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Thema: Catch Me If You Can

  1. #31
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    Catch Me If You Can

    Am Wochende kam ich endlich dazu diesen Film zusehen. Und finde ihn sehr gut. Die Story wird wunderbar flott erzählzt und lässt die Zeit wirklich wie im Fluge vorbei gehen. Allgemein fand ich seit Heartbreakers kein Film mir so wunderbar unbeschwert.
    Ich finde nur Schade das er am Ende doch noch sagt wie die Prüfung bestanden hat.
    Five-Point Palm - exploding heart technique

  2. #32
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    Catch Me If You Can

    Zitat Zitat von Silverblade

    Nur warum nur ist mir im echten Leben noch nie ein Mädchen begegnet das mit Zahnspange sooo dermaßen süß aussieht wie Franks beinahe Frau Brenda?!
    Ja, die war schon umwerfend. Wie heisst die Schauspielerin? (Obwohl ich einige kenne die ebenso gut aussehen mit Zahnspange. Wenngleich die auch nicht ganz so süß sind.

    Zitat Zitat von Silverblade

    Als im Nachspann die Einblendung "Für diese Dienste erhält Frank mehre Millionen Dollar im Jahr" erschien, ging echt ein Rauhnen durchs Kino. Unglaublich. Der Kerl hat reihn gar nichts gelernt, trotzdem gelebt wie kein Zweiter und war auch noch den Großteil seines Lebens Millionär. Wenn ich groß bin werd ich auch mal Checkfälscher. :wink:
    Das wird schwer. Immerhin verdient Frank sein Geld mit dem Patent an einem fälschungssicheren Scheck.







    Frank Abagnale Jr. hat sogar seine eigene Seite im Netz. Dort stellt er einige Dinge bezüglich des Buchs und des Films dar:

    Zitat Zitat von Frank Abagnale Jr.
    Comments from Frank W. Abagnale Concerning the book and the film, Catch Me If You Can.


    I feel it is necessary to make the following statements concerning the book and the upcoming film, Catch Me If You Can. The reasons for these statements are to provide clarification and accuracy.

    I wrote the book, Catch Me If You Can, more than 23 years ago. Obviously, this was written from my perspective as a 16-year old with the help of a co-writer (I'm now 54 and I sold the movie rights in 1980). I was interviewed by the co-writer only about four times. I believe he did a great job of telling the story, but he also over dramatized and exaggerated some of the story. That was his style and what the editor wanted. He always reminded me that he was just telling a story and not writing my biography. This is one of the reasons that from the very beginning, I insisted the publisher put a disclaimer in the book and tapes.

    It has been reported that I had written $10 million, $8 million and $5 million worth of bad checks. The actual amount was $2.5 million. I was never on the FBI's Ten Most Wanted List as this is reserved for very violent criminals who pose a threat to society. All of the crimes I committed were when I was between the ages 16 and 21. I served time in prison in France, Sweden and the United States. In the U. S. Federal Court, I was sentenced as a youthful offender because of my age at the time the crimes were committed. Even so, I was given 12 years of which I served a total of 5 years. This was considered harsh punishment then and almost unheard of today.

    I have been married for over 25 years and I am the proud father of 3 sons. When I was 28 years old, I thought it would be great to have a movie about my life, but when I was 28, like when I was 16, I was egotistical and self-centered. We all grow up. Hopefully we get wiser. Age brings wisdom and fatherhood changes one's life completely. I consider my past immoral, unethical and illegal. It is something I am not proud of. I am proud that I have been able to turn my life around and in the past 25 years, helped my government, my clients, thousands of corporations and consumers deal with the problems of white collar crime and fraud.

    I know that Hollywood has made a number of changes to the story, but I am honored that Steven Spielberg, Leonardo DiCaprio and Tom Hanks participated in the making of the movie inspired by my life. It is important to understand that it is just a movie . . .not a biographical documentary.

    Frank W. Abagnale
    September 3, 2002


    :
    Quelle: http://www.abagnale.com/facomments.html
    Well I don't want Fop, godammit! I'm a Dapper Dan man!

  3. #33
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    Catch Me If You Can

    imdb - trivia

    The episode of _"To Tell the Truth" (1969)_ (qv) (qv) shown at the beginning was an actual episode of the show involving Frank Abagnale, Jr. with Leonardo DiCaprio Forrest Gumped into it for verisimilitude.


