gestern abend habe ich mir im - hauptsächlich von angehörigen des weiblichen geschlechts besuchten (was wohl an den vielen überschwänglichen empfehlungen in diversen frauen- und mädchenzeitschriften liegen mag) - cinemaxx in dresden COLD MOUNTAIN angesehen. leider hat er meine erwartungen nicht erfüllt. er ist zwar (glücklicherweise!) nicht mit VOM WINDE VERWEHT vergleichbar, wie einige kritiker meinen, aber gemessen am ENGLISH PATIENT (ein vergleich, der sein muss, weil hinter beiden die liebe thematisierenden epen anthony minghella steht) geht er eindeutig unter. vielleicht waren meine erwartungen in erinnerung dieses meisterwerks auch einfach zu hoch.
ab jetzt kommen evtl kleinereCOLD MOUNTAIN ist jedenfalls empfehlenswert für all jene, die grandiose landschaftsaufnahmen von der wunderschönen & überwältigenden ostküste der USA sehen möchten. und wer viele gute schauspieler (alles voran natürlich jude law und nicole kidman, die aber nicht ganz an juliette binoches einzigartige leistung hinanreicht) beobachten möchte (nicht: hören, denn die synchro ist relativ schlecht), dürfte auch zufrieden sein. alles in allem überzeugt COLD MOUNTAIN aber deswegen nicht, weil man seine story schon xmal gesehen hat, die liebesschwüre teilweise doch leicht zum kitsch neigen und nicht einmal der soundtrack des einzigartigen gabriel yared dies wieder auszugleichen vermag. kamera, schnitt und setting sind definitiv grandios, reichen aber für eine empfehlung nicht aus. schade eigentlich.
das einzige, was mir ansonsten positiv auffiel, war, dass minghella die frag- und sinnlosigkeit des krieges wie im ENGLISH PATIENT in einigen szenen sehr drastisch und symbolträchtig dargestellt hat - was ich ihm hoch anrechne. erinnert Ihr Euch daran, dass count almásy im deutschen flugzeug von engländern abgeschossen wird (oder war es im englischen flugzeug von deutschen? egal!)?
in COLD MOUNTAIN gibt es zwei von der aussagekraft her ähnliche szenen: zum einen locken sich die nordstaatler aufgrund eines schiefgegangenen bombardements selbst in einen hinterhalt und werden von den südstaatlern aufs grausamte abgeschlachtet. nur verwischen hier die konturen, und es ist nicht erkennbar, wer wer ist; es könnte auch genau umgekehrt sein. aber das ist ja auch egal und die eigentliche aussage dieser szene (jedenfalls meiner meinung nach).
eine andere szene ist die, in der die drei nordstaatler die allein lebende witwe vergewaltigen und ausrauben wollen, und sie dazu zwingen mitzumachen, indem sie ihr baby foltern. nachdem inman zwei von ihnen erschlagen hat, lässt er den dritten, einen jungen, sensiblen mann, der die beiden anderen von der folterung des babys abhalten wollte und auch an der vergwaltigung nicht beteiligt war, laufen. aber die beinahe-vergewaltigte schiesst ihn in den rücken. hier zeigt sich, dass es einerlei ist, welche farben, flaggen, uniformen man trägt, einerlei, welcher seite man angehört, einerlei, ob man "gut" oder "böse" ist: im krieg geht es irgendwann nicht mehr darum. es geht nur noch ums sinnlose töten. und kategorien wie gut und böse lösen sich in einer enormen grauzone auf.


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COLD MOUNTAIN ist jedenfalls empfehlenswert für all jene, die grandiose landschaftsaufnahmen von der wunderschönen & überwältigenden ostküste der USA sehen möchten. und wer viele gute schauspieler (alles voran natürlich jude law und nicole kidman, die aber nicht ganz an juliette binoches einzigartige leistung hinanreicht) beobachten möchte (nicht: hören, denn die synchro ist relativ schlecht), dürfte auch zufrieden sein. alles in allem überzeugt COLD MOUNTAIN aber deswegen nicht, weil man seine story schon xmal gesehen hat, die liebesschwüre teilweise doch leicht zum kitsch neigen und nicht einmal der soundtrack des einzigartigen gabriel yared dies wieder auszugleichen vermag. kamera, schnitt und setting sind definitiv grandios, reichen aber für eine empfehlung nicht aus. schade eigentlich.
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