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Thema: Signs (Signs - Zeichen)

  1. #61
    Regisseur
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    Signs (Signs - Zeichen)

    Natürlich muß der Film die Alien-Invasion als gegeben und als echt hinnehmen, sie dient ihm ja letztlich als Grundlage für den Spannungsaufbau und für die apokalyptische Situation in der die Familie wieder zueinander findet. Selbstredend ist Shyamalan keineswegs interessiert an einer plausiblen Lösung der "Kornkreis-Frage" (das wäre IMO ein ziemlich langatmiger wissenschaftlicher Diskurs über Energieströmungen usw. geworden) oder daran, sich mit außerirdischem Leben zu befassen. Er wählt schlichtweg den einfachsten, letztlich sogar klischeenächsten Weg um seine Geschichte zu erzählen, die sich ganz um die Familie dreht. Aliens, Kornkreise und Invasionen spielen da kaum eine Rolle. Allerdings würde auch ich sie nicht als "McGuffin" allein bezeichnen, da sie ja dann doch für die filmischen Aspekte des Films eine ganz entscheidende Rolle, wie ich oben schon beschrieben habe.

    Außerdem halte ich es für durchaus realistisch, daß die Bewohner der ländlichen Gegegenden wie paralysiert wirken. Was sollten sie auch großartig tun? In den Nachrichten hören sie, daß die Invasoren schon überall sind, und sie sehen letztlich ihre einzige Chance darin, sich "einzusperren" und zu hoffen; zu glauben nämlich. Darauf, daß "da oben jemand ist, der uns beschützt", wie Hess es an einer Stelle formuliert.

  2. #62
    Regisseur Moderator Avatar von Matt
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    Signs (Signs - Zeichen)

    Habe jetzt endlich Manoj Night Shyamalan's "SIGNS" gesehen.
    Ich weiß es hat ein wenig gedauert, und ich bedauere es jetzt schon ihn nicht im Kino erlebt haben zu können. Hab es einfach verpasst und ehrlich gesagt war ich nicht so interessiert am Thema.

    Wieder einmal widmet sich Shyamalan dem paranormalen Metier, und dieses meistert er wie kaum einer vor ihm. Schon "The Sixth Sense" und "Unbreakable" konnten mich beide vollends überzeugen. Und "Signs" reiht sich gottseidank(!) erfolgreich dazu ein.

    thoughts about signs:

    Ein Film bei dem schon von den ersten Minuten an klar ist das es hier primär nicht um diese mysteriösen Korkreise geht, auch nicht um die später auftauchenden außerirdischen Lebensformen, sondern um einen Vater der den Glauben an sich, seine Familie und vor allen Dingen Gott verloren hat. Weil Gott seine Frau nicht schützen konnte als es dringend nötig war, ist er vom Glauben abgefallen. Er betet nicht mehr, und er ist aus der Kirche ausgetreten und hat seinen Job als Priester hingeworfen.

    Und in dem ganzen Film geht es Shyamalan doch garnicht darum zu erklären warum diese Außerirdischen auf die Erde kommen, was deren nähere Absicht ist, darum bleiben wir im Unwissen. Deswegen kann ich diese ganzen Diskussionen darüber auf der vorangegangenen Seiten absolut nicht nachvollziehen, und finde sie für mich vollkommen unrelevant. Es geht auch nicht darum diese Kornkreise in Verbindung mit den Fremdlingen zu bringen, z.B. als deren Topographie und Landungshilfe für ihre Schiffe, darum geht es absolut nicht.

    Syhamalan setzt die Ankunft dieser fremden Besucher eher in den Hintergrund, und das einzige was wir darüber erfahren sehen wir in kurzen Fernsehberichten die aus aller Welt ausgestrahlt werden. Das reicht auch. Es reicht um genügend Angst zu verbreiten, um Leute zu verschrecken und um eine ungeheuer intensive Spannung zu verbreiten. So gekonnt hat dieses Syhamalan selbst in "The Sixth Sense" und "Unbreakable" nicht geschafft. Die Inszenierung finde ich von daher einzigartig und schlichtweg gesagt genial. Der Einsatz der Kamerfahrten, der Einsatz der Musik, diese subtilen Schockmomente, die unaushaltsame Stille zwischen den schnelleren Szenen, diese minimalistischen Gesten in den Gesichtern der Familienmitglieder. Ich kann den Zweifel den Graham Hess hat in seinen Augen sehen. Wie Hitchcock zuvor konzentriert sich Syhamalan nur auf die Geschichte, schweift nur gelegentlich und sehr kurzfristig zu anderen Schauplätzen, und sei es auch in Träumen der verschiedenen Personen. Es ist und bleibt ein gekonntes Kammerspiel das stark an die Filme des "Master-of-Suspense" erinnern.

