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Thema: Gattaca

  1. #1
    Nebendarsteller
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    Gattaca

    komisch, dass der film noch keinen thread hat. toller sci-fi-film !
    am ende wirds sogar sehr philosophisch "I never saved any for the swim back". nunja, will nicht viel drum herum reden. man sollte sich den film einfach mal angucken

    8/1o

  2. #2
    Regisseur Avatar von Lars
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    Re: Gattaca

    Ganz genau. Hatten den in der 8. oder so mal in Englisch geguckt und wir waren total geflasht. Genialer Streifen mit einem absolut beeindruckenden O.s.t.. Der läuft bei mir immer noch sehr häufig

  3. #3
    Regisseur Avatar von Julia
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    Re: Gattaca

    Wirklich ein sehr guter Film. Die Zukuntsvisionen sind zwar erschreckend aber irgendwie kann es wirklich mal auf so etwas hinauslaufen. Natürlich nicht mit dem ganzen Weltraumgedöns aber mit den anderen DNA- Erkennungssachen. Als ich den Film das erste mal gesehen habe, hatte ich noch nicht viele solcher Zukuntsfilme gesehen, erst danach kamen wirlich Filme, die von der Idee ähnlich waren. Mit den automatischen Augenskan und solchen genetischen Wiederekennungssachen.
    Die Schauspieler sind sehr überzeugend und auch Jude Law spielt überzeugend.

  4. #4
    Regisseur Avatar von ric-dee
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    1.295

    Re: Gattaca

    Vor allem scheint es mir ein weitestgehend unterschätzter Film zu sein, der unangemessen wenig Beachtung fand.
    Ich hätt glatt mal wieder Lust ihn zu sehen...

  5. #5
    Regisseur Moderator Avatar von Matt
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    Re: Gattaca



    Vincent: You want to know how I did it? This is how I did it, Anton: I never saved anything for the swim back.

    Das ist wirklich sehr eigenartig, zu Gattaca noch kein eigenes Topic zu finden. In der Tat hat er damals viel zu wenig Beachtung gefunden. Bei mir mit Sicherheit nicht, ich hatte ihn mir im Kino angesehen und mir einige Monate später gleich die Videokassette dazu gekauft. Vielleicht aber auch einer der Filme, wenn das überhaupt geht, die ich mitlerweile zu oft gesehen habe.

    Die von Andrew Niccol für Gattaca entworfene Dystopie ist wie sich ja zumindest teilweise bereits herausgestellt garnicht so unglaubwürdig und realitätsfern. Leider. Bei der im Film aufgegriffenen Eugenik ist die In-Vitro-Fertilisation durch die Gentechnik perfektioniert wurden. Somit ist das Wunschkind der Eltern praktisch auf Knopfruck erstellbar. Der perfekte Mensch ohne Krankheiten entsteht, und bereits mit der Geburt steht die genaue Todesursache und er Zeitpunkt dieser fest.

    Mir hat damals der philosophische Aspekt schon sehr gut gefallen, wie es wäre versteckt in dieser Gesellschaft zu leben, und diese beiden unterschiedlich entwickelten und aufwachsenden Brüder in ihrem lebenslangen Zweikampf zu beobachten. - Dazu diese Metapher mit ihrem immer wieder unternommenen Schwimmwettkampf - großartig!

    Über diesen Film könnte ich auch ewig weiterschreiben, hat mir von der Thematik und von der dazu passenden perfekten Visualisierung (schön steril) sehr gut gefallen!

    Hier noch die lesenswerte Besprechung aus der Filmdienst von damals:

    In Zeiten, in denen die Studios für Spezialeffekte die wahren Inszenatoren im Science-Fiction-Genre sind und die Technik über die Inhalte triumphiert, erscheint ein Film wie „Gattaca“, der mit einem einzigen Trick – einem Raketenstart – auskommt, wie ein kleines Wunder. Die beeindruckende Parabel auf Gen-Manipulationen hat das Potential eines Kultfilms und steht schon jetzt durchaus ebenbürtig neben Meisterwerken des Genres von „Metropolis“ bis „Phase IV“. Irgendwann in naher Zukunft ist der Retortenmensch Wirklichkeit geworden und hat die Gesellschaft in zwei Klassen gespalten: Den im Labor Gezeugten gehört die Welt, während die noch durch natürliche Liebe Entstandenen keine Chance auf einen gesellschaftlichen und beruflichen Aufstieg haben. Sie gelten von Geburt an als „Invaliden“. Für den seit seiner Kindheit kränkelnden, kurzsichtigen Vincent fallen schon im Kindergarten die Türen der Gesellschaft zu, während die Karriere seines „perfekten“ jüngeren Bruders Anton vorprogrammiert ist. Doch Vincent hat einen Traum: Er möchte Raumfahrer werden, um auf einem bewohnbaren Planeten „frei“ leben zu können. Um dies zu erreichen, muß er den gigantischen Gattaca-Konzern austricksen, der seine Angestellten bis ins Kleinste kontrolliert. Als die Zeit reif ist, seinen Plan zu verwirklichen, verläßt er seine Familie und nimmt Kontakt zu einem „DNA-Makler“ auf, der genetisch benachteiligten Menschen eine falsche Identität verschafft. Um seinen aufwendigen Lebensstil weiter finanzieren zu können, ist der nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselte Jerome bereit, Vincent seine Identität zu verkaufen. Der Tausch funktioniert, und Vincent gelingt es, alle Tests zu bestehen. Schnell steigt er die Erfolgsleiter bei Gattaca empor, beginnt eine Liebesaffäre mit seiner Arbeitskollegin Irene und wird in die Astronauten-Riege aufgenommen. Als eine Woche vor dem Start der Rakete der Direktor des Weltraumprojekts ermordet wird, überprüfen Inspektor Hugo und sein Mitarbeiter Anton, der seinen Bruder Vincent zunächst nicht wiedererkennt, alle am Projekt Beteiligten. Als Anton die Augenwimper eines „Invaliden“ findet, steht Vincent kurz vor der Enttarnung. Aber nun triumphieren seine angeborenen Fähigkeiten, wieder aufbrechende Familienbande und ein Wissenschaftler, der selbst ein „untaugliches“ Kind hat, über die unmenschliche Gesellschaftsordnung. Als die Rakete ins All abhebt, um Titan, den 14. Mond des Saturn zu erforschen, gehört Vincent zur Besatzung.

