Fellini wollte seine Wahlheimat Rom so zeigen, wie sie tatsächlich ist - wenn Rom aber tatsächlich so ist, möchte ich niemals dorthin: In Fellinis Rom wimmelt es nur so von Verrückten, Prostetuierten, Transvestiten, schmutzigen, ärmlichen Arschlöchern, Freiern - kurz: Es wimmelt von allem, mit dem man lieber nicht in Verbindung kommen möchte. Der Film beinhaltet auch keine Story oder eine Person, der man von Beginn an folgt - er porträtiert Rom in verschiedenen Episoden anekdotischer Art und Weise. Eine Geschichte beginnt, wird aber meistens nicht zu Ende erzählt. Es sind alles nur (scheinbar) Alltagssituationen - das nächtliche Intermezzo in einem Bordell und die damit verbundenen Schuldgefühle, das Auspfeifen eines schlechten Komikers im Variete usw. - alles Dinge, die Fellini kennt. Dennoch glaube ich nicht, dass Rom tatsächlich so ist. Er zeigt es uns in bunten Bildern, verrückten Geschichten (eine kirchliche Modenschau etc.) - und er selbst ist auch dabei. Er spielt sich selbst und kommentiert das bunte Treiben. Meiner Meinung nach ist "Fellinis Roma" aber ein Meisterwerk - zutiefst abstoßend, aber auch faszinierend (und das nicht zuletzt durch die brillante Musik Nino Rotas).
Santoro.
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