Hi Folks,
gestern war ich erstmals auf einer sogenannten Testvorführung, bei der ein kommender Film in seiner Rohfassung einem Testpubliukum vorgeführt wird, um zu sehen, wie gut oder schlecht er ankommt. Die Karten hatte die zuständige Cosulting Firma in der Woche vorher an bestimmte Person verteilt und da das ganze für umsonst war kamen natürlich auch viele Leute und sorgten für einen vollen Kinosaal. Der Film kam von DVD und Projektor, war daher natürlich noch von etwas durchschnittlicherer Qualität, die Credits zu Beginn und am Ende fehlten auch noch, ansonsten schien der Film soweit fertig zu sein. Da der Moderator auch während seiner Eingangsrede noch nicht verraten "durfte" wie der Film heißt und schließlich die Credits fehlten, wußten die meisten Leute bis zum Schluß nicht, daß sie so eben "Mädchen Mädchen 2" sehen. Am Ende gabs dann einen mehrseitigen Evaluationsbogen, bei der man alle möglichen Bereiche des Films auf Skalen bewerten mußte und in vielen freien Textfragen genau schildern sollte, was einem gut gefiel, was einem weniger gut gefiel, was unverständlich war usw. Besonders toll war die folgende Frage: Wie gefällt ihnen der Titel "Mädchen Mädchen Teil 2?" Ich mein, was antwortet man denn auf so eine bescheuerte Frage? Ich hab ihnen dann den Alternativvorschlag "Mädchen, Mädchen, Mädchen" gemacht, was ich persönlich doch ne Spur cooler finde. Hehe. Zumindest wissen wir jetzt, daß die teilweise ja auch weniger originellen deutschen Filmtitel nicht nur den Köpfen der Mitarbeiter des jeweiligen Filmverleihs entspringen, sondern da auch echte Umfragen durchgeführt werden.
Ach ja, der Film an sich war nett. Nichts besonderes, aber nett. Für alle die den ersten Teil kennen: Es geht immer noch um drei unbedarfte Mädels, Inken, Lucy und schlag mich tot, mir fällt der Name der dritten nicht mehr ein. Diesmal sind sie ein wenig erwachsener, allesamt bereits im Studium und versuchen in München eine Dreizimmer-Wohnung für maximal 480,- Eur zu bekommen, was - alle die schon mal in München gewohnt haben können es bestätigen - eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Also die Mission hat heute etwa den selben Schwierigkeitsgrad wie damals Jules Vernes "Um die Welt in 80 Tagen". Als Hauptdarsteller wieder mit an Bord sind Diana Amft und Karoline Herfurth, nicht mehr am Start ist Felicitas Woll, die nach ihrem sensationellen Erfolg mit "Berlin, Berlin" (hat sie dafür vor kurzem nicht sogar den Grimme Preis bekommen?) verständlicherweise keinen Bock mehr auf eine weitere Teenie-Klamotte hatte. Nun neben der Wohnungssuche wird sich natürlich heftig verliebt, in regelmässigen Abständen wird auch mal genagelt, alles schon mal da gewesen. Dieser Film kommt dankenswerterweise jedoch ohne Fäkalhumor aus und das macht ihn trotz der Standardhandlung schon wieder sehr sympathisch. Am Ende fehlt vielleicht noch das gewisse etwas, aber der Rest ist durchaus unterhaltsam. Wir haben doch des öfteren gelacht.
Ich kann so eine Testvorführung jedenalls nur wärmstens weiter empfehlen. Man bekommt einen noch weit in der Zukunft liegenden Kinofilm umsonst zu sehen und darf auch noch sagen, was man daran verbessern könnte. Wenn Ihr mal die Gelegenheit habt bei sowas mitzumachen, solltet Ihr nicht zögern.


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