sie sind so wertvoll und so selten, diese filme, die den zuschauer mit ihrer unendlichen traurigkeit im innersten berühren und ihm zugleich ein tiefes glücksgefühl vermitteln. yimou zhangs leben! ist so ein film:
die große geschichte einer kleinen chinesischen familie von den 40ern bis in die 70er jahre: republik, bürgerkrieg, volksrepublik, der große sprung nach vorn, die kulturrevolution - all das spiegelt sich wider in der kleinsten organisierten einheit unserer gesellschaften. ohne je in die hohen ebenen der politik zu blicken, erleben wir doch chinesische geschichte und politik im mikrokosmos, den vater, mutter, tochter und sohn bilden. und wir erleben mit, wie die umstände ihr unmittelbares leben betreffen, verändern, umwälzen, und wie doch ein fester kern unverändert in ihrer gemeinschaft weiterlebt. all das spiegelt yimou zusätzlich in dem sich mitverändernden schattentheater, mit dem der familienvater fugui seine existenz rettet.
und die charaktere des films sind bezaubernd. wie sie trotz aller rückschläge - schreckliche sind es, persönliche, und nicht wenige - weitermachen, weiterleben!, in der hoffnung dass es nur besser werden kann, wie sie zäh ankämpfen gegen die hindernisse, die ihnen in den weg gelegt werden, und voll strahlendster freude sind, einfach "leben!" zu können, das ist schön und furchtbar anzusehen. mit wieviel liebe die schauspieler ihre rollen ausfüllen!
ein film zum hineinsinken. und wenn man nach fast zwei stunden wiederauftaucht, ist es, als wäre man selbst dabei gewesen in diesem märchen aus dem reich der mitte.


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