Wow, was war denn das für ein Film? Zunächst mal Danke, John McCane (und natürlich auch KeyzerSoze -der Wille zählt) für die OMFE-Empfehlung dieses wunderbaren kleinen Films. Obwohl ich sehr zugetan bin zum Dunstkreis Steven Spielberg und Robert Zemeckis und somit mir auch dessen Autorenpartner Bob Gale schon seit "1941-Wo bitte gehts nach Hollywood?", aber erst recht durch die "Zurück in die Zukunft"-Trilogie bekannt ist, fiel ich aus allen Wolken als mir nun "INTERSTATE 60" empfohlen wurde, ein Film, dessen Existenz spurlos an mir vorrübergegangen ist, nie davon gehört/gelesen geschweige denn ihn gesehen. Trotz Bob Gale, trotz des schönen Themas, trotz der imposanten Besetzung mit all den bekannten Promis.
"INTERSTATE 60" ist ein modernes Märchen und wie ein Märchenfilm mit schönem Prolog beginnt auch das Werk. "Wünsch Dir was", aber nur ein Mal bittschön, das ist zunächst mal die Grundprämisse des Films. Es geht um eine Art moderner Flaschengeist, der dem Finder Wünsche erfüllt, nur eben ohne Flasche und nur ein Wunsch pro Person. Der moderne Wunscherfüller ist eine mehr als schräge, aber liebenswürde Person namens 0.W. Grant, herrlich mit Verve gespielt von Gary Oldman. Bei ihm muß man aber genau aufpassen welchen Wunsch man äußert und wie man ihn gegenüber Grant äußert, denn wenn ihm jemand mißfällt, dann kann der -zwar erfüllte- geäußerte Wunsch schwer nach hinten losgehen - fragen Sie Michael J. Fox.
"INTERSTATE 60" ist aber nicht nur ein modernes Märchen, sondern auch ein Road Movie und (fast) ein Episodenfilm. "Episodes from the road" lautet nicht umsonst der Untertitel des Films. Und wahrlich, der Film hat einige sehr skurile Episoden aufzuweisen, die zu verraten, obwohl es mich danach brennt, dem unbedarften Neugieriggewordenen auf diesen Film zweifellos den Spaß verderben würde.
Jetzt ist es wohl an der Zeit den Hauptdarsteller zu würdigen. Der junge James Marsden mit seiner Grundpositivität und einer wunderbaren Ausstrahlung von ungespielter Natürlichlichkeit passt wirklich ungemein gut für die Hauptrolle eines jungen Mannes vor dem Scheideweg seines Lebens, frisch aus der Schule entlassen. An seinem Geburtstag stellt sich nun die Gabelung vor ihm auf, den vom Vater vorbestimmten Karriereweg mit Jurastudium an einer Elite-Uni zu bestreiten oder eher den eigenen Künstlerweg zu gehen. Der junge Mann ist sich unsicher und stellt sich und allerlei Anderen immer wieder die Frage aller Fragen: "Was soll ich nur tun", "Wohin führt mein Weg", "Was ist die Antwort auf die Frage meines Lebens"...?
Zu gut, oder auch nicht, daß der Wunscherfüller O.W.Grant seinen Wunsch erhört.
Fortan befindet sich der zweifelnde junge Mann "on the road" im vom Vater geschenkten Cabrio und ist auf dieser seiner Reise nach Wahrheit auf der imaginären titelgebenden "Interstate60" allerlei Prüfungen ausgesetz, eine skuriler als die andere. Manche läßt ihn (und den Zuschauer) schmunzeln, andere sind dagegen nachdenklichstimmend oder sogar richtig traurig oder ne ernste Angelegenheit. In so manchem Kaff entlang der Interstate60 wartet so manch handfeste Überraschung, sei es einer der zahlreichen prominenten Gaststars, sei es die Ernsthaftigkeit oder Skurilität der Herausforderung, die sich unserem Protagonisten in den Weg stellt.
Ob ihm am Ende das ersehnte Glück zufällt, die Frage aller Fragen beantwortet wird? Nun, fragen Sie O.W. Grant, aber passen Sie auf wie sie ihn fragen und daß sie ihn nicht verärgern.![]()
Von Drehbuch, Besetzung, Musik, Regie und natürlich auch Bildregie und Design des Films ein durchweg sympathischer, humorvoller, tragischer, melancholischer, charmanter und nachdenklich stimmender kleiner Film, ein kleines Juwel. Der als rote Linie getragen wird von der unbekümmerten Jugendlichkeit, Sonnyboy-Charmelächeln und Natürlichkeit eines James Marsden.
10/10


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