Dogville gehört wohl zu den eindrucksvollsten Filmen, die ich dieses Jahr gesehen habe.
Lars von Trier führt im Vergleich zu den Dogmafilmen das Kino noch einen Schritt weiter an seine Grenzen indem er es auf das Nötigste reduziert und von allem unnötigen befreit. Im Stil einer Theateraufführung inszeniert, entfernt er alles wirklich alles was nicht notwendig ist und reduziert die Kulissen auf das Extremste.
Die Stadt Dogville besteht nur auf einer Bühne, auf der die Häuser mit Kreidestrichen aufgemalt ist ! Hier und da steht ein Stuhl oder ein Tisch ansonsten wird der komplette Raum der Imagination des Zuschauers überlassen. Als Folge treten die allesamt brillianten Darsteller und die Geschichte noch mehr in den Vordergrund.
Ich kann nur sagen, dass sein Konzept aufgeht. Gerade durch den Verzicht auf Kulissen entstehen einige großartige Momente, die man so nicht kennt. Von Trier betritt wieder einmal neue Wege, provoziert und deckt dem Film völlig neue Möglichkeiten auf.
Der Film ist der erste Teil seiner US & A Trilogie: Wieder einmal lässt Von Trier seine Protagonisten (diesmal Nicole Kidman als Grace) durch die Hölle gehen: Die gutmütige Grace flüchtet vor einer Gangsterbande in einen kleines Dorf in den Rocky Mountains. Nach anfänglichem Unwillen dringt sie zu den Leuten der kleinen Gemeinschaft vor: Sie verspricht jedem der Einwohner einmal am Tag zu helfen damit sie im Dorf bleiben darf. Obwohl eigentlich niemand Hilfer benötigt steigen die Arbeiten für Grace sehr schnell. Nachdem sie auch von der Polizei gesucht wird, fordern die Einwohner, dass sie nochmehr arbeitet, da die Gefahr nun größer sei. Ohne widerwillen lässt Grace alles über sich ergehen, doch schon bald wird sie wie eine Sklavin behandelt. Die Einwohner bahandeln sie respektlos und vergewaltigen sie sogar schließlich.
Die Demütigung gipfelt als sie nach einem gescheitertem Fluchtversuch gezwungen wird ein Hundehalsband zu tragen an dem eine Glocke und ein schweres Rad befestigt ist, damit sie nicht fliehen kann. Schließlich kann sie sich aber von ihren Qualen befreien. Das Ende führt uns aufgrund seiner Radikalität sehr eindrucksvoll vor Augen, wie die maßlose Gier der Einwohner das Gute in Grace zerstört haben.
Es gibt eine Menge verschiedener Deutungsmöglichkeiten, wie man den Inhalt jetzt auf das Amerikanische System projizieren könnte. Ich hoffe, dass ihn sich der eine oder andere noch anschaut. Ich kann ihn nur bedingungslos empfehlen.



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