I spit on your grave (2011)
Thema: Grausames im Hinterland
Die Schriftstellerin Jennifer Hills will in Ruhe einen Roman verfassen und begibt sich dabei irgendwo in den USA ins Hinterland in eine einsame Waldhütte, um dieses Vorhaben umzusetzen. Durch eine eigenartige Dynamik bedrängen ein paar Jungs aus dem Dorf in der Nähe des Hauses die Frau bis diese fliehen kann und den Sheriff des Ortes um Hilfe bittet. Doch dieser hilft den Jungs und es kommt zu mehrfachen abscheulichen Vergewaltigungen. Mit Müh und Not entkommt die Frau. Die Leiche finden die 5 Männer nie und es kann zur blutigen Rache der Jennifer Hills kommen.
Über Sinn und Unsinn der Rape and Revenge- Filme, denen dieser Film eindeutig zuzuordnen ist, kann man gerne streiten. Abläufe der Handlung sind größtenteils schematisch gleich und man weiß fast immer was man bekommt. Dieser Film war der einzige, den ich mir bei den Fantasy Filmfest Nights anschauen konnte und laut Aussagen der Veranstalter ungeschnitten. Mal schauen, wie hart es den Film in der DVD- Auswertung trifft.
Insgesamt ist der Film in meiner Auffassung recht gelungen, er braucht zwar recht lang und die Vergewaltigung wird größtenteils nur angedeutet, so dass es nicht ganz so explizit wirkt. Was mich ein bisschen störte und ruhig weiter hätte ausgebaut werden können, war der Rachefeldzug der Frau. Das wurde zu schnell abgefrühstückt, dafür aber dann richtig. Waren krasse Szenen dabei und Miss Hills zeigte sich recht einfallsreich, wie sie ihre Peiniger um die Ecke bringt.
Insgesamt nachvollziehbar aufgebaut und auch in einer Unbarmherzigkeit gezeigt, wie es sich für solche Filme gehört. Ebenso, dass am Ende keine Wertung der Selbstjustiz vorgenommen wird oder ähnliches fällt positiv ins Gewicht, so dass es jeder selbst im Nachhinein reflektieren kann, ob sowas gut ist oder nicht. Bei mir wirkte der Film von der Thematik her und der Reaktion der Geschädigten noch ein paar Tage nach. Wenn das ein Film schafft, dann war er in meinen Augen nicht schlecht.
Handwerklich gibt es nix zu meckern. Solide umgesetzt mit einem, wenn ich mich recht erinnere, dezentem Score, der teilweise die Grausamkeit in beiderlei Richtungen ordentlich unterstreicht.
Da der Aufbau teilweise zu beschaulich von statten ging und die Rache zu schnell über die Bühne gezogen wurde, gibt es
7/10,
wobei das keine Wertung in dem Sinne ist, dass ich Spaß an dem Werk hatte. Es hat zwar gefallen, grausam war es trotzdem und ich werde solche Menschen nie verstehen, die Frauen vergewaltigen und sich im Nachhinein noch rechtfertigen, warum sie dies taten.


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