendung und dadurch seiner selbst infiziert wurde.
Jeff Goldblum bleibt leider eine Randfigur, die man ruhig hätte weiter ausbauen und mit mehr Tiefe versehen können.
Ansonsten, hervorragendes Drehbuch und Regie, spritzig-quirrlige Musik und zwei herausragend gut aufgelegte Hauptdarsteller.
8,5 / 10


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