    Hmm...soweit ich das verstehe, waren das echte TV-Auschnitte der Original Sendung die gezeigt wurden...Falls das stimmt, ist es echt ein Ansporn wieder reinzugehen und sich das genauer anzuschauen
    Mit dieser Tatsache im Kopf ist diese Anfangsszene noch cooler und "weird"er...

  4. #34
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    Catch Me If You Can

    Zitat Zitat von AndrejG
    imdb - trivia

    The episode of _"To Tell the Truth" (1969)_ (qv) (qv) shown at the beginning was an actual episode of the show involving Frank Abagnale, Jr. with Leonardo DiCaprio Forrest Gumped into it for verisimilitude.


    Hmm...soweit ich das verstehe, waren das echte TV-Auschnitte der Original Sendung die gezeigt wurden...Falls das stimmt, ist es echt ein Ansporn wieder reinzugehen und sich das genauer anzuschauen
    Mit dieser Tatsache im Kopf ist diese Anfangsszene noch cooler und "weird"er...
    LOL, ich liebe das amerikanische Englisch, wo sonst bekommt man "Forrest Gumped" als Verb präsentiert.

  5. #35
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    Catch Me If You Can

    So, nun habe ich den Film auch gesehen.

    Ich muss sagen: "Einfach schön".

    Eine Gechichte über die gesamte Länge von 140min zu erzählen, ohne das einem nur im mindesten langweilig wird, verdient Bewunderung.
    Es ist nicht dass, was man von Steven Spielberg sonst kennt. Nicht umsonst meinte mein Nachbar im Kino: "Was ist dem mit dem Spielberg los, ist der auf Drogen?"
    Für einen netten abend, im Kino an dem man eine wunderschöne, spannende, nachdenkliche und unterhaltende Geschichte erzählt bekommt, ist "Catch me, if you can" bestens geeignet.
    Es wäre kein Film, in den man unbedingt ein zweites mal rein müsste. Aber es ist ein Kinofilm, der das ausmacht, weswegen viele Menschen ins Kino zu gehen: Um einfach mal wieder gut unterhalten zu werden....
    "In der rätselhaften Welt des Kinos wächst die Feigheit proportional der Menge des investierten Geldes." - Peter Ustinov

  6. #36
    Regisseur Moderator Avatar von Matt
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    Re: Catch me if you can

    Habe letztens, nach langer Wartezeit auf die Originalfassung, auch endlich Steven Spielbergs "Catch Me If You Can" gesehen. Und ich war begeistert. Spielberg schaffte hiermit wirklich einen seiner schönsten Filme, zugleich seinen lebendigsten aber auch den wohl realistischsten. Das alte Thema der Familie, das ja nun allzu bekannt aus früheren Spielberg Filmen ist wird hier nun erneut von ihm aufgegriffen und behandelt. Was passiert wenn sich Eltern trennen, wie wichtig eine intakte Familie sein kann, welche Lösungen sich "Kinder" ausdenken um aus kaputten Familienverhältnissen zu fliehen, oder sie versuchen instand zusetzen. Der Vorspann hat mich nostalgisch in Erinnerung an die alten "The Pink Panther" Filme schwelgen lassen, soetwas hat man wirklich seit den 60iger Jahren nicht mehr gesehen. John Williams Score ist überraschenderweise sehr innovativ für diesen Komponisten, nicht so episch-bombastisch, sondern leicht und fast Jazz-haft! Zu den schnellen Bildern, dem Tempo des Filmes konnte natürlich nur solch' ein Score wirklich passen. Sehr gut inszeniert und von DiCaprio, Hanks und vor allen Dingen Christopher Walken hervorragend gespielt. Einfach ein sehr unterhaltsamer Film der intelligent erzählt ist, und von technischer Seite brilliant ist, was Schnitt, musikalischer Einsatz, Farbgebung, und auch Lichtsetzung angeht.

