Ich habe während meiner Abwesenheit diesen fuliminanten Wim Wenders-Film gesehen. Ich möchte euch das Erlebnis nicht vorenthalten. Vielleicht habt ihr ja schon mal was von ihm gehört oder ihn gesehen. Hier meine Kritik:
Da kann man eigentlich nur noch erstaunt den Atem anhalten, wenn man weiß, dass dermaßen große Filmkunst sich selbst genießen und dabei noch so gelingen kann.
Wim Wenders' "Paris, Texas" drückt in den Weiten und Totalen seiner bewegend epochalen USA-Bilder ein Gefühl von grenzenloser Freiheit aus, wie sie zugleich wieder für deren Protagonisten zum Verhängnis wird. Er gibt eine Sehnsucht wieder, wie sie wohl europäischer nicht sein könnte und trifft damit von außen, was amerikanischen Regisseuren immer nur im Western mit dem schwer genießbaren Beigeschmack der Gewalt gelungen ist.
Jenseits riskierter Melodramatik gelingt Wenders das Kunststück in allem die elementare Schönheit der Welt zu entdecken. Zum einen weil die Kameraarbeit von Robby Müller sie mit größter Geruhsamkeit zu entdecken versteht und zum anderen weil sie Filmmusiker Ry Cooder so hervorragend mit der Gitarre zu begleiten versteht. Auch die spielerischen Darbietungen vom jungen Hunter Carson (die wohl beeindruckendste darstellerische Leistung eines Jungschauspielers, die ich je gesehen habe), Dean Stockwell, Harry Dean Stanton und Nastassja Kinski sind dermaßen beeindruckend natürlich und auf gelungene Weise aus ihrer Zurückhaltung subtil, dass sie sich in der harmonisch-traumhaft-poetischen Bildsprache ebenso wiederfinden wie sie sich als Figuren in den endlosen Räumen ihres Schicksals verloren haben.
Wenders ist damit das im besten Sinne Hoppersche Gemälde europäischer Filmkunst und eine schwelgerisch-schöne Ballade auf einen sympathischen, weil uramerikanischen Helden gelungen, dass in seiner tadellosen Opulenz kaum nachahmbar ist. Ein Meisterwerk.



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