    Obwohl die Welt vor einer bevorstehenden Veränderung großer Tragweite steht, vielleicht sogar vor dem endgültigen Ende, der Apokalypse - zeigt Shyamalan zu diesen Stunden als die Besucher kommen nur eine der unzähligen Geschichten die sich an diesem Tag zugetragen haben. Er bindet den verlorenen Glauben von Graham, und die Religiösität stark mit Symbolen in den Film ein. Das zeigt sich in den Kamerafahrten, in Symbolen im Haus selber, und natürlich in allen Dialogen die Hess zwischen seinem Bruder Merrill und seinen beiden Kindern führt.

    Es ist schön mal wieder einen Film zu sehen wie sie Regisseure ala Hitchcock damals verwirklichten, einen Film der "alten Schule" sozusagen. Schon ab den Vorspann musste ich direkt an Hitchcock denken, das wurde dann im Laufe des Filmes durch die "kammerspielartigen" Szenenbilder, aber auch großteils durch den Einsatz der Musik, verstärkt. Ein Großteil des Films spielt sich ja doch im Haus der Familie Hess ab. Wie wundervoll Shyamalan es versteht die Musik, verschiedene, normalerweise unbedeutende, Geräusche in den Vordergrund der Spannung vieler Szenen zu setzen. Sei es das Geräusch der Windspiele vor der Tür, der bellende Hund, das Streifen des Windes durch die langen Kornfelder, das ist genial! Sowas findet man in heutigen Filmen leider immer seltener.

    Wie er die verschiedenen Verhältnisse der Personen inszeniert ist sehr gekonnt. Vater und Sohn. Bruder und Schwester. Vater und Tochter. Onkel und Neffe und Nichte. Priester und Gemeinschaft. Sherrif und Priester. Und Mürder und Betroffener. (Der Regisseur in einem, wie ich finde, sehr gelungenem Cameo)

    Das Ende ist dann weniger eine Offenbarung(!) für den Zuschauer, wie es ja bei "The Sixth Sense" und "Unbreakable" der Fall war, sondern für den Hauptcharakter, für den ehemaligen Priester. Nach diesem außergewöhnlichem Erlebnis ist eines klar, niemand wird davon unbelassen und ist so wie vorher. Dieses Ereignis hat die Familie wieder näher zusammengebracht und dem Vater seinen Glauben an eine höhere Macht wiedergegeben. Für mich fühlen sich Shyamalan's Charaktere einfach echt an, man lebt in einer echten Welt auch wenn man es mit Geistern (Sixth Sense), Superhelden (Unbreakable) oder mit fremden Lebensformen (Signs) zu tun hat. Man kann die Reaktionen, Gefühle und Veränderungen innerhalb jedes Charakters, den uns der Regisseur vorstellt, nachvollziehen. Und gerade weil seine Personen so real wirken, sind die Geschehnisse die nicht normal fassbar sind auch keineswegs unglaubwürdig und wirken nie komisch.

    Und damit möchte ich meine Gedanken zu "Signs" abschließen:
    "Watching this trilogy of films from M. Night has been bliss. A trilogy about believing in the impossible. About dealing with the impossible. About living through the impossible. What a wonderful place to explore" - Knowles
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  3. #63
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    Signs (Signs - Zeichen)

    Zitat Zitat von Matt
    Es ist schön mal wieder einen Film zu sehen wie sie Regisseure ala Hitchcock damals verwirklichten, einen Film der "alten Schule" sozusagen.


    @Matt: Da ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Ich persönlich halte "Signs" für Shyamalan's besten Film. Fast beängstigend, wie hervorragend der Mann seine Filme bereits in so jungem Alter inszeniert. Ich hoffe, daß er seinen Weg erfolgreich weiter geht.
    "If you can't enjoy a really bad movie, then you don't truly love movies"

  4. #64
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
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    Re: Signs

    Die nun folgende Antwort bezieht sich auf die im "the Village"-Topic entstandene Diskussion...die ja eigentlich schon wieder beendet ist...

