Am Wochenende lieh ich mir in der Erwartung einen grauenerregnden Schocker zu sehen, "The Last House on the Left" von Wes Craven aus und wurde bitter enttäuscht. An entscheidenden Stellen brach der Film ganz einfach ab. Ich kann selbstverständlich einigermaßen nachvollziehen, dass man Gewalt-Exzesse in einer solchen Form, wie sie in "Last House on the Left" dargestellt werden, gesetzlich verpflichtet ist zu kürzen. Wenn der Film jedoch am Ende nur noch 40 Minuten dauert und in seiner Dramaturgie und Spannung unschlüssig wird, geht die Zensur eine Spur zu weit. Besonders da man ihn in jener Version, die ich zu sehen bekam, gar nicht mehr "ab 18 Jahren" einzustufen bräuchte und vermutlich unbedenklich im Nachmittags - Programm ausstrahlen könnte.
Ich persönlich kann die Zensur-Wut bezüglich 70er - Jahre - Horror - Psycho-Filme von Romero, Hopper und Craven nicht nachvollziehen, da ich ihre Darstellungsweise von Gewalt als zutiefst abschreckend und nicht verherrlichend empfinde. In deren Filme ist Gewalt "dreckig", geradezu "pervers" und "wiederlich" und dient niemals der adäquaten Problem-Bewältigung oder deren Ästethisierung. Ich kann mir auch schwerlich vorstellen, dass jemand Vergnügen bei solchen Filmen empfindet.
Wie weit darf Zensur gehen? Seid Ihr der gleichen Auffassung wie das New York Museum of Art, welches z.B. Kopien von "Blutgericht in Texas" in seine Filmsammlung aufgenommen hat und damit ein Statement setzt, welches den Splatter - Filme zur Kunst erklärt oder haltet Ihr sie generell für "dumm" oder gar "gefährlich"? Welche Splatter-Filme mögt Ihr, welche nicht?
Ich bin begierig interessiert an euren Antworten!


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