Zu Melinda & Melinda
In den 70ern gehörte Woody Allen zu den meistgefeierten Künstlern überhaupt. "Annie Hall" und"Manhattan" zeichneten das Bild einer über-intellektuallisierten NewYorker UpperClass-Gesellschaft in der fröhlich über Drogen,Sex,Bergmann,Nietzsche,Parties,den Nationalsozialismus usw. geplaudert wurde.
Allens Prinzip lässt sich am einfachsten damit beschreiben, dass er eine Kamera in einem bestimmten Blickwinkel positioniert und die Figuren von hinten, durch das Bild hindurch und wieder aus dem Bild heraus, spazieren lässt während sie sich über die existenzialistischen Fragen des Lebens austauschen (so sagte das jedenfalls Billy Wilder einmal in "Hat es Spaß gemacht, Mr.Wilder?").
In den 80ern und 90ern schuf er alle paar Jahre mal ein kleines Meisterwerk:"Hannah&ihre Schwestern","Verbrechen&andere Kleinigkeiten","Purple Rose of Cairo","Bullets over Broadway","Celebrity"etc. Doch man kann nicht umhin zu sagen, dass Woody Allen seit 40 Jahren ein und den selben Film dreht, in dutzenden Variationen wohlgemerkt, doch immer zirkuliert Allen um die gleichen Themenkomplexe und hat noch immer keine Antworten parat...
"Melinda & Melinda" ist nun wieder ein solcher Film. Im Grunde passiert das Gleiche wie in fast jedem Allen-Film, nur eben einmal komisch und das andere mal tragisch.
Allen kann seinem Film nichts hinzufügen was neu wäre. Die gleichen romantischen NewYork Potraits, der sepia-Grundton, Herbstblätter draußen, NewYorker UpperClassWohnung, Selbtsbewusste Frau (Diane Keaton in dutzenden Variationen), ein Hysteriker (Woody Allen in dutzenden Variationen/diesmal Will Ferrell; bei "Celebrity" Kenneth Breanagh; bei "Bullets over Broadway" John Cusack (der beste Allen-Verschnitt muss ich zugeben)).
So zirkuliert auch "Melinda und Melinda" im ewigen Einerlei der Lebensfragen und wirkt dabei auch noch auf so gezwungene Weise europäisch, krampfig Arthouse-like und abgedroschen witzig (Bademantel in Tür eingeklemmt; das ist nicht gerade neu).
Darüber hinaus scheitert sein "Tragisch/Komisch"-Experiment kläglich, da sich beide Episoden nicht homogen ineinander fügen. Auch wenn dies vielleicht gar nicht beabsicht war, so wird es für den Zuschauer schwierig einen Bezug zu einer tragischen Figur aufzubauen wenn man noch gerade über Will Ferrels Schuseligkeit lachen durfte (umgekehrt verhält es sich ebenfalls so).
"Es gibt kein rechtes Ziel, auf das der Film hinausläuft"
Cineclub


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