Ohh und wann kommt ein Film über/in Stockholm von Allen?
Kalervo, falls das jetzt irgendeine Bezogenheit auf den von mir kürzlich geposteten Beitrag haben sollte, möchte ich Dir da nur näher bringen dass mein Avatar-Bild rein als Satire zu der Fernsehshow dient. Irgendeine Art von 'Fabel' zu irgendeinem Tier soll darunter nicht zu verstehen sein, außer dass ich sie esse natürlich. Nicht unbedingt eine Katze, außer im Rahmen eines fiktionalen Notstandes selbstverständlich.
Geändert von Zonk (24.04.2012 um 23:58 Uhr)
Ne, hat mit Dir überhaupt nichts zu tun (keine Ahnung wie Du darauf kommst). Bezog sich auf den Post genau über/vor meinem.
Sollte ich mich auf einen Post beziehen der sich nicht direkt darüber/davor befindet, würde ich schon mit entsprechender Zitatfunktion arbeiten um es klar und unmissverständlich zu machen.
I hate when cashiers ask "Is that everything?" Uh no Bitch, I'd also like all this invisible shit...
Was nicht ist kann ja noch werden Kalervo![]()
Zusammengeschrieben: Lesbares » Blog Archive » Die römische Tragödie
Am Donnerstag kommt To Rome with Love in die deutschen Kinos. In Italien lief der neue Film von Regisseur-Eichhörnchen Woody Allen bereits im April an - und provozierte vor allem bei linken Intellektuellen wilde Proteste. Aber wie authentisch muss eine romantische Komödie eigentlich sein?
Ich war erst ein paar Wochen in Palermo, als ich erfuhr, dass der Filmstart von Woody Allens Romprojekt nahte. Die Bilder des wundervollen Midnight in Paris in bester Erinnerung, raffte ich meine spärlichen Italienisch-Kenntnisse zusammen und kaufte mir ein Ticket. Das wird toll, dachte ich mir.
Toll ist er nun nicht geworden. Aber erwartunsgemäß nett. Erwartungsgemäß vor allem, weil Allen im Prinzip stets die gleiche Geschichte erzählt, nur Orte und Schauspieler variiert und ein paar feine Ideen einbaut - in diesem Fall verkörpert durch den ironischen Handlungsstrang um Roberto Benigni.
Gefallen hat mir, dem Teilzeitsizilianer, der Film vor allem, weil die italienische Urlaubsstimmung aus jeder Pore trieft. Andere finden das zum Heulen. Allens Kollege Carlo Verdone hält To Rome with Love für einen feuchten Touristentraum (Vorsicht: Italienisch!). Und er ist nicht der einzige.
Thomas Migge nahm den Film fürs Deutschlandradio auseinander und zählt in seiner Kritik auf, was vielen vor allem italienischen Linken (darunter Dario Fo) so aufstößt: Allen habe quasi vor sämtlichen unübersehbaren Problemen der ewigen Stadt die Augen verschlossen, einen puren Werbefilm gedreht.
Der Regisseur selbst sieht sein Werk als Liebeserklärung, weil er - typisch amerikanisch - Stadt und Land verfallen ist. Aber ist das verwerflich? Wie viel Dokumentation muss in einem harmlosen Unterhaltungsfilm stecken? Wie viel Kritik muss sein, erst recht in einem eher seichten Werk?
Man kann alles politisieren, in vielen Fällen sollte man es auch. Kunst mit Anspruch ist ohne Aussage kaum etwas wert, nur ein schnöder Beitrag zum vor sich dahindümpelnden Allerlei. Allens Anspruch aber ist bescheiden: er will unterhalten, ein bisschen Glitter verteilen.
Dazu bedarf es keiner hundertprozentigen Authenzität, nicht mal neunzig- oder achtzigprozentiger. Die Schlachten um Wahrheit werden anderswo geschlagen. Und wer sich allein von Filmen wie diesem sein Weltbild kreieren lässt, dem ist ohnehin nicht zu helfen.
Geändert von David_Aames80 (27.08.2012 um 23:38 Uhr)
Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.
Sie kritisieren, dass er ein Rom zeigt, das nur in den verqueren Köpfen amerikanischer Touristen existiert. Ein Postkarten-Rom. Das stört sie wohl vor allem, weil Woody damit denjenigen in die Karten spielt, die in Rom die Fäden ziehen und sich einen Scheiß darum scheren, wenn die Stadt verkümmert. Die könnten ja sagen: Seht her, so ist Rom, die Linken sind nur Schwarzmaler. Da blutet das kämpferische italienische Intellektuellenherz. So oder so: es ist in meinen Augen reine Politik.
Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.
ich habe mir den film noch nicht angesehen, kann mir aber gut vorstellen, dass das so zutrifft. dann würde eine etwaige aussage allens, er habe keinen politischen film drehen wollen (was mit sicherheit zutrifft, da es auch hier bestimmt wie so oft bei ihm in erster linie um paarbeziehungen geht), nichts daran ändern, dass der film eine politische bedeutung hat. und das wiederum halte ich - genau wie schon im dark knight rises topic andiskutiert (wobei die politische brisanz dort noch klarer auf der hand liegt) - für einen wichtigen punkt: dass ein regisseur sich der politischen sphäre seines werks nicht entziehen kann und es auch nicht versuchen darf. über diese problematik muss ein regisseur sich immer gedanken machen.
wenn man sich indes allens übriges werk anschaut, kann der umstand des ausblendens sozialer ungleichheiten und wirklichkeiten nicht wirklich überraschen: die lebensumstände und wirtschaftlichen verhältnisse seiner hauptfiguren (diese traumhaften wohnungen!!!) sind immer weit überdurchschnittlich und soziale probleme kommen allenfalls am rande und dann auch nur glattpoliert in seinen filmen vor. ihm geht es eher um die psychologischen aspekte der menschlichen persönlichkeit, die eben auch bei wohlhabenden und reichen anzutreffen sind.
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