Tja, nachdem Mr. Shyamalan in Hollywood mit seinem Sixth Sense eingeschlagen hat wie eine Bombe war es ja eine eher undankbare Aufgabe an diesen Mega-Erfolg anknüpfen zu müssen. Adel verpflichtet, bahnbrechende Debüts auch, und wäre Unbreakable deutlich schlechter gewesen als sein Erstlingswerk, wäre das wohl ein deutliches Eintagsfliegensymptom gewesen. Unbreakable ist aber nicht deutlich schlechter als The Sixth Sense, ich bin mir noch nicht mal sicher, ob der Film überhaupt schlechter ist. Über Shyamalans Fähigkeiten als Regisseur braucht man denke ich nicht zu diskutieren, Unbreakable ist ebenso genial inszeniert wie sein Vorgänger, hier geht er aber noch etwas verspielter mit der Kamera um. Trotzdem stimmen die unkonventionellen Shots immer mit dem Geschehen überein - interessant wird es bei ihm immer, wenn Kinder auf der Leinwand auftauchen, so z.B. ganz zu Beginn, als die Kamera im Zug zwischen den Sitzen hin und her fährt, um uns abwechselnd beide Gesprächsteilnehmer zu zeigen.
Die Story lässt sich zwar mit The Sixth Sense vergleichen, ist letztenendes aber doch etwas komplett anderes. Beide Filme beginnen mit einem Unglück, welches einen Prozess der Selbsterkennung auslöst. In beiden Filmen hat die Hauptfigur jemanden, der ihr bei dieser Selbsterkennung hilft und ihr einen entscheidenen Schritt voraus ist. Beim Finale des Films wollte Shyamalan offensichtlich den Vorschlaghammer-Effekt des Sixth Sense wiederholen. Das gelingt nicht ganz, aber dennoch lässt das Ende den Rest des Films in einem anderen Licht erscheinen. Und es wirft noch eine grundsätzliche Frage auf: Ist das Gute vom Bösen abhängig und umgekehrt? Wird das Gute überhaupt erst durch das Böse erschaffen? Die Hauptfigur hat zwar ihre Bestimmung gefunden und kann ihre Fähigkeiten einsetzen um Gutes zu tun, aber das war eben nur durch die Existens des Bösen möglich. Wie wird David Dunn mit dieser Tatsache umgehen? Genau diese elementare Konzeption der Story lässt den Film auf den zweiten Blick besser erscheinen als auf den ersten, oberflächlichen. Und deshalb ist er auch nicht schlechter als The Sixth Sense. Nur anders.



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