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Thema: The Fountain

  1. #11
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Zitat Zitat von Morten
    Dass du dem Film aus deiner subjektiven Sichtweise nicht magst...okay, aber dann bring mir Argumente entgegen die deine These von "Hippness" untermauern!
    Ok, ist zwei Jahre her seit Anschauen, deshalb kann ich dir nichts Detailliertes mehr anbieten.

    Interressant ist für mich, dass ich nach "Lost in Translation" zwei Filme des Herrn Jarmusch mit Bill Murray gesehen habe, letzte Woche in Broken Flowers sogar die Hauptrolle spielend. Bei LIT hab ich während des Schauens immer denken müssen, gewollt wie Jarmusch und doch nicht gekonnt. Ein bisschen Null-Story, die von dir erwähnte Geruhsamkeit, lakonische Dialoge usw. Dazu ein hipper Soundtrack mit Szenegrößen und Aufsteigern der Indie-Szene. Wieder Jarmusch. Alles reingepfeffert, was irgendwie nach dem ach so coolen Autorenkino stinkt. Was gibt's noch? Ah, irgendwann scheint Frau Coppola "Festen" oder "Idioten" gesehen zu haben. Hat sie wohl beeindruckt, diese Handkamera. Oder ums mit Jojo in Jarmuschs Night on Earth zu sagen: "It's hip, it's hot. It's the newest, latest." Super, diese Dogma-Sache. Und super in Lost in Translation.

    Ich würde mich sehr über LIT2 freuen. Dann könnte man Tokio mit Kreide auf 'nen Schulhof malen.

  2. #12
    Regisseur Moderator Avatar von Anne
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Nur weil jemand in nem Film ne Handkamera benutzt, ist das automatisch von den Dogma-Filmern geklaut? Ich bitte Dich...
    I like it. It's got that "It's-a-cruel-world-let's-throw-ourselves-in-the-Abyss"-Type ambience...

  3. #13
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Ist mir schon klar, dass die Benützung der Handkamera nicht auf die Dogma-Filme zurückzuführen sind. Und dass die Benutzung derselben nicht zwangsläufig ein Plagiat sein muss. Nur ist LIT kurz nach diesem "Danish-Cinema"-Hype entstanden, die Coppola hat das auch selber in 'nem Interview gesagt, sie habe sich davon inspirieren lassen. Alles schön und gut, darf man ja. Nur über Sinn und Zweck dieser Benutzung kann ich nur rätseln. Es war nicht essentiell, keine tiefere Bedeutung, nichts, was den Film deswegen besser, eindringlicher, ergreifender macht. Nur Staffage, ein bisschen Schmuck. So hab ich den ganzen Film empfunden: Viel Schmuck, Klinkerlitzchen. Aber hinter der schönen Fassade nur gähnende Leere.

  4. #14
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Aber hinter der schönen Fassade nur gähnende Leere.
    Ich glaube mit diesem Satz hast du unfreiwillig bewiesen, den Film in seiner Essenz verstanden zu haben, denn genau dieses Gefühl soll er ja auch erzeugen!
    Hinter der Fassade von Erfolg und Reichtum (Bill Murray) und hinter der Fassade von Jugend-Life-Style (Scarlett Johannsson) steckt nichts anderes als, wie du gesagt hast "gähnende Leere"...
    ...versuche das doch als positiv aufzufassen! Wenn es in einem Film um Langeweile im modernen Leben geht, dann kann der Film doch nicht spannend sein! Verstehst du? Und wenn es im Film um die sinnentleerende moderne Hippness-Welt geht, dann ist es doch vollkommen passend, wenn er ihre Instrumente verwendet um sie anzuklagen...
    ...ich finde diesen Kniff brillant: Die besten Filme funktionieren durch die Symbiose von Stil und Handlung.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.
    Rainer Maria Rilke

  5. #15
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Ok, vielleicht hast du mich jetzt von hinten überrollt und schachmatt gesetzt. Nach zwei Jahren totaler Abneigung ein Licht am Ende des Tunnels: Dieser Film hat doch was gutes!

    Ein Problem: Kann ja gut sein, dass das die schlussendliche Absicht des Films ist. Nur darf er dann niemandem gefallen. Tut er sehr wohl. Dann lassen sich die vielen zufriedenen Kinogänger alle von dieser Filmfassade blenden (im Ggs. zu der vom Film kritisierten Jugend-Lifestyle-Fassade, ich denke, das haben wohl die meisten verstanden). Guter Gedanke auf jeden Fall, das Konzept des Films wäre geradezu genial. Aber hiesse das nicht, LIT wäre absichtlich belanglos, als Film nicht zu geniessen? Wie Natural Born Killers wird LIT genau zu dem, was er anprangert? (Wäre natürlich viel subtiler und weniger radikal). Sind dann nicht die ganzen Auszeichnungen und Z.B. eine Oscarnominierung "Best Picture" nicht völlig daneben?

    Ich bin sehr durcheinander. (übrigens genau wie bei NBK)

  6. #16
    Ali
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Zitat Zitat von Pablo Honey
    Ok, vielleicht hast du mich jetzt von hinten überrollt und schachmatt gesetzt. Nach zwei Jahren totaler Abneigung ein Licht am Ende des Tunnels: Dieser Film hat doch was gutes!

