Hat von euch noch niemand "Herr Lehmann" von Leander Hausmann gesehen?
Dann starte ich eben das Topic dazu. Ich war sehr gespannt auf den Film, weil
a) ich die Buchvorlage von Sven Regener sehr mochte
b) ich den Hausmann-Film "Sonnenallee" auch sehr mochte
c) ich Detlev Buck immer gut finde
d) ich sehen wollte, wie Christian Ulmen als Schauspieler wohl ist
Alles in allem war ich sehr zufrieden. Der Film ist witzig und hat Charme, wunderbare Dialoge und ein paar nette surreale Gags. Auch ein paar schöne Besetzungs-Gags (Karsten Speck als 'Lederuschi' und Sonnenallee-Autor Thomas Brüssig als DDR-Zöllner).
Die Handlung:
ein paar Tage im Leben von Frank Lehmann, der bald 30 wird und Ende der 80er in Berlin-Kreuzberg ein Slacker-Leben führt. Seine Brötchen verdient er in einer Kneipe, ansonsten hängt er vor allem mit anderen Jungs rum und trinkt Bier.
Als eine neue Köchin in der Nachbarkneipe anheuert, verliebt Lehmann sich. Außerdem kommen seine Eltern zu Besuch und er muss zu einer Geldübergabe nach Ost-Berlin.
Aber die Handlung selbst ist eigentlich nicht wichtig. Es geht mehr um die Zeichnung von Typen, um die Beschreibung des Lebensgefühls in einem bestimmten Kiez zu einer bestimmten Zeit.
Hausmann bleibt dem Buch sehr treu, wobei er natürlich einige Stellen auslassen musste (z.B. Lehmanns Disput mit dem Berliner Busfahrer). Am besten ist der Film immer dann, wenn Lehmann sich mit anderen einen rhetorischen Schlagabtausch über alltags-philosophische Probleme liefert (z.B. ob die Kruste beim Schweinebraten überschätzt wird).
Und Christian Ulmen spielt diese Rolle wirklich überraschend gut. Man vergisst sehr schnell, dass man hier einen MTV-Moderator auf der Leinwand sieht.


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