glück gehabt! bin um das cover...
...fünfmal rumgeschlichen, bevor ich roger eberts lobenden spruch bemerkt habe. schon wieder so eine scheiß vater-rächt-tochter-story, dachte ich mir, aber wenn ebert den gutheisst, dann muss was dran sein - weshalb ich den film dann aber doch mitnahm.
und angenehm unangenehm überrascht wurde. david schwimmers trust lenkt den fokus nicht auf die ermittlerarbeit und auch nicht auf einen etwaigen brutalen, primitive rachegelüste befriedigenden rachefeldzug des vaters, sondern auf die seelischen und sozialen folgen eines sexuellen missbrauchs für die geschädigte, ihre familie, ihre freunde und ihr umfeld. dabei bleibt der film, obgleich stets spürbar eine relativ glatte amerikanische produktion, immer realistisch und lebensnah und lässt seinen figuren zeit, sich zu entwickeln und mit dem geschehenen umzugehen. trust ist also alles andere als ein haudrauf-actioner, sondern eher eine art psychologische beobachtung, zu dem das alternative cover wesentlich besser passt:
die schauspielerleistungen sind erwartungsgemäß gut, allein die namen catherine keener und clive owen sprechen für sich, wobei aber vor allem liana liberato hervorsticht, die den trotz und die verletzlichkeit eines pupertierenden teenies überzeugend darstellt.
alles in allem ein sehenswerter film. und vielleicht hat das cover ja doch sein gutes, wenn nämlich eine für das thema möglicherweise nicht allzu sensible klientel mit der problematik der internet-predatoren konfrontiert und zu erhöhter wachsamkeit motiviert wird.


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