Noch kein Topic zu "The Constant Gardener"...?
Geht wohl vielen wie mir rückblickend...
An sich interessiert mich die Thematik von „The Constant Gardener“ nicht, aber aufgrund der vielen positiven, ja fast überschwänglichen Kritiken hab ich ihn mir doch angesehen und ich bin mehr als froh darüber.
„The Constant Gardener“ ist kein einfacher Film. Es ist ein wunderschöner, todtrauriger, realistischer Film mit Widerhaken. Ein Film, dessen Geschichte und dessen Bilder einem lange im Gedächtnis bleiben. Regisseur Fernando Meirelles malt Bilder von bestechender Schönheit auf die Leinwand. Aber es ist eine schmutzige Schönheit, dreckverkrustet, kontrastreich und trotz aller Farbenpracht irgendwie grau. Es sind diese Bilder, die dem Film seine Atmosphäre verleihen. Sie, und Ralph Fiennes und Rachel Weisz.
Zwar reden alle von Rachel Weisz, die völlig zu Recht eine Oscarnominierung erhalten hat. Aber wenn ich an „The Constant Gardener“ denke, sehe ich Fiennes Gesicht. Seine Augen vor dieser kargen afrikanischen Landschaft. Er spielt Justin Quayle still und leise, voller Zurückhaltung und Understatement. Und voller Traurigkeit und Wut und Verzweiflung, die niemals aus ihm herausbricht. Und es ist diese Stille, die Fiennes für mich hier unvergesslich macht, die dem Film die Seele gibt.
Weisz bildet als seine Frau das perfekte Gegengewicht zu Fiennes Darstellung. Ohne dabei je klischeehaft oder überzogen zu wirken verkörpert sie eine Frau, die ihren Zielen und Idealen folgt, ohne Rücksicht auf Verluste, zu Kompromissen nicht bereit. Nicht was ihre Umwelt, ihre Ehe oder sich selbst angeht. Ihr Spiel ist energisch und voller Poesie, lebhaft und verzweifelt in einer Welt, wo Leben, je nachdem wem es gehört nur sehr gering geschätzt wird. Niemals aufdringlich, nur authentisch, nicht pathetisch, und schon gar nicht glamourös.
Weiter zelebriert Meirelles die Kunst der Auslassung. Gewalt ist allgegenwärtig, bedrohlich, wird aber so gut wie nie sichtbar gezeigt. Es ist eher die Ahnung dessen, was passieren kann und sehr wahrscheinlich auch wird, die den Film vorantreibt, ihn so verstörend und deprimierend macht.
Das Zusammenspiel all dieser Elemente machen „The Constant Gardener“ zu einem der bisher besten Filme 2006. Und zu einem wichtigen Film. Einem politischen Film. Einem unbequemen Film. Einem Film über Liebe in allen Facetten – sei es die Liebe zwischen zwei Menschen, oder die Liebe eines/r Einzelnen für eine Sache, die größer ist, als er/sie selbst.



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