Jungregisseur Koen Mortier, eine der authentischsten Stimmen des modernen Kinos, folgt seinem von der Kritik hoch gelobten Debüt film Ex-Drummer mit einer existentiellen Mediation über das Leben. 22. Mai ist ein Film, der es wagt, unbequeme Fragen über die Grenze zwischen Schuld und Unschuld zu stellen. Der Film vereint Mortier erneut mit Sam Louwyck, der in Ex Drummer sein explosives Spielfilmdebüt als Hauptdarsteller hatte.
sooo viel bock drauf!
Right. It's nine o'clock. They're probably home watching the X-Files.
Keyzer?...
If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)
Schon in den ersten Minuten erkennt man die Handschrift von Ex Drummer-Regisseur Koen Mortier. Knapp 10 Minuten beobachtet der Zuschauer einen Mann auf dem Weg zur Arbeit ohne einzenen Schnitt und ist begeistert von der famosen Kameraarbeit, die in dieser Szene in einer grandios inszenierten, dreckigen Explosion gipfelt. Was daraufhin folgt ist allerdings alles andere als leichte Kost, denn nach dem gezeigten Attentat auf ein Kaufhaus, nimmt das Geschehen surreale Züge an und der Zuschauer erlebt mit der Hauptfigur immer wieder die letzten Minuten dieses Anschlags und begleitet in den Episoden die jeweiligen Teilnehmer und deren Motivation. Das Ganze ist dabei weiterhin gut gespielt und inszeniert, doch hinter einigen der gezeigten Erklärungsansätze befindet sich doch eine Menge heißer Luft, so dass sich der Film trotz einer kurzen Laufzeit von 88 Minuten gehörig zieht. Zwar wird der Zuschauer mit einer fast schon epischen Schlusssequenz noch einmal richtig umgehauen, doch das genügt am Ende leider nicht um für ein zweites großes Highlight in Mortiers noch junger Karriere.
Life ain't about how hard you can hit. It's about how hard you can get hit and keep moving forward.
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