    Ich habe eben auch einige Rezensionen zu dem Film gelesen, und möchte hier einige sehr interessante Texte(auschnitte) veröffentlichen. Sehr interessant fand' ich beispielsweise Jonathan Rosenbaums (Chicago Reader) Verlgeiche zu Francois Truffaut's "The 400 Blows": "Like The 400 Blows, Catch Me if You Can alternates scenes of domestic strife with its lead's escalating crimes. Some scenes appear to be direct references to Truffaut: Frank, like the young Antoine Doinel, is the one to discover his mother's infidelity; a shot of DiCaprio running with a check-making machine recalls a shot of Jean-Pierre Laud doing the same with a stolen typewriter. But Catch Me if You Can is never purely an homage, and where Spielberg leaves Truffaut behind is where the film emerges as one of his most insightful."

    Worum es nun in "Catch Me If You Can" wirklich geht drückt der "Washington Post" Autor ebenfalls sehr gekonnt aus: "But Spielberg is entirely too smart for such cream-puff stuff. He does something so subtle I fear it won't be recognizable: He makes a chase movie in which you root equally for chaser and chasee. Both are imperfect human beings in search of a perfection they can't have. Both are lonely."

    Die "New York Times" über die Bedeutung der 60iger für den Film und die damalige Arbeitswelt: "To describe ''Catch Me if You Can'' (which takes its title from the autobiography of the real Frank Abagnale) as a smart, funny caper film is to ignore its strain of sly social satire. If the spine of the story is the elaborate cat-and-mouse game of Frank and Carl, the movie, written by Jeff Nathanson, is also a delicately barbed reflection on the American character and the giddy 60's ethos that allowed Frank to live out his fantasies. The 60's, you may recall, were the decade when jobs became ''gigs.'' And John Williams's uncharacteristically jaunty, saxophone-flavored score captures that spirit of frisky devil-may-care merriment."

    Und zu guter letzt möchte ich mit Roger Ebert's (Chicago Sun-Times) Fazit diesen Post hier abschließen: "The story is a good story, directly told, and such meaning as it has comes from the irony that the only person who completely appreciates Abagnale's accomplishments is the man trying to arrest him. At one point, when the young man calls the FBI agent, Hanratty cuts straight to the point by observing, "You didn't have anyone else to call."
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  7. #37
    Regisseur Avatar von laertes
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    Re: Catch Me If You Can

    aktuell von spiegel-online:

    ---

    Hochstapler berät heute Banken und das FBI
    Er war im wirklichen Leben der Trickbetrüger, den Leonardo di Caprio in "Catch Me If You Can" spielte: Frank Abagnale arbeitet heute als Berater - und schämt sich kein bisschen für seine Vergangenheit.

    Von Matthias Kaufmann


    Hamburg - "Verkäufer und Hochstapler leben von denselben Talenten. Sie bewegen sich auf einem schmalen Grat. Hochstapler überschreiten ihn - Verkäufer nicht." Frank W. Abagnale nippt an einem Pils und lehnt sich zurück. Er verkauft, heute, Geschichten und Erfahrungen. Erfahrungen von früher, als er ein weltberühmter Hochstapler war.

    Im kollektiven Gedächtnis sieht Abagnale aus wie Leonardo di Caprio. Denn der spielt ihn, in dem Film über seine Jahre als Hochstapler: "Catch Me If You Can" von Steven Spielberg aus dem Jahr 2003. Eine wahre Geschichte von einem jungen Mann, der sich sofort in jede gesellschaftliche Rolle einfühlt und die Erwartungen der Umwelt erfüllt. Der Hochstapler Abagnale war täuschend echt als Pilot, Arzt, Anwalt - ohne einen dieser Berufe gelernt zu haben.

    Heute geht Abagnale auf die 60 zu. Sein Haar ist silbrig, die Augenbrauen immer noch schwarz, die Stirn hoch. Er trägt eine randlose Brille und einen marineblauen Einreiher. Sein Auftreten ist zurückhaltend. Abagnale ist zu Gast in Hamburg.

    Er soll auf einer Veranstaltung über Sicherheitsdienste für Banken sprechen, auf dem "Kundenbindungsforum", das das Hamburger Marketingunternehmen Affinion International im schicken Gästehaus des Stromriesen E.on abhält. Diese Dienste sollen die Banken wiederum ihren Kunden anbieten und sich damit von der Konkurrenz unterscheiden. Abagnale ist ein Ex-Hochstapler, der Banken berät.

