Werbung in eigener Sache: Blogeintrag.
Der Morgen danach. Kopfschmerzen. Ein bisschen übel ist mir auch. Ich denke an gestern zurück und frage mich: Was hat mich da bitte geritten?
Ich war im Kino und habe „Hangover 2“ gesehen. Und jetzt plagt mich das schlechte Gewissen. In meinem Portmonnaie klafft ein Loch, das viel zu gross ist. In meinen Taschen suche ich nach Hinweisen, die mir helfen, den letzten Abend zu rekonstruieren.
Erster Hinweis: Kinokarte. Ich war also tatsächlich in „Hangover 2“. Und wenn ich es recht überlege…ja, da war was. Das Licht im Kino ging aus und da fing ein Film an, der aus irgendeinem Grund in Bangkok spielte. Bangkok kommt danach aber kaum noch in meiner Erinnerung vor. Moment…das liegt nicht daran, dass ich mich nicht erinnern kann. Der Fakt, dass der Film in Bangkok spielt, ist nämlich vollkommen egal. Alle Figuren sind nämlich Amerikaner oder Russen oder Affen. Bis auf die thailändischen Toy Boys, die ihre Dinger durch einige Szenen spazieren tragen dürfen. Im Grunde ist „Hangover 2“ also „Hangover 1“, nur dass Las Vegas Bangkok ist. Und neu und lustig ist alt und nicht lustig.
Was hab ich noch so in der Tasche? Taschentücher. Aber ich bin doch gar nicht erkältet? Allerdings ist da dieser unangenehme Geschmack im Mund. Hab ich etwa…nein…oder doch? Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen. „Hangover 2“ zeigt tote Affen, tote Chinesen, abgeschnittene Finger, Schusswunden, Drogen, die angesprochenen thailändischen Transvestiten, die ihren Penis in Grossaufnahme durch das Bild schwingen. Da ist mir ein bisschen anders geworden, mein Mittagessen hat wohl versucht auf dem gleichen Weg aus mir rauszukommen, wie es reingekommen ist. „Hangover 2“ überschreitet noch mehr Grenzen, als der erste Film. Der einzige Effekt, der sich einstellt, ist, dass man ko“““n möchte.
Da ist noch mehr in meiner Tasche. Mein iPod. Noch eingestellt auf das Film-Trivia-Quiz. Wer spielte die Hauptrolle in Schindlers Liste? A: Liam Neeson, B: Mel Gibson, C: Nick Cassavetes oder D: Bradley Cooper? Warum ist mein iPod an? Ich war doch im Kino, normalerweise lenkt mich das doch immer so sehr ab, dass ich während des Films nicht ansprechbar bin. Die einzige Erklärung ist: Ich hab mich wahnsinnig gelangweilt. Ja, das macht Sinn. In „Hangover 2“ schreien sich die Figuren nämlich die ganze Zeit nur an, was zur Hölle eigentlich passiert sei. Dabei bewegen sie sich dann durch seltsam düstere Abenteuer, wie als sie in einen buddhistischen Tempel einbrechen oder eine Strassenschlacht zwischen Polizei und Bewohnern im Vergnügungsviertel von Bangkok anzetteln. Lustig? Nein. Unterhaltsam? Nein.
Zeit für ein Katerfrühstück. Wasser, O-Saft, fettiges Essen, bei mir meistens Gyros. Dabei im Internet surfen. Was seh ich da? 125 Millionen Dollar wird „Hangover 2“ allein am Startwochenende in den USA einspielen? Der Erfolg, so prognostizieren die Experten, des ersten Films soll auf überwältigende Weise wiederholt werden. Regisseur Todd Phillips hat sogar schon einen dritten Teil angekündigt.
Nein, beim nächsten Mal werde ich dann nicht mehr dabei sein. Zumindest sage ich das nach jeder Party, auf der ich zu viel hatte. Der Kater am nächsten Morgen ist es einfach nicht wert. Aber am Ende gehe ich dann aber doch immer wieder.


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