    Ein Problem: Kann ja gut sein, dass das die schlussendliche Absicht des Films ist. Nur darf er dann niemandem gefallen. Tut er sehr wohl. Dann lassen sich die vielen zufriedenen Kinogänger alle von dieser Filmfassade blenden (im Ggs. zu der vom Film kritisierten Jugend-Lifestyle-Fassade, ich denke, das haben wohl die meisten verstanden). Guter Gedanke auf jeden Fall, das Konzept des Films wäre geradezu genial. Aber hiesse das nicht, LIT wäre absichtlich belanglos, als Film nicht zu geniessen? Wie Natural Born Killers wird LIT genau zu dem, was er anprangert? (Wäre natürlich viel subtiler und weniger radikal). Sind dann nicht die ganzen Auszeichnungen und Z.B. eine Oscarnominierung "Best Picture" nicht völlig daneben?

    Ich bin sehr durcheinander. (übrigens genau wie bei NBK)
    Wie Morten schon sagte, Symbiose aus Handlung und Stil spielt des öfteren eine bedeutende Rolle in Filmen. Dadurch werden die Filme, wie Lost in Translation nicht belangloser, weil sie eine gewisse gewollte Langeweile zeigen, sondern eher wertvoller.
    Um noch mal auf Aronofsky zurückzukommen- was ja das eigetnliche Thema hier ist :wink: In seinen Film sieht man ja auch das kongeniale Zusammenspiel aus Kamera, Soundtrack, Drehbuch, Schauspielern. In Requiem for a Dream glaubte ich auch eine gewisse vom Regisseur gewollte Langeweile zu erkennen, die u.a. durch Kameraeinstellungen, die ständig wiederholt werden, und den sich oft in vielen Szenen wiederholenden Score, unterstüzt wird. Diese Langeweile ist auch bitter nötig, denn das Leben der Protagonisten ist halt eben langweilig. Ich denke es ist sehr schwer für einen Regisseur diese Langeweile in seine Filme zu integrieren und es ist auch ein kleines Risiko, denn der Zuschauer könnte sich ja langweilen- aber genau das muss er, um das Verhalten der Charaktere nachvollziehen zu können. Ich halte das für eine große Leisung des Regisseurs und sie ist alles andere als belanglos.

  7. #17
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Bei Requiem for a dream kam bei mir zu keiner Zeit Langeweile auf, auch bei den von dir erwähnten Wiederholungen.
    Sicher, Stil und Handlung sind oft miteinander verknüpft, ich zeig das mal am Beispiel Barry Lyndon auf. Die emotionale Kälte der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts spiegelt sich grandios in Kubricks distanzierter Betrachtung und Erzählweise, mit ätzendem Sarkasmus. Das muss aber noch lange nicht heissen, das der Film mich nicht berührt. Nur weil ein Film Handlung und Stil miteinander verquickt, muss das nicht heissen, dass das entsprechende Element des Films bei mir die gleiche Reaktion hervorruft. Das ist für mich bei Lost in Translation aber genau der Fall. Wenn LIT die Belanglosigkeit der Handlung im Stil aufgreift und ein (meines Erachtens) belangloser Film dabei herauskommt, steht das im krassen Gegensatz zu z. B. Barry Lyndon, der das distanzierte, gefühlskalte 18. Jh. in Stil und Handlung darstellt, ohne dass ich als Zuschauer dem Film emotionslos gegenüber stehe. Oder (um wenigstens ansatzweise on-topic zu bleiben) RFAD, dessen verbindendes Element die Langeweile zu sein scheint, um durch Wiederholungen das eintönige Leben der Protagonisten darzustellen und bei mir trotzdem keine Langeweile aufkommt.

  8. #18
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Ich glaube bei "Lost in Translation" kommt es wirklich auf die Betrachtungsweise an! Es kommt darauf an welche Komponenten man bei einem Film fokussiert. "Lost in Translation" ist glaube ich ein sehr "fotografischer" Film. Eine Freundin von mir studiert Foto-Design, die hat den Film hymnisch gefeiert...sie hat sich da von diesen "ruhenden" Bildern, die nichts tuende Menschen beim Nichtstun analysieren, total inspirieren lassen.
    Ich glaube der Film ist einfach wie Lyrik...man kann auch nicht mit den Instrumenten der Literaturwissenschaft rangehen um die Schönheit eines Liebesgedichts, von Erich Fried etwa, zu analysieren. Man ist für die Wirkung entweder offen oder nicht...damit will ich niemanden diskreditieren, der sich dem nicht öffnet...kann es ja an anderer Stelle wiederum tun: Bei "Barry Lyndon" wie in deinem Beispiel!

    Aber ich schlage vor zum Thema zurück zu kehren!!!
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.
    Rainer Maria Rilke

  9. #19
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Zitat Zitat von Morten
    Aber ich schlage vor zum Thema zurück zu kehren!!!
    Ich auch!

    Weiß jemand von euch etwas mehr über "The Fountain"- dieser Film ist ja das eigentliche Thema dieses Threads :wink: - als das was bei der imdb steht?

  10. #20
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    Re: The Fountain von Darren Aronofsky

    Ich habe von einem Freund erfahren, dass Rachel Weisz gesagt hat, sie habe kein besseres Drehbuch gelesen als das zu "Fountain". Ist vermutlich nur PR, aber bei Aronofsky ist sowas ja möglich.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.
    Rainer Maria Rilke

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