    Gute Idee. Damals, in den Sechzigern, hat Abagnale vor allem Schecks gefälscht. Das FBI, im Kinofilm verkörpert von Tom Hanks, jagte ihn dafür um den Globus. Ein lustiges Katz-und-Maus-Spiel, weil dieser junge High-School-Abbrecher so viel cleverer war als all die Agenten und Polizisten.

    Hauptmann von Köpenick am Flughafen

    Er habe damals wenig Skrupel gehabt, Banken und Fluggesellschaften zu bestehlen, gibt Abagnale freimütig zu. "Das geschah oft im Vorübergehen, weil es so einfach war", erinnert er sich. Vor allem wenn er Uniform trug oder sich als Anwalt ausgab, interessierte sich kaum jemand dafür, dass seine Schecks gefälscht sein könnten. Der Hauptmann-von-Köpenick-Effekt, wie im Klassiker von Carl Zuckmayer.

    "Meinen ersten Betrug beging ich einfach, um zu überleben." Er sagt das nicht zur Entschuldigung, sondern zur Erklärung. Abagnale war mit 16 von zu Hause ausgerissen und brauchte Geld. Die erste manipulierte Zahlkarte in einer US-Bank spülte 40.000 Dollar auf sein Konto. Das ging exakt so leicht, wie er sich das vorgestellt hatte, in "jugendlichem Übermut", wie er sagt.

    Er habe in den vorgetäuschten Berufen niemanden in Gefahr gebracht, sagt Abagnale. Überprüfen lässt sich das kaum. Die PanAm-Uniform sei einfach deshalb wertvoll gewesen, weil die Piloten der eigenen Airline kostenlos überall mitfliegen durften. Und ebenso kostenlos im Hotel untergebracht wurden. Und - zumindest damals - an den Schaltern beliebiger Fluglinien Bargeld bekamen, gegen Vorlage ihres Pilotenscheins. Und nicht zuletzt haben Stewardessen ihren Reiz.

    Zwei Jahre lang trieb er dieses Spiel. Er brauchte immer mehr Geld für seine Frauengeschichten. Das FBI jagte den "Skywayman" - vergeblich. Dann stieg er mit gefälschtem Harvard-Diplom bei einer Anwaltskanzlei ein. Als ihm das zu heiß wurde, zog er nach Georgia weiter, wo er als Arzt praktizierte.

    Verführerisch, ihm zu glauben

    "Je älter ich wurde, desto öfter hatte ich Zweifel." Er erinnert sich an eine Situation, wo er eine Bankangestellte in Frankfurt bequatschte. Er habe keine Schecks dabei, ein dummes Missgeschick, er sei gestrandet in der Fremde. Bei seiner vermeintlichen US-Bank konnte die verunsicherte Dame nicht rückfragen, wegen der Zeitverschiebung. Schließlich gab sie nach und zahlte ihm einen vierstelligen Barbetrag aus. Nachdem er die Bank verlassen hatte, habe er sich vorgestellt, wie sie ihren Job verliert. Sie hätte ja nicht mal ein gefälschtes Dokument von ihm gehabt, um sich zu rechtfertigen. Da habe er kehrtgemacht und das Geld unter einem Vorwand zurückgegeben.

    Abagnale erzählt das als launige Schnurre aus alten Zeiten. Rasch redet er sich warm, und es ist verführerisch, ihm zu glauben. Wenn seine Geschichte eine brenzlige Wendung nimmt, wippt er ungeduldig mit den Oberschenkeln auf dem Stuhl.

    Bevor er schließlich gefasst wurde, arbeitete er als Börsenmakler und lehrte ein Semester Soziologie. Absurd, aber ermittlungsoffiziell belegt. Seinem Ego haben diese Wandlungen damals einen unheimlichen Schub gegeben.

    In 50 Staaten wurde er steckbrieflich gesucht. In Frankreich schließlich schnappten die Handschellen zu. Zunächst saß er in Schweden ein, dann wurde er in den USA zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Bei der Urteilsverkündung war er 21.

    Zu der Veranstaltung in Hamburg sind Dutzende von Bankern gekommen, es geht um Sicherheit. Warum sollen diese Leute einem Ex-Häftling trauen?

