Da der Film recht unbekannt ist, hier erstmal der Trailer um einen Eindruck zu vermitteln: http://www.moviemaze.de/media/trailer/1 ... asion.html
Ich weiß nicht so recht, was ich von „Pretty Persuasion“ halten soll. Einerseits, ist es mir unmöglich, ihn nicht irgendwie gut zu finden, andererseits bin ich nicht in der Lage, ihn zu mögen.
Wie kann man denn auch einen Film mögen, in dem es fast ausnahmslos miese Charaktere gibt?
Alle sind böse und schlecht und verdorben und verdienen keine Erlösung. Und das ist es wohl auch, was „Pretty Persuasion“ so grenzwertig macht. Die einzigen Figuren, die so was wie Sympathieträger sind, sind gleichzeitig schwach. Opfer. Oder labile Charaktere, die sich leicht missbrauchen, manipulieren lassen, oder denen es schlicht egal ist, „moralisch flexibel“ zu sein. Das „Gute“ und „Richtige“, um mal in kosmischen Dimensionen zu sprechen, hat in der Welt von „Pretty Persuasion“ keinen Bestand, keine Chance.
Am Ende von „Pretty Persuasion“ gibt es keine Hoffung, keinen Lichtblick.
Und so was wie Traurigkeit, Mitleid für dieses Mädchen, das da von Evan Rachel Wood, zugegeben fantastisch, dargestellt wird. Und je mehr man über Kimberly Joyce (so Woods Charakter) nachdenkt, desto erschreckender wird dieses hübsche, schlanke Wesen. Man bekommt die leise Ahnung, dass wir es hier mit einer der bösesten Figur in einem Film seit langem zu tun haben. Und dann bekommt man Angst, vor den Kimberly Joyces in dieser Welt, die es zweifelsohne geben muss, und denen man nie nie niemals begegnen möchte. Und man fragt sich, wer man in „Pretty Persuasion“ gewesen wäre? Opfer? Täter? Mitläufer? Oder alles zusammen?
Einen Film, der so viel Diskussionsstoff liefert, kann ich nicht schlecht finden. Von den beißenden Dialogen, der gelungenen Inszenierung und der klasse Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle, mal ganz abgesehen. Nur gut finden, kann ich diesen Film und das, was er uns vermittelt auch nicht. Und was soll das überhaupt sein? Was ist die Botschaft von Pretty Persuasion? Das die Welt schlecht ist und wir das entweder hinnehmen und mitmachen oder auf der Strecke bleiben können? Na toll. Was bleibt ist ein dumpfes Gefühl der Leere. Und die dunkle Befürchtung, dass diese Welt wirklich wie die eben gesehene ist.


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