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Thema: Bowling for Columbine

  1. #71
    Regisseur Moderator Avatar von Matt
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    Re: Bowling for Columbine

    Mein Bruder erlebt das momentan ja auch selber, also was die Waffenvernarrtheit in den Staaten angeht. Es gibt eben viele Amerikaner, die schlicht und ergeifend meinen sich mit einer Bewaffnung sicherer zu fühlen. Sehr schade.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  2. #72
    Hauptdarsteller
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    790

    Re: Bowling for Columbine

    Es ist absolut unglaublich, wie borniert die Menschen in diesem Land sind.
    Sie verteufeln das Rauchen und Trinken (Alkohol), loben den Herrn und bringen Ihren Kindern das Töten (erstmal von Tieren) mit der Schusswaffe bei.
    Wochendjäger und Hobbysoldaten zeigen ihrem 10-jährigen "Neuaufguss vom Erzeugerpäarchen" wie man Leben vernichtet, und geilen sich auf Messen an Ersatzpenissen aus Stahl und Chrom auf.

    Selbst die besten Psychologen könnten diesen, über Generationen mutierten, galoppierenden Wahnsinn nicht mehr therapieren - bzw. stoppen.

    Es ist schon verwunderlich, dass es noch keinen neuen Bürgerkrieg in den USA gegeben hat. Potenzial wäre reichlich vorhanden.
    Arm gegen Reich. Schwarz gegen Weiß. Republikaner gegen Demokraten.
    Religion gegen Vernunft.

    Eine Gruppierung von religiösen Fanatikern versucht zum x-ten mal per Gerichtsbeschluss die Darwinsche Evolutionslehre von vielen Schulen zu verbannen, oder zumindest die Schöpfungsgeschichte der Bibel parallel dazu als Tatsache lehren zu dürfen.
    Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit...

    Die Streiter Gottes sind davon überzeugt, dass das Leben niemals durch einen Zufall entstanden sein kann. Eine göttliche Macht muß im Spiel sein.
    Schulen, die ausschließlich die Thesen Darwins vertreten, seien diktatorisch. Und das darf nicht sein - in der modernsten Demokratie der Welt.

    Kinder, solche Schulen braucht ihr nicht besuchen! Bleibt zuhause! Wehrt euch!...

    ...Notfalls mit Waffengewalt!

  3. #73
    Hauptdarsteller Avatar von Harvey Dent
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    Re: Bowling for Columbine

    Aus aktuellem Anlass nur ein weiterer Begriff aus dem amerikanischen Gesellschaftsleben:
    Todesstrafe

    Schwarzenegger, woran glaubst Du eigentlich?