    Seine Geschichte ist nicht zu Ende. 1974 wurde ihm der Rest der Haftstrafe erlassen, unter der Bedingung, dass er künftig für das FBI arbeitete. Selbstverständlich willigte er ein. Die Haft habe ihn allerdings nicht geändert, merkt er nachdenklich an. Er hätte am liebsten die nächstbeste Gelegenheit nutzen wollen, wieder das alte Spiel zu treiben. "Was meinem Leben eine neue Richtung gab, war nicht nur die zweite Chance, die man mir gab, sondern vor allem meine Frau." Ein Satz, den er ganz ohne Hollywood-Pathos über die Lippen bringt. Vielleicht zeigt sich auch darin sein besonderes Talent.

    30 Jahre beim FBI

    Seine Frau hätte ihm damals verziehen und die Treue gehalten. Und als er schließlich Vater wurde, wollte er nicht die Zukunft seiner Kinder aufs Spiel setzen.

    Als Sicherheitsexperte mit Renommee kommt er zu diesem Hamburger Auftritt. Termine wie diese absolviert er regelmäßig. Abagnale ist nicht nur der dreiste Hund aus "Catch Me If You Can". Er hat inzwischen 30 Jahre als Berater des FBI auf dem Buckel. Er bildet Agenten aus, bereitet sie auf Trickbetrüger vor. Er analysiert Unterlagen, bei denen der Verdacht der Fälschung besteht.

    Seine Spezialgebiete sind Geldwäsche und Identitätsdiebstahl. An der Rekonstruktion des Enron- und des Tyco-Skandals habe er etwa mitgearbeitet, sagt er. "Wann ist es Verbrechern genug?" Er könne die Gier dieser Manager nicht verstehen, die Abermillionen auf irrwitzigen Partys verpulverten. Abagnale hat in seiner kriminellen Karriere Schecks im Wert von rund 2,5 Millionen Euro gefälscht.

    Als Jugendlicher hat Frank Abagnale die Linie überschritten, die den Betrüger vom Verkäufer trennt. Seit der FBI-Offerte ist er Verkäufer. Auch darin ist er gut.

    Nonchalant streut er die Titel seiner Bücher ins Gespräch. Nicht allzu aufdringlich erwähnt er "Privacy Guard", das System, für das er an diesem Abend werben soll. Der Service verschickt immer dann eine SMS, wenn die Kreditkarte eines Kunden belastet wird. So kann der in kürzester Frist einen Zahlvorgang rückgängig machen. Um dieses System zu promoten, hat Sven Sahlberg, der deutsche Geschäftsführer der gastgebenden Affinion, Abagnale nach Hamburg geholt. Sahlberg lobt die Fähigkeiten Abagnales, sich auf das Publikum einzustellen: "Als es um die üblichen Sicherheitsstandards von Kreditkarten ging, hat er die Gäste zu Tode erschreckt."

    Mit dem gleichen Geschick verkauft Abagnale an diesem Abend seine Geschichten. Eine Episode nach der anderen gibt er zum Besten, das Publikum darf sich nun amüsieren.

    Bei Spielbergs Mutter im Restaurant

    Den Vorwurf, er hätte mit dem Film ein gefälliges Bild seiner Lebensgeschichte verbreitet, hat er schon oft gehört. Er tritt ihm entgegen, nicht empört, sondern fabulierend: Wie er von dem Projekt das erste Mal hörte, wie er das Studio nach dem Skript fragte, aber keine Einsicht bekam. Spielberg hatte di Caprio verboten, ihn kennen zu lernen. Doch der Jungstar tauchte in einem von Abagnales Seminaren auf und fragte ihn, ob er drei Tage lang in seiner Villa wohnen wolle. Schließlich stellte di Caprio ihm Spielberg vor. Es sei ein fröhlicher Abend gewesen, schwärmt Abagnale. Anschließend bekam er sogar einen Statistenauftritt.

    Er sei sehr zufrieden mit dem Film, natürlich. Aber der sei nicht seine Idee gewesen. Der Streifen "Catch Me If You Can" basiert übrigens auf dem gleichnamigen Buch von 1980. Autoren des Bestsellers: Stan Redding und Frank W. Abagnale.

    (Quelle: spiegel-online)

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  1. 28.12.2011, 15:27

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