Mein Gott, habe gerade zum ersten Mal das zermürbende Seelenpsychogramm "Repulsion" von Roman Polanski gesehen. Selten hat mich ein Film so mitgenommen.
Nur ein kurzer Umriss des Geschehens, die verstörende Wirkung lässt sich ohnehin nicht in Worte fassen: Geschildert werden einige Tage aus dem trostlosen Leben von Carole Ledoux, die während einer Urlaubsreise ihrer Schwester alleine in der gemeinsamen Wohnung verbringen muss. Carole ist extrem introvertiert und zu nahezu keinem emotionalen Austausch mit der Außenwelt fähig, Annäherungsversuche eines Verehrers blockt sie konsequent ab, fast alle sozialen Kontakte sind verkümmert. Der Film zeigt kompromisslos den Zerfall einer verwundeten Seele, die innerhalb der eigenen vier Wände an ihren Ängsten und paranoiden Wahnvorstellungen langsam zu Grunde geht.
Catherine Deneuve liefert hier mit Sicherheit eine der besten Darstellungen ab, die ich je gesehen habe, da ist das innere Verlorensein von Carole in jedem Blick spürbar, absolut perfekt gespielt.
Stilistisch würde ich den Film am ehesten mit "Eraserhead" vergleichen wollen, beide sind in schwarz/weiß gehalten, beide arbeiten wesentlich mehr mit Bildern als mit Dialog und beide beschäftigen sich dem Gefühl des Gefangen- und Abhängigseins in einer immer unwirklicher werdenden Umgebung, die normale Leute wohl als "zu Hause" beschreiben würden. Von einigen Details hat sich Lynch wohl auch insprieren lassen, nur dass er dann noch mit sehr viel mehr verschlüsselten Bildern arbeitete und den Zuschauer quasi komplett in den (Seelen-)Albtraum zerrt, während das bei "Repulsion" eher punktuell geschieht, wenn Carole wieder einen Schritt weiter in ihr dunkles Selbst abgleitet.
Einige hier dürften den Film ja sicher auch gesehen haben. Irgendwelche Gedanken dazu?


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