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Thema: Drive (2011)

  1. #191
    Regisseur Avatar von laertes
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    AW: Drive (2011)

    Zitat Zitat von Wolfe
    "[...] Mir ist nunmal in erster Linie eine deutsche Synchro lieber, weil in der Regel die deutschen Synchronschauspieler mehr Ausdruck und Tonalität im Sinne von 'Sprachmusik' in der Stimme haben, die Originalschauspieler klingen mir zu häufig von der Tonalität von der 'Betonungsmusik' her zu monoton, zu ausdruckslos. [...]"
    das ist eine völlig unbelegte behauptung, die man auch nicht mit 'meinung' oder 'subjektivität' rechtfertigen kann. sie stimmt einfach nicht. "originalschauspieler" unterscheiden sich doch untereinander von einem extrem zum anderen, genauso wie die deutschen. und überhaupt: was soll das denn sein, ein "originalschauspieler"? ist ein ami genauso "ausdruckslos" wie ein japaner wie ein türke wie ein südafrikaner?

    Zitat Zitat von Wolfe
    "[...] Würde ich stringent so wie die Synchronhasser hier nur OV schauen wollen (was ich nicht will, weil mir ja in der Regel Synchro gefällt) dann könnt ich im Jahr allenfalls drei vier Male ins Kino gehen (wo ich doch Kinogehen so liebe, auch als Zeitvertreib) und müßte bei all diesen interessanten Kinofilmen auf deren DVD-Release warten bzw. bis sie im PayTV 'aufschlagen' [...]"
    zugegeben, das ist für mich eins der beiden argumente, mich ausnahmsweise auf synchro einzulassen. aber wenn man synchro abschaffen würde, hätte man das problem nicht mehr. und in berlin hat man ja einen echten standortvorteil, da alle neuen (und die ganzen älteren) filme hier immer auch in OV - mancherorts sogar ohne subtitles - gezeigt werden. ein paradies.

    das andere argument ist das "lieber synchro als einsam"-argument, das immer dann zieht, wenn mindestens ein mitkucker (mit k!) entweder der originalsprache nicht mächtig ist und keinen bock auf subtitles hat.

    wolfe, ich möchte gern nochmal betonen, dass ich synchro für grundsätzlich daneben halte. denn zum schauspieler - egal, wie du seinen stimmlichen ausdruck empfindest - gehört nun einmal seine ihm eigene stimme, egal, ob er sich nochmal selbst nachvertont hat oder nicht. aber es ist seine, und jemand anderen einfach drüber hinweg sprechen zu lassen, ist eine unkultur, egal, wie toll dessen deutsche sprachmelodie sein mag.

    Against Dubbing | gegen Synchronisation in Film und Fernsehen

  2. #192
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    AW: Drive (2011)

    Zitat Zitat von laertes Beitrag anzeigen
    das ist eine völlig unbelegte behauptung, die man auch nicht mit 'meinung' oder 'subjektivität' rechtfertigen kann. sie stimmt einfach nicht. "originalschauspieler" unterscheiden sich doch untereinander von einem extrem zum anderen, genauso wie die deutschen. und überhaupt: was soll das denn sein, ein "originalschauspieler"? ist ein ami genauso "ausdruckslos" wie ein japaner wie ein türke wie ein südafrikaner?
    Ich spreche natürlich von englischsprachigen "Originalschauspielern". Und ich sprach von "in der Regel" und "zu häufig"..so wie ich es eben in englischsprachigen Filmen schon zur Genüge erlebt/gehört habe in den OV-Filmen, die ich gesehen habe. Und da war mir eben zumeist der Ausdruck der Stimme zu monoton, zu ausdruckslos - "zu wenig Melodie" drin. Ist halt meine persönliche Vorliebe, eben lieber Synchronschauspieler mit Melodie in der Stimme zu hören, als die, so wie ich es genug erlebt habe, eher ausdruckslosen OV der englischsprachigen "Originalschauspieler" ohne Melodie in der Stimme..
    Muß Dir ja nicht gefallen..oder Dir oder Dir. Aber mir gefällt es eben und deswegen (mal abgesehen vom logistischen Aspekt im Kino sonst nichts weiter sehen zu können, weil nix OV over here) schau ich in erster Linie Synchro und in ausgewählten Fällen eben auch mal OV. Ist eine rein persönliche Vorliebe.

    wolfe, ich möchte gern nochmal betonen, dass ich synchro für grundsätzlich daneben halte.
    Das brauchst Du nimmer betonen, das weiß ich von Dir und von Matt und von Bob, Schatzele .

