Um zu einem halbwegs friedlichen Abschied zu kommen:
@Dedalus
Es stimmt! "Kontext" kann ein Allerweltswort sein. Ich beziehe mich hier etwa auf die "Theory of Literature" von Wellek/Warren, die von einem "intrinsic" (immanenten) oder einem "extrinsic" (einem nicht genau definierten kontextualen) Zugang zu einem Werk redet. - In meinen Augen gehört beides zusammen, wobei ich stets nach dem für mich relevanten "kontextualen" Punkt suche, der mich persönlich an ein Kunstwerk im positiven oder negativen Sinne heranbringt (die problemgeschichtliche Annäherung erlaubt den Einbezug biographischer, "zeitrelevanter" oder rezeptionsbezogener Aspekte). Ich habe in den Filmen in meinem mittlerweile gelöschten FTB gezeigt, wie mich einmal eine Thematik, dann wieder die vieles aufzeigende Biographie einer Darstellerin oder das Einbetten in eine Bewegung zu einer anschliessenden immanenten Betrachtung eines Films bewogen.
Aus diesem Grund halte ich es schlicht für billig und selber eine Auseinandersetzung verweigernd, wenn ich der Pauschalisierung bezichtigt werde, weil ich feststelle, dass der Begriff "cool" äusserst diffus ist und alles oder nichts aussagen kann, da er sich bloss auf das Immanente bezieht.
Um in diesem Zusammenhang auch kurz die Frage von Bob miteinzubeziehen: Ich nähere mich Filmen wie "Pulp Fiction" für mich notwendigerweise vom Rezeptionsaspekt her an (was für andere nicht stimmen muss, dann aber nicht mit der Worthülse "cool" weggefegt werden kann). Ich tue dies nicht, weil ich Anhänger einer "Killerspiele-sind-gefährlich"-Fraktion bin. Es scheint mir im Gegenteil, Filme, die (wie etwa LOTR) ein einfaches Schwarz/Weiss-Denken befriedigen oder Gewalt zur hochstilisierten Kunstform machen, würden neben harmlosen Liebhabern (zu denen ich euch durchaus zähle) vor allem bereits geprägte Fanatiker jeder Couleur anziehen, die sich dann in ihrer verbalen oder physischen Gewaltausübung bestätigt sehen (man weiss etwa, dass LOTR in der Schweiz Rechtsextreme und fundamentalistische Christen in Massen anzog; Tarantino findet neben anderen Brutalo-Filmern wohl nicht nur in den Staaten gerade unter gewaltbereiten Extremisten erstaunlich viele Anhänger, die sich in Deutschland durch seine mir schon vorher bekannte Anbiederung an die Riefenstahl "verstanden" fühlen - "ey, mann, wir sind ja Künstler, wenn wir Leute zusammenschlagen!"). - Meiner Annäherung könnte man einiges entgegensetzen, aber sicher nicht den Pauschalisierungs-Vorwurf, weil ich das Wörtchen "cool" nicht als befriedigend empfinde.
Dies als Antwortversuch. Und nun macht's gut! Ich bin vermutlich - ohne dies tragisch zu nehmen - tatsächlich zu "gruftig" für euch. - No offense!


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