Ein wunderbarer Film. Schon von Beginn an, nimmt Einen die leicht nostalgisch wirkende orchestrale Musik mit an die Hand und bildet einen narrativen Bogen bis hin zum schlußendlichen Abspann. Die Figur von Daniel Brühl und sein famoses Schauspiel begeistern von der ersten Einstellung an, was allein schon durch seine stets positive Ausstrahlung untermauert wird. Das 1870er Setting ist gut umgesetzt, genau wie die damaligen "Manieren" und Sitten und Gebräuche, Kleidung usw.
Die Pennäler werden ebenso gut verkörpert wie die Lehrkörper. Schön zu sehen, wie der Fußball tatsächlich nach Deutschland gekommen ist.
Schön auch die Divergenz des Grundgedankens Fußball, wie er hier gezeigt und gelebt zu werden "hip hip hooray boys, FAIR PLAY" gegenüber dem heute gelebten Fußball zu sehen, wenn ich mir etwa als totalen Kontrast dazu das gestrige Pokalhalbfinalspiel Bayern-Schalke dagegenhalte, wo vom Grundgedanken, dem Fairplay, wie auch dem "Dabeisein ist Alles" im Grunde nichts mehr übrig geblieben ist. Oder wenn man sich FANATISCHE "Fans" mit Haßgesängen und Plakaten (wie etwa gestern gegen Neuer) vor Augen hält.
Der ganz große Traum ist ein ganz großes Plädoyer für Kameradschaft und Fairplay ist von Anfang bis Ende ganz großes Kino. Neben Brühl brillieren vor allem auch noch Burkhart Klaußner und Justus von Dohnanyi, der mal wieder seine ganze Wandlungsfähigkeit zeigt. Im von ihm selbst inszenierten BIS ZUM ELLBOGEN spielte er den naiv-tumben Bald-Leichnam, hier den überharten Übervater und Kotzbrocken mit einer unglaublichen Authenzität.
10/10


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