    Ich hab ja nur auf Matts Frage geantwortet und definiert, was für mich eine gute Synchro ist. Und Beispiele gebracht, was für mich keine gute Synchro ist. Und nach diesen Kriterien war für mich DRIVE eine stimmige, gute Synchro, sowohl was die Stimmen, die Dialoge und den Gesamtton anging - sonst hätte mir der Film wohl kaum sooo derart gut gefallen können, wie er mir gefallen hat, wenn die Synchro Sch.. wäre. Daß ein erklärter Synchrongegner oder -hasser da anderer Meinung ist, ist logisch. Du hast halt Deine und ich hab halt meine Meinung zum Thema Synchro. Weder Deine noch meine ist "richtig", die Einen liebens halt so rum, die Anderen halt andersrum. C`est la vie.

    Nebenbei sei noch erwähnt, daß man nicht unbedingt anhand der Trailer-Synchro die Film-Synchro beurteilen/bewerten sollte, denn in der Trailer-Synchro entsprechen Dialoge wie auch Stimmen nicht zwangsläufig denen des fertig synchronisierten Filmes.

    denn zum schauspieler - egal, wie du seinen stimmlichen ausdruck empfindest - gehört nun einmal seine ihm eigene stimme,
    Geschenkt. Das stimmt natürlich. Aber nur weil das so ist, muß ichs ja nicht präferieren, wenn mir die deutsche Tonalität des Synchronschauspielers lieber ist.
    Geändert von Wolfe (07.02.2012 um 13:57 Uhr)

  3. #193
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: Drive (2011)

    FTB-Eintrag:



    Der Film beginnt schon mit einer großartigen Einstiegsszene (--> 'Und schwupps! Mitten im Film') und lässt hernach seine grellbunten an Miami Vice erinnernden Anfangscredits durchs Bild laufen, womit bewiesen wäre dass der Regisseur seine Vorliebe für außergewöhnliche Filmanfänge bzw. die besondere Einbettung der Opening Credits auch über den großen Teich mitgenommen hat. Und nicht nur diese, sondern auch eine gehörige Portion Feingefühl für die richtige, die besondere Kameraeinstellung, Farbgebung, dramaturgische Spitze und Fähigkeit aus dem Haufen an Hanseln die vor dem Kameraobjektiv herumspringen den bestmöglichen Ertrag für den Film herauszuholen.

    Um es vorwegzunehmen, der grundsätzliche Verlauf der Story und etliche Begebenheiten sind nicht gänzlich neu und zu nicht unerheblichen Teilen, ja ich benutze jetzt mal dieses schreckliche Wort, vorhersehbar, aaaber, hier ist nicht wie bei einer simplen Additionsaufgabe das Ergebnis das allein Seeligmachende sondern der Rechenweg sozusagen ist das interessante. In tausend Versuchen ergibt 2 und 2 vier, aber der Weg dort hin kann variieren und kann interessant sein, und so verhält es sich auch hier.

    Style over Substance!? Mitnichten, denn die Substanz an sich ist gut genug, mit den begeisternden und einnehmenden optischen, auditiven und schauspielerischen Glanzlichtern mitzuhalten, so gibt es nicht wenige Szenen und Einstellungen die schlichtweg genial sind und den Zuseher beeindrucken oder aber mindestens beschäftigen. Eh ein Film der nachwirkt.

