Bin wegen dem "Welche Filme habt ihr noch nicht gesehen?"-Topic wieder
auf diesen Film gekommen. Wer noch keinen Fellini Film gesehen hat, sollte mit diesem hier einsteigen. War damals auch mein erster und musste ihn mir nach Sichtung des Films im TV gleich auf DVD zulegen.
War überrascht einen solch skurillen Film zu sehen. "Smick! Smack!"
Marcello Mastroianni ist einfach ein geiler Kerl und prädestiniert für diese Rolle, der alte "Schnapporaz".
Inhalt:
Lüstern mustert der alternde Schürzenjäger Snàporaz während einer Bahnreise die ihm gegenüber sitzende, attraktive Frau und kennt, nach einer Fahrt durch den Tunnel, nur noch einen Gedanken. Wie hypnotisiert folgt er ihr, als der Zug unvermittelt auf offener Strecke hält und die Dame aussteigt. Die unbekannte Schöne führt ihn in ein abgelegenes Hotel, wo ein Kongress radikaler Feministinnen tagt.
Konfrontiert mit Theateraufführungen, Vorträgen, Gruppenmeditationen und Dia-Shows - alle zum Thema Unterdrückung der Frau - fühlt Snàporaz sich wie ein Beobachter von einem anderen Stern. Was ist nur plötzlich mit den Frauen geschehen? Als die rätselhafte Dame aus dem Zug ihn unversehens als typisches Beispiel der verhassten Gattung Mann herausdeutet, kann Snàporaz nur mit knapper Not entkommen. Aus dem Hexenkessel voller närrischer Weiber flüchtet er in die phallokratische Trutzburg seines alten Schulfreundes Sante Katzone. Von militanten Feministinnen umzingelt, feiert der skurrile Sexprotz gerade seine 10.000. Geliebte. Katzone hat sich eine erotische Fotogalerie eingerichtet, in der die Lustschreie all seiner Verflossenen per Knopfdruck abrufbar sind. Als Snàporaz ausgerechnet hier auf die "ewige Ehefrau" trifft, die ihm Vorhaltung über Vorhaltung macht, gerät die frivole Entdeckungsreise mehr und mehr zum Albtraum. Auf einer turbulenten Achterbahnfahrt passiert Snàporaz Stationen seiner eigenen Kindheit und Jugend, Erinnerungen an erotische Erlebnisse blitzen auf und verlöschen wieder.
Mein Horizont reicht leider nicht aus, um in einer eloquenten Weise zu formulieren, warum der Film mir so extrem gut gefällt. Deswegen nehme ich den billigen Weg und zitiere:
Ach ja, noch zur DVD:Skandal machte "Fellinis Stadt der Frauen", weil feministische Gruppen, die der Regisseur engagiert hatte, nur ein denunziatorisches Zerrbild ihrer Ideen wieder erkannten. Aus heutiger Sicht ist Fellinis mit überbordender Phantasie in Szene gesetzter, surrealer Bilderbogen eine Persiflage auf typische Männerphantasien und Männerängste. Neugierig, lüstern und feige stolpert Marcello Mastroianni, Alter Ego des Regisseurs, auf der Suche nach der idealen Frau durch das Labyrinth seiner eigenen Träume, Verblendungen und Vorurteile.
Die FSK 18 ist wieder einmal ein ziemlicher Witz der Prüfstelle, denn der Film ist ungefähr genauso brutal wie Bambi.


LinkBack URL
About LinkBacks



Zitieren
Lesezeichen