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Thema: Open Range

  1. #11
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: Open Range

    Die gibts doch schon http://www.moviemaze.de/filme/781.html

    Ich kann aber auch mal meinen Senf dazu geben. Ich bin zwar alles andere als ein Westernfan, aber Costners Regiearbeiten haben mir bisher beide zugesagt und von daher hab ich mich auch mal in den Film getraut und wurde positivst überrascht. Eine schöne Geschichte mit tollen Charakteren, einer überaus überzeugenden Inszenierung und einem grande Finale! Sieht man mal vom dem eher unglücklichen und unnötigen Nebenpart mit Annette Benning ab, gibts nichts zu kritisieren. Und das sagt einer, der mit Western überhaupt nichts anfangen kann
    Life ain't about how hard you can hit. It's about how hard you can get hit and keep moving forward.

  2. #12
    Regisseur Moderator
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    Re: Open Range

    Ah ja, die meinte ich, danke.
    Ups 64%. Das ist einer der schönsten Filme, die ich seit langem gesehen habe. Gerade dieses langsame aufbauen der Geschichte und die weitreichenden Landschaften haben den Film für mich interessant gemacht.
    Was ich besonders mochte, war dieses Langsame aufbauen der Geschichte und Duvall und Costner als alternde Cowboys, die genug vom töten haben, vom Leben gezeichnet sind und nicht nur wild in der Gegend rumballern.
    Abgesehen davon ist Duvalls Rede im Saloon der Hammer! Gänsehautfeeling.
    -"Shoot him again"
    -"What for?"
    -"His soul is still dancing"

  3. #13
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    Re: Open Range

    Sattes Grün. Endlose Präirie. Weidelandschaft soweit das Auge erblicken kann.
    Wunderschöne Landschaften. Wunderschön gefilmt. Rinder und ihre Hirten. Cowboys, die schon lange keine "Jungen" mehr sind, sondern in die Jahre gekommene, harte gestandene Männer, die zuweilen mit ihrem Dasein hadern und sich fragen, ob es nicht an der Zeit wäre irgendwo seßhaft zu werden. Sonnenuntergang da hinten in der Ferne.

    We're talking Western-Country here...

    Open Range. Weites Land. Der Name ist Programm. Kevin Costner hat hier wahrhaftig eine Cowboy-Ballade geschaffen, einen Western, das ureigenste, amerikanischste Film-Genre.

    Dieser Film huldigt das Cowboy-Sein, hinterfragt es aber auch gleichermaßen.
    Die Bilder könnten nicht schöner, postkartenreifer sein. Die Schauspieler, allen voran Robert Duvall, hauchen ihren verhärteten Figuren tatsächliches Leben, ja eine tatsächliche Identität - mit allen Spuren, Erlebnissen und Narben ein.

    Der Film läßt sich Zeit. Viel Zeit seine Figuren vorzustellen, ihre Motive, ihre Geschichte.
    Aber auch die richtige "Westernatmosphäre" förmlich zu atmen.

    Eine Geschichte wird nebenbei auch noch erzählt, eine typische Gewalt-ruft-Gegengewalt-Story, eine Geschichte um Macht, Besitz, Code of Honor und nicht zuletzt dem Ruf nach Recht und Gerechtigkeit.

    Die 135 Minuten sind keine Minute langweilig, nicht einmal in der angedeuteten Liebelei Costner/Bening. Das wirkt alles andere als kitschig. Oftmals -meine Meinung- halten im Westernfilm Frauen die eigentliche Handlung nur auf, verkomplizieren, bremsen den Helden.
    Nicht so hier. Diese Nebennuance ist stimmig zum Film und zur Costner-Figur.

    Man muß allerdings schon den Western lieben um diesen hier zu genießen. Wer mit Western rein gar nichts am Hut hat wird sich eher abwenden, schätze ich.

    Hut ab vor Herrn Costner, diese Regie-Arbeit, bei der ihm nicht wie zuvor Kevin Reynolds als Co-Regie geholfen hat, ist eine Meisterleistung, besonders wenn man bedenkt, daß auch der Hauptdarsteller Costner sehr präsent im Film ist.

    Vermißt habe ich im Abspann ein "in kind memory of Michael Kamen", dessen letzte Arbeit dieser Western war, doch war sein Tod ja wahrscheinlich nach dem US-Release des Films. Doch dieser Schriftzug hätte gepaßt. Wie auch - ich muß es zu meiner eigenen Überraschung gestehen - Kamen's Musik. Diese für sich wirkt wenig westernhaft, sondern eher typisch "Kamenhaft" und könnte auch in so manch anderen Gegenwartsfilm passen mit ihren Harmonien und Melodik. Doch bereits am Anfang des Film, wenn die Kamera über die endlose, satte grüne Präirie schwelgt, erzeugt Kamen's großorchestrale Musik ein Gefühl von unheimlicher Geborgenheit, einem harmonischen "Heimischfühlen". Und genau das wollten wahrscheinlich Costner und Kamen auch erreichen. Daß man den Cowboys ein totales "Eins-Sein" mit ihrer Umgebung und ihrem Tun abnimmt; quasi ein "neulich bei ...
    aus dem Leben gegriffen" und zum zweiten den geneigten Westernfan sofort das gewohnte Terrain erspüren zu lassen.
    Kamen's Musik paßt wirklich hervorragend in den Film und zeigt sich als würdiger Schlußpunkt seines schöpferischen Lebens.