    Einen erheblichen Teil der Großartigkeit macht natürlich auch die Hauptfigur aus. Eine Figur die im Wesentlichen fremdbestimmt ist, sein Arbeitgeber sagt ihm was zu tun ist, auch wenn es eine fast freundschaftliche Beziehung zwischen den Beiden ist, in allen geschäftlichen Belangen, gleich ob legal oder illegal. Oder auch bei seinem Nebenjob als Stuntman befolgt er lediglich Anweisungen. Selbst bei den „nächtlichen Ausfahrten“, bei denen er seinen Kunden eigentlich in so vielen Belangen überlegen ist, richtet er sich letztlich nach ihnen, führt bis zu einem gewissen Grad ihre Wünsche aus, auch wenn er in der Ausführung letztlich sehr viel Spielraum für eigene Interpretationen hat. Er macht all dies scheinbar ohne damit zu hadern, welche Gefühle er deswegen hat und welche Gedanken, das erfährt der Zuschauer nicht, er scheint allgemein so cool zu sein dass es den positiven Touch dieser Begrifflichkeit fast sprengt und an Teilnahmslosigkeit und steriler Funktionalität grenzt. Der positivmöglichste Eintrag in seinem Arbeitszeugnis ist ihm sicher. Doch dann lernt er durch eine Zufallsbekanntschaft zwei Menschen kennen, bei denen er nicht der Befehlsempfänger sondern der Leitwolf ist, sie benötigen seine Präsenz und seine Unterstützung, ganz besonders dann wenn ihnen dies gar nicht bewusst ist. Dadurch entwickelt sich eine Beziehung für die es keine sprachliche Zuordnung gibt; es ist tiefer als eine reine Freundschaft, gleichzeitig aber unschuldiger als eine gewachsene Liebe. Und insbesondere er profitiert davon, kann seinen Alltag, selbst wenn dieser gar nicht besonders negativ verläuft, wegschieben und zeigt in diesen wenigen Momenten auch mal schon erlösende Emotionen. Was vorher war, wie er zu dem wurde was er ist, darüber erfährt man fast gar nichts. Es geht nur um das hier und jetzt. Dass es zu dieser Figur einen gerade zu bestens geeigneten Darsteller gibt ist sicher einer der größten Geschenke an den geneigten Filmzuschauer des noch jungen Jahrtausends. Andererseits macht er es einem damit nicht leicht bei künftigen Produktionen nicht immer wieder den Driver zu sehen. quod erat demonstrandum

    Und es gäbe sicher noch viel über die Figuren, insbesondere den Driver, und die Geschehnisse zu philosophieren, was aber letztlich an fehlender Zeit und Geistesgröße scheitert.

    /Achtung, der folgende leicht homoerotische Abschnitt könnte für zarte Gemüter anstößige Inhalte enthalten, lesen auf eigene Verantwortung/
    Im Übrigen war ich während der Sichtung stellenweise in einem Zustand der dem eines frühpubertierenden Mädchen welches seinem großen Schwarm zukreischt nicht unähnlich ist; also auf RG bezogen. Oder um es anders auszudrücken, wenn ich weiblich wäre und attraktiver, der Junge wäre sowas von nicht sicher vor mir und ich würde erst ruhen wenn ich ihn wenigstens einmal flachgelegt hätte. So faszinierend heiß und dabei doch so unterkühlt unnahbar.//

    Dabei gibt es etliche Szenen die einfach großartig gefilmt sind und dem Zuschauer zum Erfreunis präsentiert werden. Könnte mehrere aufführen, beschränke mich aber mal auf eine recht banale, die als der Driver in die Tiefgarage fährt kurz nachdem Cook und einer seiner Schläger Standard verprügelt haben, die Beiden immer im Auge steuert er zielgenau auf den Parkplatz zu, herrlich von der Kamera aufgenommen. Sowas bleibt im Gedächtnis, und solches gibt es wie erwähnt mehrfach.

    Dabei will ich aber auch nicht unerwähnt lassen, dass es eine Szene gab, die mich ziemlich ratlos zurückgelassen hat, der erste Einsatz des Hammers; wie scheinbar unberührt und erstarrt die unverhüllten Damen dasaßen. Sicher kann man sich die Gründe in gewisser Weise zusammenargumentieren, aber wirklich deuten kann ich es nicht. Aber vielleicht soll oder gar muss es ja auch so sein, und jeder hat so seine persönliche „Problemzone“ an und mit dem Film, das muss ihn ja nicht zwingend schlechter machen, sondern in vorderster Linie erstmal interessanter und nachdenkenswerter.