  4. #74
    Zuschauer
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    6

    Re: Bowling for Columbine

    Hallo,

    eigentlich ist mir dieses Forum beim Lesen immer als recht ausgewogen aufgefallen, d.h. es gibt nicht nur eine Splatterfraktion oder etwas in dieser Art. Umso mehr war ich erschrocken, als ich diese ziemlich einseitige Meinung bezüglich Bowling for Columbine las. Erstens richtet sich BfC eindeutig eher an Europäer, da sie über wenig bis gar kein Hintergrundwissen verfügen. Ich bin selber kein Waffenbesitzer oder habe je eine Schußwaffe abgefeuert, aber dennoch sehe ich das völlig anders. Michael Moore stellt das amerikanische Schußwaffenrecht völlig verzerrt dar. Das fängt schon damit an, daß er die Gesetzgebung als ein, allgemeingültiges Gesetz präsentiert. Das ist aber falsch. Bis auf die verfassungsmäßige Garantie auf den Besitz einer Schußwaffe als Individuum, regeln Bundestaaten oder einzelne Counties die Schußwaffenverordnungen selber. Da tun sich auch recht krasse Unterschiede auf. In Washington oder Kalifornien sind die Waffengesetze in vielen Belangen strenger als in Österreich oder gar Deutschland. Dem gegenüber stehen Bundestaaten wie Kentucky oder Vermont, die mit einer sehr liberalen Gesetzgebung aufwarten. So ist die Rate der Verbrechen, die mit einer Schußwaffe begangen werden, zum Beispiel in Vermont wesentlich geringer als in Kalifornien. Dabei besitzen über 40% der Vermonter (heißen die so?) eine Schußwaffe und das verdeckte Tragen von Waffen ist ohne vorhergehende Qualifikation erlaubt. Das verkennt Michael Moore ebenso wie Tatsache, daß die USA nicht die internationale Statistik der Schußwaffenmorde anführt. Führend ist Südafrika, es folgen Staaten wie Litauen und auf Platz 22 sind die UA angesiedelt. Auch die ziemlich unsachliche, gefühlsduselige und z.T. extrem polemische Aufarbeitung dieses Themas ist mir sauer aufgestoßen. Es wird eine direkte Verbindung zwischen Ku Klux Klan und der NRA hergestellt. Dabei ist die NRA keinesfall rechts und bietet Kurse für Behinderte, Jugendliche und Frauen an. Besonders bei Jugendlichen halte ich einen Umgang mit Schußwaffen auf diese Weise wichtiger und verantwortungsvoller, als das Hollywood mit seinen coolen Metzel-Heros die Aufklärungsarbeit leistet. Bevor ich weiter abschweife, die NRA ist nicht einmal an die Republikaner gebunden. Nachdem allerdings der Assault Weapon Ban unter Clinton verabschiedet wurde, orientierte sich die NRA, noch stärker als unter Reagan, an die Republikaner. Lobbyisten leistet Lobbarbeit, das ist ganz gewöhnlich und zum Erreichen dieses Zieles, arbeitet man mit der Partei zusammen, mit der am ehesten ein Konsens gefunden werden kann. Zudem macht Michael Moore einen, meines Erachtens ganz entscheidenden Fehler, indem er nicht zwischen illegalen und legalen Schußwaffen differenziert. Die Überfälle in Ghettos werden einzig und allein mit illegal bessesenen Schußwaffen verübt. In Deutschland sind es über 90% aller mit Schußwaffen verübten Straftaten. Mit dieser Pauschalisierung werden unbescholtene Bürger in die Ecke mit Verbrechern gestellt. Für mich unverantwortlich, zumal 70% aller Gewaltverbrechen in den USA nicht mit Schußwaffen durchgeführt werden.

    Die Darstellung Charlton Hestons als ekelhafter Rassist ist ein Schnitzer, den ich Michael Moore beim besten Willen nicht verzeihen kann. Bei allen künstlerischen Freiheiten, Charlton Heston setzte sich früher für die Gleichberechtigung von schwarzen Schauspielern in Hollywood ein. Was er nun, schwerkrank und durch willkürliche Kürzungen entstellt, von sich gibt, kann man nicht ernst nehmen. Ein gut vorbereiteter Journalist überfällt einen alten Mann und macht ihn fertig. Das ist sehr fragwürdig, insbesondere die lange Schnittdauer von 17 (!) Minuten.

    Ich wollte nur diese Bedenken zur Sprache bringen. Ich lehne Gewalt ab, aber diese eindimensionale Darstellung finde ich nicht in Ordnung. Die Regelungen in Deutschland empfinde ich auch als vollkommen in Ordnung, aber wenn ich mir ansehe, wie ein Rambo im Urwald ein paar Vietnamesen niederballert, dies im Sinne einer guten Sache tut und von der Kamera stilisiert wird, dann sehe ich darin eine größere Gefährdung, da es eine wesentlich breitere und gefährdetere Masse anspricht. Das sehen sich nicht gefestigte Jugendliche an, wohingegen Schußwaffeninteressierte erst ein psychologischen Test durchmachen müssen (zu recht!) und einen verantwortungsvollen Umgang mit Schußwaffen erlernen.

  5. #75
    Regisseur Moderator Avatar von Matt
    Registriert seit
    19.05.2001
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    16.659

    Re: Bowling for Columbine

    Sehr interessanter Beitrag, allerdings sind Michael Moores Filme eben nicht unbedingt wahrheitsgetreu, so geht's eben bei Polemik zu. Kenne mich da überhaupt nicht auf dem Gebiet aus, konnte damals eben auch nur verdutzt und ein wenig schockiert über diese Satire lachen. Mehr aber auch nicht.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

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