Vielleicht heutzutage, das mag sein, aber ich sprach ja auch von filmgeschichtlich...![]()
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Vielleicht heutzutage, das mag sein, aber ich sprach ja auch von filmgeschichtlich...![]()
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If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)
Vor einigen Tagen habe ich diesen Film jetzt auch endlich mal gesehen. Ich fand ihn gut, Howard Hughes war wirklich ein sehr merkwürdiger Mensch, so viel Geld und sein ganzes Leben für die Fliegerei hinzugeben.
Leonardo DiCaprio hat die Rolle glänzend verkörpert, besonders nach dem Unfall und während der Gerichtsverhandlung war er großartig.
Alle, die DiCaprio noch für einen Nichts halten, wie es nach Titanic war, werden hier eines besseren belehrt!
Es ist einfach nicht wahr, dass DiCaprio vor oder während "Titanic" ein "Nichts" war. Im Gegenteil. Er beeindruckte bereits 1993 neben Robert DeNiro in "This Boys Life", wurde zurecht mit dem Oscar für "Gilbert Grape" nominiert und spielte in "Jim Carrol" auf so beängstigend authentische Weise einen Drogensüchtigen, dass Kritiker annahmen, dass er für die Rolle tatsächlich Drogen genommen hat.Zitat von Julia
Angesichts der nicht gerade tiefsinnigen Rolle in "Titanic" war sein Spiel absolut akeptabel. Der Film wurde eben nur unnötig populär und damit eben auch sein nicht wenig attraktiver Held. Aber abgesehen davon: DiCaprio gehört unzweifelhaft zu den besten Akteuren der Gegenwart. Davon zeugt schon der Umstand, dass er drei Mal von Scorsese besetzt wurde und mit Größen wie Spielberg, Allen, Cameron und Boyle zusammengearbeitet hat und neben Schauspielgrößen wie DeNiro, Keaton, Walken oder DayLewis bestehen konnte.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Rainer Maria Rilke
Das finde ich auch und es war nicht meine Meinung, dass er ein Nichts war, sondern die von vielen anderen. "Jim Carrol" gehört zu meinen Lieblingsfilmen, der ist einfach genial!
Toller Scorsese!
Hätte eigentlich gerne einen Eintrag ins FTB getippt, aber ich musste aufgrund äußerer Umstände den Film mehrmals unterbrechen...
Hatte vor dem Film überhaupt kein Wissen über Hughes, und somit konnte mich die Geschichte gleich doppelt fesseln, da ich eine solch phänomenale Biografie eigentlich nur in übertriebenen Romanen vermutet hätte.
Leo konnte mich in jeder Einstellung auf's neue überraschen, da er irgendwie immer eine andere Mimik zu den jeweiligen Situationen präsentierte, als ich erwartet hätte bzw. die man von einem "gewöhnlich gutem" Spiel erwartet. Und das, ohne auch nur ein einziges Mal aufgesetzt zu wirken (was man aber IMO von Cate Blanchett ganz und gar nicht behaupten kann).
Da fragt man sich doch am Ende des Films, ob Leo wohl noch nach Drehschluss mit dem ein oder anderem Zwang zu kämpfen hatte.
Scorsese hat hier einen Hollywood-Film par excellence erschaffen, der mich zu keinem Zeitpunkt deswegen angewidert hat. Mehr noch: Das war wie ein altes Schwelgen in jüngeren Filmtagen, in dem man große Namen auf der Leinwand noch ohne Vorbehalte genossen hat. Der letzte US-Film, der mich in dieser Art gleichermaßen begeistern konnte, war L.A. Confidential - und da ist nun immerhin 10 Jahre her.
Wenn man davon spricht, der Regisseur hätte alle Register gezogen, so wirkt das auf mich immer abwertend, denn es lässt ein verzweifeltes Bild in meinem Kopf entstehen.
Zu Aviator kann man genau dies sagen, aber hier stimmte das Timing und die Vielfalt an allen Ecken und Enden.
Der Schnitt, die Montagen, die Farbwahl - alles passend platziert und nie aufdringlich, mit dem nötigem Respekt für den eigenen Film.
Die eingesetzte CGI in Aviator mag nicht High-End-Up-to-Date-Silicon-Fucking-Valley sein, aber durch verschiedene Faktoren - erstens die filmischen Mittel in denen der Film spielt (zugegeben: Das mag eine Schönrederei meinerseits sein, aber ich finde die Idee nicht zu abwegig), zweitens ein durchgängig vorhandener Stil - passten sie einfach genauso wie sie sind.