    Im Gegensatz zu seinen Kollegen aus der Werbebranche hat der Neuseeländer Andrew Niccol sein Spielfilmdebüt nicht mit der Hektik von 60-Sekunden-Spots ausgestattet. Allenfalls an seinem Blick für schöne Bilder, die der polnische Kameramann Slawomir Idziak mit kunstvoll eingesetzter Licht- und Filtertechnik überhöht, ist der einstige Werbefilmer zu erkennen. „Design“ aber wird bei ihm nicht zum Selbstzweck, sondern zum genau kalkulierten Träger seiner Vorstellungen einer zukünftigen Welt, in der „Reinlichkeit gleich nach Gottesfürchtigkeit“ kommt, wobei die Gen-Ingenieure hier die Götter spielen. Niccol verläßt sich bei der (Film-) Architektur auf funktionale Formen, bei den Kostümen und Frisuren auf klassische Formen der 40er und 50er Jahre. Gepaart mit den Modernismen der heutigen Technik, ergibt das eine eher zeitlose als futuristische Atmosphäre, die stets eine Identifikation mit den Problemen und Menschen der Geschichte ermöglicht. Auch wenn die Erschaffung eines perfekten Menschen noch unvorstellbar ist, hat das gentechnische Zeitalter begonnen: Gen-Chips, die Massentests auf Schäden im Erbgut erlauben, und der genetische Fingerabdruck zur Aufklärung von Verbrechen gehören längst zum Alltag. Zwar berührt „Gattaca“ noch mit der Botschaft, daß mit Liebe gezeugte Kinder letztlich glücklicher werden, aber der Film macht auch deutlich, daß in den Labors schon Forscher sitzen, die keine Hemmungen hätten, nur schöne und intelligente Retorten-Menschen zu schaffen, während die „Untauglichen“ keinen Platz mehr haben. Sie sind schon äußerlich gebrandmarkt, verrichten in unförmigen, grünen Kleidern niedere Arbeiten, während die „Auserwählten“ in noblem Zwirn ihrer Tätigkeit nachgehen und in schicken Wohnungen leben. Über viel Gespür für Räume und Kameraeinstellungen vermittelt sich diese düstere Zukunftsvision, wobei Niccol auch auf Bild-Metaphern von „Metropolis“ über „1984“ bis zu Kafka zurückgreift. Im Zusammenspiel mit Michael Nymans minimalistischem Soundtrack gelingt ihm ein geradezu elegischer Science-Fiction-Thriller, der deshalb unter die Haut geht, weil eigentlich nur Vincents Traum vom Leben in der Galaxis utopische Ausmaße hat. Die Diskriminierung, die Ausgrenzung geistig oder körperlich Behinderter sowie das Mobbing gegen Personen, die nicht im Sinne des Systems funktionieren, sind dagegen schon Realität.

    Niccol setzt seinem innovativen Inszenierungsstil mit der außergewöhnlichen Besetzung noch das „Sahnehäubchen“ auf: Aus Ethan Hawke macht er einen ernsthaften Schauspieler, der mitleiden läßt, wenn er sich der Tortur einer Körperstreckung unterzieht, um Jeromes Größe zu erreichen, der aber auch den Gejagten glaubhaft darstellt. Vincent und Hausmeister Caesar, gespielt vom Altstar Ernest Borgnine, sind scheinbar die einzigen normalen Menschen in dieser bizarren Welt. Gerade ihre verordnete „Untauglichkeit“ spornt sie an, ihre natürlichen Begabungen auszunutzen: Vincent überlistet damit das System, und Caesar lebt in dem Bewußtsein, genauso viel zu wissen wie all die „Perfekten“ über ihm. Auch die Liebesgeschichte dient zu überraschenden Nuancen: Es gibt kein Happy-End, weil Irene (wunderbar einfühlsam: Uma Thurman) ihr Schicksal als „Taugliche“, aber nicht „Perfekte“ akzeptiert, das sie für den Raumflug untauglich macht. Durch Vincents Unbeirrbarkeit lernt sie, sich ihm nicht bedingungslos auszuliefern. Ein präzis agierender Alan Arkin, der souverän in „fremden Gewässern fischende“ Autor Gore Vidal und Jud Law als der „wahre“ Jerome führen das Ensemble der hervorragenden Nebendarsteller, von dem man sich genauso wenig trennen mag wie von den beeindruckenden Bildern dieses filmischen Kunstwerks.

    (Rolf-Ruediger Hamacher - Filmdienst)

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  1. 04.04.2011, 11:11

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