Filme mit einer solchen Thematik (Kindesmißbrauch) habe ich bisher nicht viele gesehen, aber Mysterious Skin schafft es neben sehr brutalen Gewalt- und Sexszenen unheimlich gefühlvoll gegenüber beiden Haupterzählern zu sein. Gegensätzlicher könnten diese beiden Figuren nicht sein, aber ein Ereignis welches erst ganz zum Schluss die Jugendlichen zusammenführt zeigt die katastrophalen Entwicklungen welche beide dadurch erlitten haben.
- Neil ist bereits von Anfang an schwul, und bereits in seiner Teenagerzeit ist er es gewohnt für Geld mit älteren Männern zu schlafen.
- Brian hat dieses Ereignis sehr stark verstört, ihm fehlt jegliche Erinnerung daran. Er entwickelt sich sexuell überhaupt nicht, wird also a-sexuell.
Beide Darsteller sind hervorragend und auch wenn vor allem Joseph Gordon-Levitt Leistung bei den Festivals in den Vordergrund gerückt wurde, so gefiel mir das zurückhaltende und unsicher wirkende Spiel von Brady Corbet noch besser.
So seltsam das vieleicht klingen mag, aber trotz dieser harten Auseinandersetzung mit diesem Thema so schafft es der Regisseur Gregg Araki eine Art traumhafte Stimmung zu kreieren. Das wird direkt deutlich bei den Opening Credits, auch wenn sich hierbei schnell zeigt wofür diese Szene eigentlich steht. Über die Tat selber und die Handlung möchte ich nicht schreiben, damit würde ich bereits zuviel vorwegnehmen, denn die langsam in Rückblenden und Alpträumen gezeigte Vergangenheit beider Jungen ist natürlich das Schlüsselerlebnis für das Filmende. Jedenfalls war ich schwer beeindruckt, von der Intensität der Geschichte und allen Schauspielern. Kein Wunder das solche Filme international Schwierigkeiten haben einen Verleih zu finden, sehr traurig eigentlich.
Trailer
Mysterios Skin (Roger Ebert - Chicago Sun-Times)


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