    Zitat Zitat von Tobias
    Zitat Zitat von TheCrow
    Zitat Zitat von Tobias
    Lieber ein Glaube an Gott als ein seelenloses Leben zu führen.
    Sorry, aber das klingt wie das Gesabbere von dem Pfarrer, der vor 3 Wochen meinen Vater beerdigt hat "Er hat sein Leben in die Hände Gottes gegeben"
    So ein Schwachsinn!!! Es war kein Selbstmord...!
    Es gibt ausser Schwarz und Weiss auch noch sehr viele Grauzonen...und Grauzonen sind in meiner Überzeugung nun mal der bessere Ort, als jegliche Extreme...
    Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl, dass ich ein seelenloses Dasein friste...was IMO auch in keinster Weise mit dem Glauben an irgendein Gott-Gebilde zusammenhängt!


    Mein aufrichtiges Beileid.



    Nein, du hast mich falsch verstanden. Mit "seelenlos" meinte ich eher ein wenig mit Leben erfülltes Leben. Wenn der Glaube einem Menschen zu Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein verhilft, dann finde ich das gut. Wenn der glaube ihnen hilft, sich über ihr Schicksal hinweg zu trösten, finde ich das auch gut.
    Das Sprichwort Glaube versetzt Berge ist in meinen Augen vollkommen wahr. Es spielt dabei eine untergeordnete Rolle, woran man glaubt. Hauptsache ist, man fühlt den Glauben - egal woran, und welcher Natur er ist - in sich - dann versetzt Glaube Berge. Es ist nun einmal so, dass die verschiedenen Religionen diejenigen sind, die die meisten Menschen mit Glauben versorgen bzw. versorgt haben. Dass dies oft missbraucht wird und noch öfter missbraucht wurde, steht außer Frage.
    Ich selbst bin nicht Atheist oder Agnostiker, gläubig bin ich auch nicht. Ich glaube einfach nur an das, woran ich glaube bzw. glauben will) Das einzige, woran ich glaube, ist mein Weg und eine allem zugrunde liegende ordnende Kraft.

    Wie du siehst, geht es mir nur um den Glauben an sich, egal, worauf er sich richtet oder woran er sich orientiert - ohne ihn ist kein Leben möglich.
    1. Danke!

    Zum Rest: dann habe ich das missverstanden...oder Du nicht glücklich formuliert, da es so in diesem Satz wirklich ein eindeutiger Bezug zum Glauben an einen Gott ist...

    Aber egal: im Grunde sind wir uns einig...auch ich zähle mich nicht zu irgendeiner Gruppierung, und sehe mein Leben als einen Weg, den ich so gehe, wie ich es für richtig halte.

    Klar hat der Glaube (in Verbindung mit einer Religion) für viele etwas, ohne das sie nicht leben könnten. Aber genau das finde ich sehr schade, da es IMO von einer gewissen Einstellung zeugt, die nicht gerade von Selbstvertrauen geprägt ist. Und sicherlich kann ein Mensch auch zu viel Selbstvertrauen haben (zuviel des Guten ist nie gut!)...deswegen meinte ich auch, dass eine Diskussion nicht allzu viel bringt...ausser man führt Sie in einer Kneipe bei einem gemütlichen Bier. Hier im Forum kommt vieles nicht wirklich so an, wie man es beim absenden gemeint hat...oder meine schriftliche Rethorik ist einfach nix wert...?

    Ich glaube auch:
    an das Energieerhaltungsgesetz...an die Evolution...daran, dass es im Leben keinen Sinn gibt, ausser dass man das Beste daraus machen sollte, etc...
    Und überzeugt bin ich davin, dass der mensch damit aufhören sollte alles erklären zu wollen. Mansche Dinge sind, wie sie sind (egal ob Vorsehung, Kismet, Ka oder sonst was als begründung oder Entschuldigung vorgeschoben werden...oder sonst was) und das ist gut so, und soll nicht weiter hinterfragt werden...solche Dinge lenken meistens nur vom Wesentlichen und Greifbaren ab...aber jetzt schweife ich wieder ab, also lass ich's mal gut sein.

    So long...
    Ich war auf einer einfarbigen Hochschule. Einer sogenannten "Üni"...
    NEU: MovieCops auf Schwyyzerdüütsch mit der "Akte 38" (21.05.12)

  5. #65
    Regisseur
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    3.841

    Re: Signs

    Zitat Zitat von TheCrow
    ...solche Dinge lenken meistens nur vom Wesentlichen und Greifbaren ab...

    Positivist alter Schule?

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