    Nebenbei sei noch das Sound-Design des Films hervorgehoben: besser die Sounds der Gewehrschüsse.
    Selten zuvor hab ich so einen "Bumms" gehört, selten zuvor hat mich ein Gewehrschuß in einem Western derart erschreckt und doch begeistert. Diese Schüsse wirken sowas von "real", sowas von satt, ja auch
    sowas von "deadly" und beängstigend wie ich es zuvor nur in "HEAT" erlebt habe.

  4. #14
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: Open Range

    Zitat Zitat von Wolfe
    Man muß allerdings schon den Western lieben um diesen hier zu genießen. Wer mit Western rein gar nichts am Hut hat wird sich eher abwenden, schätze ich.
    Falsch geschätzt, siehe oben
    Life ain't about how hard you can hit. It's about how hard you can get hit and keep moving forward.

  5. #15
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    Re: Open Range

    Zitat Zitat von Argonaut
    Abgesehen davon ist Duvalls Rede im Saloon der Hammer!
    Na dann solltest Du Dir erstmal Duvall's Rede(n) im Film "GERONIMO" anhören, dagegen ist die Rede in "OPEN RANGE" Pipifax



    Zitat Zitat von KeyzerSoze
    Zitat Zitat von Wolfe
    Man muß allerdings schon den Western lieben um diesen hier zu genießen. Wer mit Western rein gar nichts am Hut hat wird sich eher abwenden, schätze ich.
    Falsch geschätzt, siehe oben
    Nicht zwangsläufig falsch geschätzt, mein Lieber. Du bist eben auch eine Ausnahmeerscheinung

    Du wirst es nicht glauben, aber ich bin ALLES ANDERE als Costner-Fan! Hab seine letzten Filme spätestens seit diesem granatenmäßig grottigen (so daneben, daß er fast schon wieder Kult war) "CRIME IS KING - 3000 MILES TO GRACELAND", indem Costner alles andere als überzeugend rüberkam gemieden und auch davor schon selektiert.

    Costner der Schauspieler ist wirklich keine Offenbarung, um es mal gelinde auszudrücken. Früher -ganz am Anfang- als Costner noch "frisch" war und grün hinter den Ohren, bezeichnenderweise auch bei einem Western, "SILVERADO", wo er den jungen Heißsporn und Revolverhelden mimte, da war das noch anders. Auch seine Filmwahl, mit solchen Highlights wie "FIELD OF DREAMS", "BULL DURHAM", "NO WAY OUT" war, at least IMHO, lange Zeit noch okay. Aber dann gab es auch einige allzu dröge Gurken.
    Und Costner der Schauspieler ruhte sich mehr und mehr auf seinem einen Gesichtsausdruck aus. Minimalistisches Spiel beherrschen jedoch Andere - nicht ein Herr Costner!

    Gut, dann bekam er nochmal ordentlich Auftrieb, als er sich den Wolf tanzte. Wirklich ein herausragender Film, ein sehr sehr guter Western, vor allem in der Langfassung (als ob die Ursprungsfassung kurz wäre.

    Aber dann packte ihn anscheinend der Größenwahn, nicht nur als Darsteller ( "Schauspieler" will ich im Zusammenhang mit Costner nicht allzu oft sagen sondern vor allem als Regisseur. Scheinbar sah er sich als wiedergeborenes Wunderkind Orson Welles, als er sich die beiden inszenatorischen wie filmischen Super-Gaus "WATERWORLD" und "THE POSTMAN" einfallen und vom Stapel ließ. Beides ging natürlich postwendend granatenmäßig ins Wasser unter. Ab damit ins (Film-)Gurkenglas

    Aber bei "OPEN RANGE" find ich paßt die eine "Fresse" , die Costner in die Kamera zu halten vermag, hervorragend zur dargestellten Figur und erfreulich fand ich a) die Regie und b) daß sich Costner diesmal nicht allzusehr in den Vordergrund stellt sondern Robert Duvall bzw die Landschaft die eigentliche Hauptrolle spielen läßt.

    Aber nochmal etwas deutlicher als in meinem obigen Beitrag formuliert: wer mit Western rein gar nix anzufangen weiß oder kein Faible für langsame Erzählweise, ruhige Bilder hat und/oder nicht bereit ist, sich in einer typisch westernmäßigen Klischee-Story Gut-gegen-Böse oder Böser-Rindertycoon-dem-ein-Ort-gehört-gegen-unabhängige-Dahergelaufene zufrieden geben kann, was die Rahmenhandlung angeht, der kann sich furchtbar langweilen. IMO

    ICH hatte vorher selbst genau diese Befürchtung, habe mich jedoch keinesfalls gelangweilt. Ich liebe den großen amerikanischen Western seit der Kinderstube (meiner wie die des Western) , da fühle ich mich wohlig und heimisch, und ich liebe diesen Film.

    oach...allein dieses weite Land

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