    Insgesamt ist Gewalt auch so ein Thema. Auch wenn letztlich auf explizite Darstellungen verzichtet wird, wird sie doch in einem gewissen Maß ästhetisiert bis zur Schmerzgrenze und wird ob der Umstände vom Zuseher bedenkenlos gutiert, was in vielen Actionfilmen der Fall ist wenn der „Gute“ zuschlägt, erschießt oderwasauchimmer; aber dieser Film schafft es immerhin im Nachhinein diesen meist wie selbstverständlich hingenommenen Umstand mal zu hinterfragen. Gewollt oder nicht, bei mir bewirkte er dies jedenfalls.

    Kurz noch ein Wort zum Handlungsort, LA ist nun nicht gerade einer meiner bevorzugten Schauplätze, abgesehen vielleicht von Hollywood itself fasziniert mich daran herzlich wenig, aber ich finde dennoch dass diese Stadt der ideale Handlungsort für die Geschichte, für den Film ist. Ganz kurz sei noch die gute bis sehr gute Musikauswahl und deren Einsatz erwähnt, die wenigen aber sehr mitreißenden "Action"sequenzen und dass mich Mulligan an Michelle Williams erinnert hat.

    Ein Film der wohl nicht für jeden geschaffen ist, weder für den Mainstream noch für den reinen Kunstfilmliebhaber; aber ich möchte da keine der genannten Gruppen verteufeln o. ä., es kann halt nicht immer passen, muss es auch nicht, ist halt schade wenn der Film nicht auf breiter Basis die Aufmerksamkeit erhält die ihm, meiner Meinung nach, zusteht. 9/10
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  4. #194
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    AW: Drive (2011)

    @Kalervo: Schöner Text. Hat mir auch nochmal ein paar neue Aspekte erschlossen, danke.

    Zitat Zitat von Kalervo Beitrag anzeigen
    Im Übrigen war ich während der Sichtung stellenweise in einem Zustand der dem eines frühpubertierenden Mädchen welches seinem großen Schwarm zukreischt nicht unähnlich ist; also auf RG bezogen. Oder um es anders auszudrücken, wenn ich weiblich wäre und attraktiver, der Junge wäre sowas von nicht sicher vor mir und ich würde erst ruhen wenn ich ihn wenigstens einmal flachgelegt hätte. So faszinierend heiß und dabei doch so unterkühlt unnahbar.
    Die Diagnose lautet hier natürlich auch: Man-Crush.

  5. #195
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: Drive (2011)

    Danke ebenfalls. Nachdem ich nun meine Gedanken geordnet und zu Papier gebracht habe kann ich auch dieser Tage Euren Podcast zum Thema anhören; rechne da auch mit weiteren und neuen Aspekten.


    Zitat Zitat von Daniel
    Die Diagnose lautet hier natürlich auch: Man-Crush.
    Gibt's da was von Ratiopharm? Wobei, ich lasse das mal unbehandelt und lebe einfach damit.
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  6. #196
    Regisseur Avatar von laertes
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    AW: Drive (2011)

    oder du kommst auch nach berlin zur berlinale und besuchst das schöne schöneberg

  7. #197
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    AW: Drive (2011)

    Ach Du meinst da falle ich nicht mehr auf!? Na ich denk' mal drüber nach, noch habe ich es im Griff.
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  8. #198
    Regisseur Avatar von laertes
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    AW: Drive (2011)

    genau, da fällst du nicht auf, zumal um den nollendorfplatz herum, außerdem gibt es da jede menge anlass für men-crushes

  9. #199
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: Drive (2011)

    Na ich weiß nicht, gegen RG haben die eh keine Chance.
    Es kracht, es zischt, zu seh'n ist nischt

  10. #200
    Tet
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    AW: Drive (2011)

    Eine andere sehr interessante Sache ist mir auch direkt aufgefallen. Der Film DRIVE ist eigentlich eine Kinoversion der TV Serie DEXTER.
    http://millus.kulando.de/post/2012/0...k-dexter-kopie


    I will hurt you for this. The day will come.
    Your joy will turn to ashes and you will know the debt is paid.


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