Die Musikuntermalung hält sich zudem nicht belanglos im Hintergrund, sondern steht öfters im krassen Gegensatz zu gezeigten Bildern, oder verbindet erzählerisch offene Szenenwechsel. Sehr eindrucksvoll!
Da das kein FTB-Eintrag ist, zähle ich einfach mal noch ein paar meiner Lieblingsstellen auf:
- Der Dreh in der Luft: Hughes befindet sich bildlich im Krieg und fühlt sich an dieser Stelle bestimmt so wohl, wie an sonst keinem anderem Zeitpunkt mehr. Die Kamera zerberstet - kein Problem für Hughes, er zückt einfach seine Handkamera hervor: So bezeichnend wie viele andere Stellen für seinen unzähmbaren Willen.
- Der Flugzeugabsturz: Häuserwände zerbersten, Beverly Hills wird Opfer eines Kamikaze-Hughes. Die anschließende Szene im Cockpit, als sich Hughes befreien will, fand ich sehr beklemmend und realistisch. Lustig: Der anrennende Held! Dann noch die Frage: "Sind da noch mehr??"
Dieser Nebencharakter hat mich fast schon stutzig gemacht, werde ich bei der zweiten Sichtung mal mehr drauf achten. War da eine kleine Spur von übertriebenem Kriegsmotto zu sehen à la "Wir lassen kein Mann zurück"?
- So ziemlich alle Stellen in denen sich Hughes Zwänge offenbaren. Besonders diese, in der sich ein neuer hinzugesellt. Das ist in der Fabrikhalle, als Hughes den Mann mit dem Besen betrachtet und immer wieder das mit den Blaupausen wiederholen muss. (Ehrlich gesagt, dachte ich an dieser Stelle: Jetzt erfindet er den SteuerknüppelAber den wirds wohl schon früher gegeben haben, oder ist einfach nicht auf seinem Mist gewachsen)
Naja, ich beende diesen Post mal und nehme mir vor, nicht allzuviel Zeit bis zur nächsten Sichtung verstreichen zu lassen. Hab nämlich auch nur synchronisiert geguckt, da ich mich zur Zeit nicht richtig konzentrieren kann.
Right. It's nine o'clock. They're probably home watching the X-Files.
War es. Aber ich finde, das hat Scorsese eher kritisch gemeint. Beverly Hills ist sozusagen metaphorischer Austragungsort des beinahe kriegerischen Kampfes von Hughes gegen seine Nicht-Perfektion. Es ist fast schon ironisch, dass da dieser Soldat auftaucht um dem Ganzen noch mehr das Gefühl zu verleihen es mit einem Krieg zu tun zu haben und es ist wiederum brillant, dass auch noch das soldatische Ideal ironisiert wird.Zitat von Bob
Hach...was für ein Film. Ich liebe einfach jede einzelne Szene daran...wieviel Punkte bekommt "Aviator" eigentlich bei dir?
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Rainer Maria Rilke
Puh, also eigentlich bin ich froh, dass ich mittlerweile eine Punktevergabe in meinem FTB aufgegeben habe, da ich es einfach nicht mehr während einer Sichtung unterlassen konnte, eine gedachte "Punktefluglinie" zu verfolgen.
Ist aber mindestens eine 9, aber ich hab' noch nie einem Film beim ersten Mal ansehen die 10 gegeben (...glaube Lost in Translation ist die Ausnahme...vllt noch ein Kitano).
Werde mir nächste Woche noch den Hexenkessel zulegen, da ich mir zum Ziel genommen habe, dein Herz zu erobern.
Nein quatsch, ich will nur endlich die Scorsese-Lücken schließen, und da hat Aviator einen schönen Grundstein für die Vorfreude gelegt.
Right. It's nine o'clock. They're probably home watching the X-Files.
Na, das ist doch mal ein Ziel. Wobei ich "Hexenkessel" nie als so meisterhaft empfunden habe; man merkt doch sehr, dass das eine sehr persönliche Geschichte ist und dadurch verliert Scorsese auch irgendwie die "innere Beobachter-Position", die z.B. "Goodfellas" so faszinierend und verstörend zugleich macht. Über weite Strecken ist das eben eine typische Jugendgeschichte defekter Persönlichkeiten in einer funktionieren wollenden Gesellschaft; es geht eben um's Erwachsenwerden.Zitat von Bob
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Rainer Maria Rilke
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