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Thema: All About Eve (Alles über Eva)

  1. #1
    Regisseur Avatar von laertes
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    All about Eve (Alles über Eva, 1950)

    ich finde ja die süddeutsche-edition insofern sehr lobenswert, als sie mir ermöglicht, einige wunderbare filme zu sehen, die ich bislang nicht kannte, und auf die ich in näherer zukunft vielleicht auch nicht gestoßen wäre.
    natürlich, all about eve ist bis zu dem tag, als die titanic unter käpt'n cameron sank, der film mit den meisten oscars ever gewesen, aber so what?: der oscar war für mich nie ein grund, einen film zu sehen (ich sage nur: training day oder lord of the rings, um nur ein paar unglücke aus jüngster zeit zu nennen, aber ihr wisst ja bescheid).
    jedenfalls hat mich mankiewicz' unglaublich dichter film restlos begeistert. ein gesamtkunstwerk, ein film wie theater. ein film über theater und hollywood und frauen und männer und schauspielerei und das leben im allgemeinen und im besonderen. eine große psychologische studie. und - ein antiquiertes wort, ja, aber so treffend: HINREISSEND besetzt! allen voran natürlich der vulkan bette davis (!!!), mit funkensprühenden augen und einer ausstrahlung, die sogar aus meinem eher kleinen fernseher eine große bühne machte. sie ist beides: zart, verletzlich im einen, aufbrausend, feurig im nächsten moment und dabei doch immer weiblich und so glaubwürdig...
    zum konkreten inhalt möchte ich nicht viel sagen, sondern nur meine unbedingte empfehlung aussprechen. all about eve lohnt das ansehen ganz ausserordentlich. er lässt sich alle zeit der welt, um seine geschichte zu erzählen. er dringt in seelische untiefen vor, lotet sie aus bis auf den grund.
    für mich heisst es daher zur zeit: mehr von mankiewicz!


  2. #2
    ste
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    Re: All about Eve (Alles über Eva, 1950)

    kann dir was diesen film angeht nur zustimmen. bette davis ist unglaublich in diesem film, sie hat eine ausstrahlung die umwerfend ist. überhaupt ist der ganze film einfach nur, wie du richtig sagst, hinreißend. jedes weitere wort ist überflüssig!
    Die meiste Zeit meines Tages verbringe ich damit die Abscheu vor meinen Vorgesetzten zu verbergen...(American Beauty)

  3. #3
    Regisseur Avatar von Thomas
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    Re: All about Eve (Alles über Eva, 1950)

    Ohne Frage ein ganz toller Film. Habe kürzlich auch einen Blick auf die Kollektion der SZ geworfen und selbiges Gefühl verspührt, nämlich auf Filme hingewiesen zu werden, die ich mir so vielleicht gar nicht angesehen hätte.

  4. #4
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: All about Eve (Alles über Eva, 1950)

    Die SZ-Collection ist wirklich der Hammer; hab mir da auch schon die ein oder andere zugelegt.

    @ Laertes: Wenn du mehr von Mankiewicz sehen willst kann ich dir noch den großartigen Sleuth mit Laurence Olivier und Michael Caine empfehlen!
    Life ain't about how hard you can hit. It's about how hard you can get hit and keep moving forward.

  5. #5
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    AW: All About Eve (Alles über Eva)

    Sodele, hier also nun meine Sicht der Dinge bzgl. ALL ABOUT EVE, den mir Thomas in OFME aufgedräng..äh empfohlen hatte, zunächst mal Danke dafür. Obwohl ich so einiges aus der guten alten Zeit kenne, so kann ich mich doch an diesen nicht mehr erinnern, ob ich den in Kindheit/Jugend schonmal gesehen hab.

    Vorausschicken muß ich noch, daß ich Bette Davis an sich nicht ausstehen kann, hab sie aber auch überwiegend als vertrocknet-verbiestert dreinblickendes altes Hutzelweib-Gesicht in Erinnerung. Was freilich auf ALL ABOUT EVE erfreulicherweise nicht zutrifft.



    ALL ABOUT EVE

    Am Ende alles Fassade und Heuchelei.

    Ein Blick zurück in längst vergangene Zeit. Vergangene geschilderte Epoche. Vergangene Schauspielkunst, vergangene Dialogkunst, vergangene Art der Inszenierung. Und doch andererseits vom Thema her höchst aktuell und allseits wiederfindbar, grad auch in den bdiversen beängstigenden Casting-Shows der Privatsender, wo sich heutzutage bald jeder Dreikäsehoch schon mit der Nuance einer Gabe/eines Talents meldet, bloß um den ganz großen Ruhm zu ernsten und den in Film und Fernsehen tagtägllich gezeigten Stars und deren Reichtum und Ruhm nachzueifern und selbst zu werden, egal ob als Sänger, Tänzer, Musiker, Schauspieler oder "kann den Hoolahopp-Reif 433 mal um die Hüfte schwingen"-Talent.

    Genauso im Grunde geht es auch in ALL ABOUT EVE zu. Anfangs, da geh ich zu, ging mir die Geschwätzigkeit des Films auf den Zeiger, bis ich ich auf den Film einge-time-t hatte, dessen Fluß und Mut zur Entschleunigung mitnahm. Der Film ist eine einzige Huldigung an das Theater, die Schauspielerei, die Kunst. Der Film ist aber auch ein kompromißloser Blick hinter die Fassade. Sowohl des Business an sich, wie auch der Fassade der darin Agierenden.

    Obwohl ich mit Theater überhaupt NICHTS am Hut hab, hat mich der Film und die geschilderte Huldigung zunehmend in seinen Bann genommen und verzaubert. Verzaubert hat mich vor allen Dingen das junge Ding Anne Baxter, die so entwaffnend entzückend war. Und ja, auch ich bin auf ihren Charme und ihr Wesen reingefallen. Interessant dabei, daß dasselbe entzückende Gesicht von einer Sekunde auf die andere dann plötzlich gaanz Anderes durchschimmern ließ, erst nur für einen kurzen Wimpernschlag, später dann immer mehr.

    Nach und nach löst sich all das Wohlgefallen nicht in Selbiges auf, sondern zeigt eine ganz dunkle Seite der Medaille. Meisterlich gespielt. Hier nehm ich eigentlich Alle mit rein, Baxter, wie auch Bette Davis, wie auch Celeste Holm, wie auch die drei Herren. Und nicht zu vergessen Thelma Ritter als biestige Freundin.

    Brillant am Film und ein reines Vergnügen zu lauschen waren die geschliffenen Dialoge, fast wie Musik. Ein Fest.

    Und unser Titelmädel wird am Ende mit ihren eigenen Waffen geschlagen und die Geschichte wird sich absehbar wiederholen.

    9/10

  6. #6
    Regisseur Avatar von Thomas
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    AW: All About Eve (Alles über Eva)

    Hallo Wolfe, freut mich, dass Dir der Film gefallen hat. Ich war auch ganz hin und weg, als ich den das erste mal gesehen hatte.

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