Abseits von Hollywood
Unter den Filmen, die abseits der Hollywood-Studios entstanden sind, fielen zum Jahresende vornehmlich zwei Produktionen auf, die gegensätzlicher kaum sein könnten: realistische Gegenwartsbeschreibung die eine, Ironisierung des Londoner Theaterlebens der Vorkriegszeit die andere. „Maria Full of Grace“ ist die Story einer 17-Jährigen, die sich im trostlosen Milieu einer kolumbianischen Kleinstadt gegen ihren autoritären Arbeitgeber auflehnt und ein besseres Leben für sich und das Kind sucht, das sie erwartet. Wie viele andere Mädchen lässt sie sich als „drug mule“ anheuern: Sie schluckt 62 kleine Drogenpäckchen und transportiert sie in ihrem Magen nach New York. Sollte auch nur eines der Päckchen während des langen Fluges undicht werden, würde das einen qualvollen Tod bedeuten. Die Hauptdarstellerin Catalina Sandino Moreno ist eine Entdeckung, und Regisseur Joshua Marston folgt ihr mit der Kamera, ohne sie zu irgendwelchen schauspielerischen Exzessen aufzufordern. So wie Moreno einfach da ist, so sind auch die Schauplätze ungekünstelt und unarrangiert. Selten hat ein Drogenfilm die Szene derart unaufwändig und eindringlich beschrieben. Dass es der US-amerikanische Kabelfernsehsender HBO war, der den Film finanziert hat, ist ein Beispiel dafür, wie solche Projekte mehr und mehr außerhalb des Einflussbereichs von Hollywood entstehen und dabei kostspielige Produktionen wie Steven Soderberghs „Traffic“ in den Schatten stellen.
http://film-dienst.kim-info.de/artikel. ... os=artikel
hört sich doch sehr gut an.
Catalina Sandino Moreno ist ausserdem für einen Oscar nominiert.


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