da anlässlich der berlinale in letzter zeit viel über diese trilogie in den zeitungen zu lesen war, eröffne ich hiermit ein topic zum "chinesischen paten". anfangen möchte ich mit einem auszug eines texts aus der aktuellen frankfurter rundschau (von gerhard midding)...
"[...] Bei den Regisseuren der Infernal Affairs-Trilogie, Andrew Lau und Alan Mak, wird die Zweiteilung allein schon dem frenetischen Arbeitstempo geschuldet sein, mit dem das Hongkong-Kino den drohenden Vitalitätsverlust angesichts der aufblühenden festlandchinesischen Konkurrenz zu parieren versucht: Alle drei Teile hatten innerhalb eines Jahres Premiere, nach dem Erfolg des ersten wurden die Nachfolger gleichzeitig geschrieben und gedreht.
Die Duplizität ist zugleich auch ein konstituierendes Handlungselement, an dem Laus und Maks Charaktere zu Grunde gehen, die Spiegelbildlichkeit von Polizist und Verbrecher, die dem Genre seit Anbeginn innewohnt. Der Infernal Affairs-Zyklus, deren erster Teil bereits im letzten Jahr im Forum zu sehen war, verfolgt ein Jahrzehnt lang den Werdegang zweier Polizeikadetten. Ming (als junger Rekrut gespielt von Edison Chen, dann von Andy Lau) wird von einem Triadenboss als Maulwurf in die Polizei eingeschleust, Yan (Shawn Yue, später Tony Leung) wird zum Schein unehrenhaft aus dem Dienst entlassen, um als verdeckter Ermittler eben jene Triade zu infiltrieren.
Während der erste Teil in der Gegenwart angesiedelt ist und sich auf die letzte Konfrontation der beiden Widersacher konzentriert, ist der zweite als Prequel angelegt und füllt, zeitlich raffiniert verschachtelt, die diverse biografische Lücke zwischen 1991 und 2002, wobei die Übergabe der Kronkolonie an China 1997 eine zentrale Rolle spielt. Der dritte Teil changiert noch verwegener zwischen Zeitebenen, rekonstruiert den Plot des ersten aus anderer Perspektive und blendet voraus ins Jahr 2004.
Nie käme man auf die Idee, die Fortsetzungen seien nur mit heißer Nadel gestrickte Glieder einer Wertschöpfungskette. Nicht von ungefähr erinnert der epische Atem des zweiten Teils, einer Familientragödie um Ergebenheit und die Sehnsucht nach Legalität, an Coppals Paten-Trilogie. Es hat den Anschein, als hätten Lau und Mak ihren Stoff bereits akkurat als eine Trilogie angelegt, in der sich das Montageprinzip ihrer Actionssequenzen spiegelt: in der Verschiebung der Perspektiven, im Wechselspiel aus Nähe und Distanz. Die Wiederkehr des Vertrauten steht im Zeichen der unentrinnbaren Variation. In der Verschachtelung der Zeitebenen wird der Kampf zwischen Polizei und Drogenhändlern zu einem Krieg, bei dem Siege und Niederlagen nur vorläufig sind und jede neue Konfrontation auf ein Remis hinausläuft. Diese Struktur relativiert auch den jeweiligen Moralkodex der gegnerischen Parteien, die mit den gleichen Mitteln, Täuschung, Verrat und Mord, operieren.
Liebgewonnene Charaktere
Die Figuren werden zu Wiedergängern, die nach einer Schonfrist der Skrupel und Buße eine neue Chance erhalten. Gern würde man dies als Purgatorium deuten, lebt in der Drehbuchstruktur doch der alte Traum des frühen Kinos auf, der Tod habe mit dessen Erfindung seine Endgültigkeit verloren: Regelmäßig beschert die Trilogie einem die Wiedersehensfreude mit liebgewonnenen Charakteren, die in einem anderen Teil ermordet wurden. Das Ende des Erstlings - der gute Polizist Yan wird getötet, sein Gegenspieler bleibt unentdeckt - hat die weiteren jedoch auf die Tonlage eines Requiems festgelegt. Lau und Mak erzählen von seelischer Heimatlosigkeit, von vergeudeter Lebenszeit. Immer schizophrener werden die Situationen, in denen ihre Protagonisten gefangen sind, immer unendlicher scheint das infernalische Pensum, das sie in der falschen Identität absolvieren. [...]"
(Quelle: frankfurter rundschau vom 07. februar 2004)



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Hab eig. gedacht im Departed Sog wird der auch noch veröffentlich, aber ist bisher nicht der Fall gewesen. Gibt ne recht billige Import-Box (hab 20 ? für alle 3 Teile gezahlt) falls jemand neugierig ist.
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